Vogelsbergkreis. “Es ist erstklassige Demografiepolitik, wenn wir mit den Mitteln der Dorferneuerung die Lebensqualität in den Ortskernen spürbar steigern und damit den ländlichen Raum attraktiv machen. Darüber hinaus stößt jeder Euro drei weitere an, was gut ist für unsere Arbeitsplätze.” Dies sagte Landrat Rudolf Marx (CDU) am Freitag in Merlau, als er 230.000 Euro aus Mitteln der Dorferneuerung an Mückes Bürgermeister Matthias Weitzel (SPD) überreichte. Das Geld ist dafür vorgesehen, das Dorfgemeinschaftshaus in Merlau und das Nebengebäude “Hofstatt” zu sanieren. Ortsvorsteher Dieter Daniel und der Bürgermeister bedankten sich, unterstrichen die hohe Bedeutung des Dorferneuerungsprogramms und stellten die sehr gute Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung heraus.
Dorfgemeinschaftshaus wird saniert
Die Lebensqualität in unseren Dörfern sei sehr eng mit der Frage der Daseinsvorsorge vor Ort verbunden, betonte der Landrat. Für die Menschen sei es unverzichtbar, auf eine angemessene Infrastruktur, wie Nahversorgung, soziale Dienstleistungen, Bildungsangebote oder Kommunikationsräume, so wohnortnah wie möglich zurückgreifen zu können. Das sei wesentliche Voraussetzung, um eine vergleichbare Lebensqualität zum städtischen Raum aufrecht erhalten zu können, so Landrat Rudolf Marx. Und er fügte an: “Das ist ein Verfassungsauftrag.” Und: “Auch Stätten der Kommunikation sind ein Standortfaktor, die das Leben für die Menschen attraktiv machen.”
In diesem Sinne würden für die umfassende Sanierung des DGH in Merlau und für die historische Hofstatt rund 230.000 Euro Landesmittel aus dem hessischen Dorferneuerungsprogramm bereit gestellt. Kommunikationsstrukturen verschiedenster Art – Bürgerhäuser, Dorfplätze, Jugendräume – seien wichtig, damit soziale Prozesse aktiviert werden, betonte der Landrat weiter. Das steigere die Attraktivität der Dörfer.
Es sei gut und richtig, dass die Kommunen auch in finanzschwachen Zeiten Geld in die Hand nähmen. “Das kommt spürbar auch der regionalen Wirtschaft zugute”, so Marx.
Nachhaltige Finanzierbarkeit
Vor dem Hintergrund relativ leerer Kassen und den absehbaren demografischen Veränderungen – Bevölkerungsrückgang, Wegzug junger Leute, alternde Gesellschaft -Â sei bei der Bereitstellung öffentlicher Infrastruktur ein besonderes Augenmerk auf die nachhaltige Finanzierbarkeit und Auslastung zu legen.
“Wir brauchen insgesamt kleinere, auf die Zukunft ausgerichtete Einrichtungen, die flexibel und multifunktional gestaltet werden können”, so Margit Wagner, verantwortlich für Dorf- und Regionalentwicklung in der Kreisverwaltung. Die Funktionen solcher Dorfzentren können vielfältig sein und kulturelle Angebote, wie Vereinsräume, mit privaten und Verwaltungsdienstleistungen oder Serviceangeboten und neuen Medien verbinden. Gerade auch durch die Vernetzung von ehrenamtlich Tätigen mit Kirchen und sozialen Trägern können neue Versorgungsangebote in Gang gebracht werden.
Dorfentwicklung sei als Plattform zur Zukunftsgestaltung unserer Dörfer in Eigeninitiative der Bürger und Bürgerinnen zu verstehen. Es gebe eine Vielzahl von Facetten, die ein Dorf mit ihrer Kommune bearbeiten könne, so Wagner.
Beratungsangebot
In den Dorferneuerungsschwerpunkt Mücke-Flensungen/Merlau/Kirschgarten flossen bisher bereits über 580.000 Euro Fördermittel für öffentliche und private Vorhaben, das entspricht einem Investitionsvolumen von rund 1,2 Millionen Euro. Für private Bauherren stehe das umfassende kompetente Beratungsangebot durch das Amt für den ländlichen Raum der Kreisverwaltung und das Planungsbüro Kind zur Verfügung, hob Landrat Marx hervor.
Bei dem aktuellen Projekt DGH Merlau und Hofstatt handelt es sich um die Sanierung der denkmalgeschützten Gebäude im Bestand. Zudem wird das DGH energetisch verbessert und behindertengerecht zugänglich gemacht. Die Kleiderkammer des Roten Kreuzes findet im Dachgeschoss ihren neuen Platz.