Brüssel / Kassel. „Jeder, der sich eine Pizza bestellt, muss wissen, welche Zutaten darin enthalten sind. Daher fordere ich eine europaweite Kennzeich-nungspflicht für Imitat-Lebensmittel“, so die SPD-Europaabgeordnete Barbara Weiler. Kürzlich stellte sie eine Anfrage an die Europäische Kommission, ob es solch eine explizite Kennzeichnungspflicht gibt. Täglich erscheinen neuen Meldungen zu Analog-Käse, Gel-Schinken, Surimi und weiteren Lebensmitteln, die zwar aussehen wie das Original, aber aus preiswerteren Ersatzstoffen hergestellt werden. Darum fragte die Europapar-lamentarierin an, ob die Kommission den Schutz der europäischen Verbrau-cher im Zusammenhang mit Imitat-Lebensmitteln für ausreichend hält und ob die Umsetzung bereits bestehender Richtlinien durch die Mitgliedstaaten zu friedenstellend kontrolliert wird.
In ihrem Antwortschreiben ist die EU-Kommission der Auffassung, dass es momentan keine Probleme in der Kennzeichnung und Kontrolle von Imitat-Lebensmitteln gebe. Barbara Weiler ist da jedoch anderer Ansicht: „Die europäischen Richtlinien greifen noch zu kurz.“ Zwar müsse der Name eines Lebensmittels so klar sein, dass der Verbraucher daraus auf den Inhalt schließen kann und es müssen sämtliche Inhaltsstoffe genannt sein. Barbara Weiler erwartet aber von der Kommission, dass sie zusammen mit den Mitgliedstaaten – und in Deutschland mit den Bundesländern – Regeln erarbeitet, damit Original und Imitat auf einen Blick zu unterscheiden sind.