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MdB Hans-Josef Fell in Fulda

090916_marzena14Fulda. „In China gibt es bekanntlich sehr viele Motorroller, doch davon fährt kein einziger mehr mit Benzin, da China schon seit langem Zweitaktmotoren verboten hat und alle Zweiräder mit Elektromotoren fahren“, berichtete Hans Josef Fell, Mitglied der Grünen Fraktion im Bundestag bei seinem Vortrag in Fulda. „Hier hat China die Zeichen der Zeit erkannt und lange vor Europa die Konsequenzen gezogen. Bei der Herstellung von leistungsfähigen Batterien für Elektromotoren hat Deutschland bereits die Entwicklung verschlafen.“ Ähnlich engagiert zeigten sich die Chinesen bei der Produktion von Modulen für Photovoltaikanlagen, wo sie eine zunehmende Konkurrenz darstellten. „Wir müssen auf erneuerbare Energien setzen und  erkennen, welche Chancen darin liegen, sonst vergeben wir die Möglichkeit, Tausende von neuen Arbeitsplätzen zu schaffen und Technologie zu entwickeln, die erfolgreich exportiert werden können“, betonte der Energieexperte, der das erneuerbare Energien-Gesetz massgeblich mitgestaltet hat.

Sonne, Wind und Wasser böten tausendfach mehr Energie, als die Menschheit überhaupt benötige: „Es gibt keinen Mangel an Energie, sondern nur einen Mangel an Energietechnik, diese Energie auch zu nutzen.“ Beim Weltenergieverbrauch betrage die Nutzenergie der teuren Atomkraftwerke mit ihrer unsicheren Abfallentsorgung weltweit lediglich 2,2 % betrage. Das erneuerbare Energien-Gesetz habe bereits 200 000 neue Arbeitsplätze geschaffen und 120 Mio to CO2 eingespart. Wir müssen weg von fossiler Kohle- und Ölenergie. Die Weltwirtschaft sei aufgebaut auf dem Erdöl und von diesem komplett abhängig. Erdöl sei aber nur noch wenige Jahrzehnte verfügbar:

„In 2030 wird weltweit für eine wachsende Menschheit nur noch die Hälfte an Öl gefördert werden können – wie soll das verteilt werden in einer Welt, in der alles – Ernährung, Transport, Arbeitsplätze, Medizin – vom Erdöl abhängig ist? Wir müssen weg vom Öl, was aber die Erdölindustrie, die noch immer unfassbare Gewinne einfährt, durch Vertrösten auf neue Ölfelder zu verhindern versucht. Diese neuen Felder gibt es nicht.“Darum dürfe auch keine Autoindustrie subventioniert werden, die noch immer nicht begriffen habe, dass sie andere,  sparsamere Autos oder auch Elektroauots bauen müsse. Durch erneuerbare Energien könnte es bis in 10 Jahren 500 000 neue Arbeitsplätze geben. Energie müsse eingespart und Emmissionen vermieden werden. Urwaldabholzungen müssten gestoppt, stattdessen Wälder aufgeforstet werden. Durch großflächige Aufforstung könnten Pflanzen CO2 aus der Luft holen, Humus aufbauen und Erossion verhindern, was dem Wasserhaushalt aller Länder und damit auch der Ernährung zugute käme.

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