Kaltenlengsfeld. Zum ersten Mal fand in der Rhön ein Sensenwettstreit statt. Insgesamt 24 Männer und zwei Frauen aus nahezu ganz Thüringen waren gegeneinander angetreten. Allerdings ging es nicht um Schnelligkeit, sondern um die Perfektion der Mahd per Hand. „Wir wollen mit diesem Wettbewerb eine alte Tradition der Rhön erhalten“, sagte Kaltenlengsfelds Bürgermeister Klaus Hesse. In der heutigen Zeit der immer mehr zunehmenden Motorisierung und Modernisierung sei es wichtig, eine traditionelle Bearbeitungstechnik wie das Mähen mit der Sense auch für nachfolgende Generationen zu erhalten. „Ich bedaure es ein wenig, dass sich keine Jugendlichen als Teilnehmer gemeldet haben. Das beweist uns aber andererseits, dass es notwendig ist, diese Tradition wieder aufleben zu lassen“, ergänzte Hesse. Der jüngste Mäher war knapp über 20 Jahre alt.
Organisiert wurde der erste Rhöner Sensenwettstreit von der Gemeinde und der Folkloregruppe Kaltenlengsfeld im Rahmen der Tage des Thüringer Brauchtums. Die Idee, einen solchen Wettbewerb auszutragen, stammt aus dem zweiten Thüringer Biosphärenreservat, dem Vessertal. Die beiden Kaltenlengsfelder Klaus Hesse und Manfred Trender hatten dort bereits an einem Sensenwettbewerb teilgenommen. „Wir haben uns gedacht, so etwas passt auch in unser Biosphärenreservat“, meinte Hesse.
Bewertet wurden zum einen die Mahd und zum anderen der Untergrund. Bei der Mahd ging es um gerade Schwaden und die gleichmäßige Lage der Grünmasse. Der Untergrund wurde hinsichtlich einer gleichmäßigen und restlos gemähten Mähfläche untersucht. Drei Punktrichter prüften mit kritischen Blicken, ob die Kriterien eingehalten wurden: der Leiter der Thüringer Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön Karl-Friedrich Abe, der ehemalige Vorsitzende der Agrargenossenschaft „Rhönperle“ Kaltennordheim Werner Pabst und Manfred Trender aus Kaltenlengsfeld. Die am weitesten angereisten Teilnehmer stammten aus Harras, Trusetal und Friedrichroda. Die meisten kamen aus dem direkten Umfeld der Thüringer Rhön.
Bei den Männern siegte Arnd Hölzer aus Friedrichroda mit 57 von 60 Punkten vor Hubert Leister aus Föhlritz mit 56 Punkten und Lothar Möller aus Mittelsdorf mit 55 Punkten. Rosi Hübner aus Kaltenlengsfeld erreichte 54 Punkte und Annerose Hesse aus Kaltenlengsfeld 52 Punkte.