Fulda. Der Faire Handel unterstützt Produzentinnen und Produzenten in den Entwicklungsländern, um ihnen eine menschenwürdige Existenz aus eigener Kraft zu ermöglichen. Durch gerechtere Handelsbeziehungen sollen die Lebensbedingungen der Menschen in den Ländern des Südens verbessert, die Binnenwirtschaft gestärkt und langfristig ungerechte Weltwirtschaftsstrukturen abgebaut werden. „Die Faire Woche 2009 zeigte auch in Fulda, dass fair gehandelte Produkte nicht nur für hohe Qualität und Genuss stehen, sondern auch Zukunftsperspektiven schaffen“, bestätigte Oberbürgermeister Gerhard Möller.
Abhängigkeit vom Kaffeemarkt
Auf Einladung des Solidaritätswerks der KAB Fulda und der Agenda Arbeitsgruppe Faires Fulda referierte der guatemaltekische Bischof Alvaro Ramazzini im Rahmen der „Fairen Woche“ im Fuldaer Stadtschloss zum Thema „Voneinander wissen – miteinander Handeln“. Auf die Situation in seiner Heimat eingehend sprach Ramazzini von der zunehmenden Verarmung der Bevölkerung.
Man wisse, dass die extreme Abhängigkeit vom Kaffeemarkt aufgeweicht werden müsse, doch die zur Zeit von internationalen Konsortien forcierten Alternativen führten in eine Sackgasse. Vielmehr müssten die vorhandenen durchaus positiven Bedingungen genutzt werden, Lebensmittel für den Eigenbedarf zu produzieren und darüber hinaus auch weiter mit Kaffee zu handeln. Eine gerechte Landverteilung, vom Gesetz her vorgesehen, aber nie praktiziert, sei Grundvoraussetzung.
Fairer Handel als Chance
„Wir haben ein fruchtbares Land und der Faire Handel ist für unsere Landarbeiter eine große Chance, vernünftige Landwirtschaft zu betreiben, unsere Ernährungsgrundlage zu sichern, eine gerechtere Bezahlung zu erhalten und aus dem Sog der Verteilungsproblematik herauszukommen“ verwies Ramazzini auch mit Blick auf die Faire Woche in Deutschland und bedankte sich ausdrücklich für das Kaffeeprojekt der Fuldaer KAB.
In einem Grußwort hatte zuvor Oberbürgermeister Gerhard Möller Bischof Ramazzini willkommen geheißen und seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, dass der Globalisierungsgedanke nicht nur auf die Wirtschaft, sondern auch auf die soziale Gerechtigkeit projiziert werden möge. (cp)