Wiesbaden. „Der Dorfwettbewerb – ein Wettbewerb gemeinschaftlicher Leistungen – hat in Hessen bereits seit 50 Jahren Tradition. Mit dem 33. Wettbewerb 2008/2009 können wir auf 50 erfolgreiche Jahre Dorfwett bewerb mit über 10.000 Teilnehmern zurückblicken“, sagte Wirtschaftsminister Dieter Posch am Sonntag anlässlich der Ehrung der Teilnehmer und Auszeichnung der Sieger im Rahmen der Festveranstaltung in Melsungen.
Posch: „Mit der Durchführung dieses Wettbewerbs und der heutigen Ehrung der Teilnehmer möchte die Landesregierung als Impulsgeber direkt die Akteure in den Regionen ansprechen. Ziel ist dabei die Si cherstellung und Verbesserung der ökologischen, ökono mi schen und so zialen Leistungsfähigkeit der ländlichen Regionen“.
Mit rund 200 Teilnehmern an den Regionalentscheiden kann Hessen für den 23. Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2010 zwei Teilnehmer melden. 19 Siegerdörfer bzw. Stadtteile aus den Regionalentscheiden hatten sich für die Teilnahme im Landeswettbewerb 2009 qualifiziert. Er hoffe, so der Minister, dass die Vielzahl der an den Regionalwettbewerben teilgenommenen Dörfer Ansporn dafür sein, den Wettbewerbsgedanken in noch mehr Orte hineinzutragen. „Die hohe Qualität der Beiträge und das große Engagement der Bürgerinnen und Bürger in den Dörfern zeigt, dass die hessischen Dörfer für die Zukunft gerüstet sind“, so Posch.
Die Entwicklung ländlicher Räume in Hessen steht heute vor neuen mehrdimensionalen Her ausforderungen. Angesichts der gravierenden regionalen Unterschiede sind deshalb differen zierte Lösungen gefragt. Das regionalpolitische Ziel der hessischen Landesregierung heißt deshalb „Stärkung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit“ durch dynamische Entwick lungsprozesse, sagte der Minister.
Neue demografisch notwendige Anpassungsstrategien und die Überwindung interkommu naler Konkurrenzen sind dabei unerlässlich. Sie sind die Voraussetzung dafür, dass eine nachhaltige Innenentwicklung der Städte und Gemeinden stattfinden kann.
„Unser Dorf hat Zukunft“ – der Name des Wettbewerbes steht für einen hohen Anspruch an das dörfliche Leben. Dabei ist die Bedeutung von Konti nuität und Nachhaltig keit gewachsen. Dies bedeutet, dass nicht in erster Linie die zu bestimmten Wettbewerbster minen erbrachten Leistungen den Ausschlag geben sollen, sondern dass das über längere Zeiträume zu bewertende überdurch schnittliche Engagement der Bür gerinnen und Bür ger sowie die gemeinschaftlichen Leistungen im Hinblick auf Nachhaltig keit die ausschlaggebende Rolle spielen, so Posch abschließend.
Im Landesentscheid 2009 der besten Dörfer Hessens wurden folgende Sieger ermittelt:
Gruppe A
Cölbe Schönstadt, Landkreis Marburg-Biedenkopf
Breuberg-Rai-Breitenbach, Odenwaldkreis
Schlitz-Pfordt, Vogelsbergkreis
Gruppe B
Edertal-Kleinern, Landkreis Waldeck-Frankenberg
Wetter-Oberrosphe, Landkreis Marburg-Biedenkopf
Bad Sooden-Allendorf-Kleinvach, Werra-Meißner-Kreis
(Gruppe A: Dorferneuerungsschwerpunkte / Gruppe B: alle übrigen Orte)
Als Siegerprämie erhalten die erstplazierten Dörfer jeweils 5.000 Euro, die zweitplazierten Dörfer jeweils 3.000 Euro. Für den 3.Platz werden jeweils 2.000 Euro vergeben. Des Weiteren erhalten die übrigen 13 Sieger aus den Regionalentscheiden für ihre erfolgreiche Teilnahme Urkunden. Einen Sonderpreis erhält die Gemeinde Kalbach-Heubach für herausragende Gemeinschaftsleistungen. Mit einer Urkunde ausgezeichnet werden die Aktivitäten des Fördervereins für die Sanierung und Neunutzung der ehemaligen Landessynagoge.