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Standortfrage geklärt! Stationäre Kinder- und Jugendpsychiatrie wird am HJK gebaut

090924_KJP2Fulda. Die Standortfrage für die stationäre Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (KJP) ist geklärt: Die medizinische Fachabteilung des Herz-Jesu-Krankenhauses wird direkt am HJK – zwischen dem im März 2009 eröffneten zweiten Pflegetrakt und dem Personalparkplatz – entstehen. Ursprünglich war an dieser Stelle der Neubau der Erwachsenenpsychiatrie vorgesehen. Diese wird nach den jüngsten Planungen am Klinikum Fulda bleiben.

Nach den lebhaften öffentlichen Diskussionen über die stationäre KJP, die in der „Elisabethen-Klinik“ in der Hundeshagenstraße eingerichtet werden sollte, haben das HJK, die Stadt und das Klinikum Fulda innerhalb kürzester Zeit diese einvernehmliche Lösung gefunden. Die Pläne sind ebenfalls auf Zustimmung beim Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit gestoßen.

Das neue Gebäude am Standort HJK (Buttlarstraße), mit dessen Bau bereits im Juni dieses Jahres begonnen wurde, soll in zwei Bauabschnitten fertig gestellt werden. Ende 2010 sollen die stationäre Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie und im Jahr 2011 ein neuer Zentral-OP in Betrieb genommen werden. In einem weiteren Bauabschnitt werden wichtige Funktionsbereiche wie beispielsweise das Labor, die stationäre Radiologie sowie ein neues Entbindungszentrum entstehen.

Die für den Bau der Erwachsenenpsychiatrie bewilligten Fördermittel des Landes Hessen in Höhe von 19,25 Millionen Euro werden nach Angaben des Ministeriums für den Bau der Kinder- und Jugendpsychiatrie am HJK genutzt. Für den 2. Bauabschnitt hat das Ministerium die 4,3 Millionen Euro in Aussicht gestellt, die für den Umbau der Elisabethen-Klinik im Konjunkturprogramm eingeplant waren.

Angesichts der hohen Zahl der betreuungs- und behandlungsbedürftigen Kinder und Jugendlichen im Versorgungsgebiet (Landkreise Fulda, Bad Hersfeld-Rotenburg und Main-Kinzig-Kreis) hat das Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda bei der Regionalen Krankenhauskonferenz und dem Gesundheitsministerium in Wiesbaden einen Antrag auf eine bedarfsgerechte Erhöhung der Behandlungsplätze gestellt.

So soll die Zahl der stationären Betten von 30 auf 51 erhöht werden. Hinzu sollen 48 teilstationäre Plätze kommen – 16 tagesklinische Plätze im Neubau am HJK, die bestehenden 16 Plätze in der Tagesklinik am Aschenberg sowie 16 Plätze in der Tagesklinik, die am Schwesterkrankenhaus St. Elisabeth in Bad Hersfeld gebaut wird. Für diese Baumaßnahme in Bad Hersfeld wurden dem HJK 1,5 Millionen Euro aus dem Krankenhausinvestitionsprogramm zugesagt.

Bis zur Inbetriebnahme des Neubaus am HJK soll vorübergehend eine Tagesklinik mit 16 bis 20 Behandlungsplätzen in der „Elisabethen-Klinik“ am Frauenberg eingerichtet werden. „So können wir kurzfristig die lange Warteliste in der Tagesklinik am Aschenberg abbauen und gleichzeitig unseren Personalstamm in der KJP erweitern“, erklärt HJK-Geschäftsführer Alexander Schmidtke. Eine bauliche Erweiterung der „E-Klinik“ sei nicht vonnöten.

Laut Schmidtke wurde jetzt eine sehr gute Lösung im Sinne der Patienten und der beiden Kliniken gefunden: „Der Standort am HJK ist nun ideal.“ Der Geschäftsführer hofft auf einen positiven Bescheid der Regionalen Krankenhauskonferenz.

„Mit dieser geplanten Erweiterung der Kapazitäten können wir den betreuungs- und behandlungsbedürftigen Kindern und Jugendlichen viel besser gerecht werden. Mit dem Ausbau der KJP in Fulda und Bad Hersfeld werden voraussichtlich über 100 neue Arbeitsplätze entstehen, das darf in Zeiten der Wirtschaftskrise auch einmal erwähnt werden“, so Schmidtke, „und nicht zuletzt lösen sich einige bauliche Probleme an unserem Krankenhaus viel schneller als gedacht.“

Die Kooperation mit dem Klinikum Fulda und der Stadt Fulda bezeichnet Schmidtke als zwischenzeitlich sehr vertrauensvoll und konstruktiv. „Diese schnelle Lösung war nur möglich, weil Klinikum, Stadt, Landkreis, das Land Hessen und das HJK an einem Strang gezogen haben.“

Oberbürgermeister und Klinikum-Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Möller dankt allen Beteiligten und betont: „Wir begrüßen die Einigung sehr. Der Krankenhausstandort Fulda ist gestärkt und beide Kliniken haben nun die nötige Planungssicherheit, um ihre Häuser abgestimmt weiterzuentwickeln.“

Der Kooperationsvertrag von 2005 soll entsprechend modifiziert werden. Ein Entwurf liegt dem Ministerium bereits zur Prüfung vor.

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