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Vier Wochen in Rhöner Kochtöpfen gerührt – Köchin aus Partnerbiosphärenreservat „Krueger to Canyons“ zu Gast

090918_marzena21Oberelsbach / Hermannsfeld / Bischofsheim. „Dumbplings“ – Klöße, sagt Maggie Mmaleko Komana entzückt, wenn man sie fragt, welches Gericht aus Deutschland sie auch in ihrer Heimat einführen will. Die Köchin aus dem Partnerbiosphärenreservat der Rhön „Krueger to Canyon“ in Südafrika arbeitete jetzt vier Wochen in verschiedenen Restaurants der Rhön. Außerdem sah sie sich in der Hauswirtschaftsschule von Bischofsheim um.

Der Aufenthalt der Südafrikanerin geht auf die Partnerschaft des bayerischen Teils des Biosphärenreservats Rhön mit dem Biosphärenreservat „Krueger to Canyon“ in Südafrika zurück, die im vergangenen Jahr auf der Vertragsstaatenkonferenz zur Biodiversi- tätskonvention in Bonn besiegelt wurde. Bislang sahen sich Delegationen aus beiden Ländern in ihrem Partnerbiosphärenreservat um und konnten dabei sowohl persönliche als auch wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen knüpfen. „Das Besondere an der Partnerschaft ist, dass sie vor allem durch lokale Akteure in beiden Ländern gestaltet wird. Die Idee, eine Köchin aus einem Biosphären-Partnerbetrieb in Südafrika für eine Fortbildung in die Rhön einzuladen, haben wir daher gerne unterstützt“, bekräftigt Dr. Doris Pokorny von der Bayerischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön, die die Partnerschaftsprojekte federführend koordiniert.

Untergebracht war Maggie Mmaleko Komana bei Ulrike und Jens Lilienbecker vom Jagdschloss Fasanerie im thüringischen Hermannsfeld, die den Austausch initiiert haben.  Kennen gelernt hatten sich die Lilienbeckers und Maggie in Südafrika, als sie gemeinsam an einem Kochfestival teilnahmen. Bei diesem so genannten „Bush-Banquet“ wurde unter einfachsten Bedingungen wie in der Wildnis, ohne Strom und mit selbst gebautem Herd, auf hohem Niveau gekocht. Maggie und Ulrike traten gemeinsam für das Team „Kruger to Canyons & Rhön“ an und kreierten ein Rhöner-afrikanisches Menü, nämlich Straußenfilet mit Dinkelrisotto, das bei der Jury sehr gut ankam. Eine weitere Zusammenarbeit lag somit nahe.

090918_marzena22Die bayerische Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön organisierte nun für Maggie den Aufenthalt in der Rhön, und die UNESCO sponserte den Flug für dieses ungewöhnliche Vorhaben. Aus eigener Tasche hätte die Südafrikanerin die vier Wochen in der Rhön nicht bezahlen können. Im Biosphärenreservat Rhön, erzählte Maggie, sah sie in verschiedene Kochtöpfe. Sie half nicht nur in der Fasanerie mit, sondern auch im Hotel Sturm in Mellrichstadt sowie im Hotel Krone in Seiferts und lernte viele Rhöner Spezialitäten kennen. Zudem wurde sie auf dem Biohof Gensler in Poppenhausen in die Kunst des Brotbackens eingeweiht. „Es gibt eine ähnliche Philosophie in der Gastronomie der Biosphärenreservate Rhön und Krueger to Canyon“, so Ulrike Lilienbecker. In beiden Küchen setze man auf qualitativ hochwertige regionale Produkte, die ohne viel „Firlefanz“ zubereitet werden.

Die 31-jährige Maggie glaubt, dass ihr der Auslandsaufenthalt bei ihrer beruflichen Laufbahn in Afrika sehr nützlich sein kann. Sie ist beeindruckt von dem Stolz, mit dem die Rhöner ihre Produkte vermarkten, und ihr gefällt die Sicherheit in Deutschland. Als sie in Hermannsfeld ankam, war eine ihrer ersten Fragen, ob es wilde Tiere in der Rhön gibt. In ihrer Heimat muss sich Maggie, die auf einer Lodge arbeitet, nämlich besonders vor Schlangen, Krokodilen und Flusspferden in Acht nehmen.

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