Fulda. Das Voranbringen der Teilhabe von Menschen mit Behinderung ist eines der großen Aufgaben des Antoniusheims. Als ein wichtiger Baustein der Teilhabe ist zweifelsohne die Teilnahme am ersten Arbeitsmarkt. Die langjährige Erfahrung von «Perspektiva» zeigt, dass eine gelungene Teilhabe am Arbeitsleben gut vorbereitet und begleitet werden muss. Dies gilt nicht nur für junge Menschen mit Lernbeeinträchtigungen, sondern auch für die Gesellschaft, Unternehmen und Arbeitgeber. Neben dem erfolgreichen Projekt «Perspektiva», wird das Antoniusheim daher zukünftig mit der Schule zur Berufsvorbereitung «Startbahn» weitere Möglichkeiten für Jugendliche mit Förderungsbedarf etablieren.
Wie positiv sich eine solche Zusammenarbeit für Arbeitnehmer und Arbeitgeber auswirken kann, zeigen die zahlreichen positiven Beispiele von Unternehmen in der Region. «Die Einstellung von Sven ist eine Bereicherung für unsere gesamte Belegschaft», erzählt Ralf Schaub vom Palettenwerk Krenzer in Abtsroda. Die anfänglichen Zweifel und Vorbehalte auf beiden Seiten seien schnell der Euphorie und den positiven Erfahrungen gewichen. Das gesamte Miteinander der Kollegen habe seit der Beschäftigung von Sven einen positiven Schub erhalten. Und auch er kann sich durchaus vorstellen, langfristig in der Rhöngemeinde zu arbeiten. «Ich bin froh, eine solch tolle Arbeit gefunden zu haben. Bei meiner vorherigen Tätigkeit im Holzwerk des Antoniusheims war ich einfach nicht ausgelastet. Heute merke ich abends, dass ich tagsüber was gemacht habe», lacht Sven.
Ähnliche Erfahrungen hat auch Michael Kaufmann von Pappert’s Bäckerei in Poppenhausen gemacht. «Andreas ist seit sieben Jahren in unserem Unternehmen und ich muss ihn heute noch überreden, Urlaub zu machen», schmunzelt der Produktionsleiter. Der Aufgabenbereich seines Mitarbeiters beinhalte zahlreiche verantwortungsvolle Tätigkeiten. Unter anderem werde Andreas in der Arbeitsvorbereitung und Verpackung eingesetzt. Dass ihm seine Arbeit Spaß macht, daran lässt Andreas keinen Zweifel aufkommen. «Solange ich hier bin, gab es noch keinen Ärger. Besonders toll ist, dass man wie alle anderen arbeitet und ein Teil vom Team ist», erzählt er stolz. Neben Andreas sind bei Pappert’s Bäckerei im Laufe der Jahre mehrere Mitarbeiter über «Perspektiva» in Festanstellung gekommen.
Bei der Firma Groma setzt Valerie die Erfolgstory fort. «Wir haben viele positive Erfahrungen mit den Mitarbeiten von «Perspektiva» gemacht und freuen uns, dass Valerie ein so zuverlässiger Mitarbeiter ist», sagt Hermann Schneider, Geschäftsführer von Groma. Die Beschäftigung von Valerie zeige, dass ein Miteinander langfristig wesentlich profitabler ist, als einzelne Menschen auszugrenzen. «Valeries Vorgänger bekam bei uns eine Ausbildung und anschließend einen unbefristeten Arbeitsvertrag», so Schneider. Auch in Zukunft wolle man auf die Arbeitskraft der Mitarbeiter von Perspektiva nicht verzichten.