Fulda. Am Mittwoch, den 07.Oktober 2009, fand ein weiterer Akademieabend zum Umgang mit den Menschenrechten statt. Hierzu konnte diesmal Frau Dr. Phil. Miao-Ling Hasenkamp von der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg gewonnen werden. Der Direktor des Hauses Herr Gunter Geiger begrüßte sie gemeinsam mit den Gästen der Ringvorlesung. Durch Ausschnitte des Films „China Blue“ vergegenwärtigte Frau Hasenkamp den interessierten Gästen, was es bedeutet in China Wanderarbeiter zu sein.
Arbeitszeiten von zum Teil 50 bis 60 Stunden bei einem Lohn von 80 bis 100 Euro im Monat sind hier keine Seltenheit. Billig, Rechtlos und jederzeit einsetzbar, beschreibt deren Situation. Bedingt durch Perspektivlosigkeit in den ländlichen und armen Regionen Chinas speist sich das System immer wieder neu mit jungen Menschen, die bereit sind zu diesen Konditionen zu arbeiten, um dem Traum von mehr Unabhängigkeit und Modernität näher zu kommen. Unternehmen und der Chinesische Staat sind zum Spagat zwischen Gewinn bzw. Wettbewerbsfähigkeit einerseits und notwendigen Sozialstandards zur Befriedung der Arbeiter andererseits gezwungen.
Die multinationalen Konzerne wissen dabei ihre Marktmacht geschickt zu gebrauchen, um Unternehmen aber auch Länder untereinander auszuspielen. Am Beispiel eines Markenschuhs „Made in China“ wird deutlich, das von den 100,- Euro Verkaufspreis neben den Posten für Einzelhandel, Transport, Mehrwertsteuer und weiterer Produktionskosten nur 40 Cent für Löhne zu dessen Herstellung jedoch aber 33,-Euro für den Konzern veranschlagt sind. Daher mahnte Frau Dr. Phil. Miao-Ling Hasenkamp bei der anschließenden Diskussion an, dass hier Gütesiegel zu Sozialstandards notwendig seien, um diese Diskrepanz durch die persönliche Kaufentscheidung vermindern zu helfen.
Hinweisen wollen wir auch jetzt schon auf unseren nächsten Termin in der Reihe der Ringvorlesungen, der am 21. Oktober 2009 um 19.00 Uhr wieder im Bonifatiushaus Fulda stattfindet. Frau Marianne Heuwagen (Direktorin des Deutschland-Büros von Human-Rights-Watch) spricht hier zum Thema „Bevormundet und rechtlos – Menschenrechtsverletzungen gegenüber Frauen in Afghanistan“. Der Eintritt ist frei.