Fulda. Am 09.09.2009 fand im Kurfürstlichen Schloss in Mainz die Jahrestagung der Transplantationsbeauftragten der Region Mitte (Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) statt. Anlässlich dieser Jahrestagung wurde das Klinikum Fulda wegen seiner hervorragenden Leistungen im Bereich der Organspende durch die zuständigen Gesundheitsministerien der drei Länder und durch die DSO geehrt.
Die Auszeichnung hebt die wichtige Arbeit der Transplantationsbeauftragten und des Personals der Intensivstationen und der OP-Abteilungen in der Gemeinschaftsaufgabe Organspende hervor. Die DSO ist in Deutschland verantwortlich für die Koordination der Organspende. Sie nimmt die Meldungen möglicher Organspender entgegen und sorgt dafür, dass danach alle notwendigen medizinischen Schritte vollzogen werden, damit Organe entnommen, an geeignete Patienten vermittelt und transplantiert werden können.
Nahezu 12.000 schwer kranke Menschen setzen in Deutschland ihre Hoffnung in die Transplantation eines Organs. Das Überleben und die Lebensqualität dieser Patienten hängen von der Bereitschaft der Mitmenschen ab, Organe nach dem Tod zu spenden. Leider war im Jahr 2008 die Zahl der gespendeten Organe in der Region Mitte und insbesondere auch in Hessen deutlich rückläufig. Insbesondere in den Universitätsklinika wurden wesentlich weniger Spender als in früheren Jahren gemeldet. Diesem Trend entgegen fanden im Klinikum Fulda im Jahr 2008 mehr Organentnahmen statt als zuvor.
So wurden im Jahr 2008 Herz, Bauchspeicheldrüse, Leber und Nieren von 12 Verstorbenen entnommen gegenüber 5 Patienten 2007. Die Organentnahmen werden von einem Team aus Allgemeinchirurgen (unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Achim Hellinger und seinen Oberärzten Dr. Rüttger, Dr. Witzleb) und Urologen des Klinikums Fulda entnommen. 19 Nieren, darunter 3 Lebendtransplantationen, wurden im Klinikum Fulda durch Prof. Dr. Tilman Kälble und sein Team der Klinik für Urologie und Kinderurologie (Ltd. Oberarzt Dr. Fischer, Oberarzt Dr. Alt) erfolgreich transplantiert.
Nicht nur die Steigerung der Anzahl der Organspender war Anlass für diese besondere Auszeichnung des Klinikums Fulda, sondern auch die hier realisierte perfekte Organisation. „Alle Disziplinen, die zum erfolgreichen Ablauf einer Organspende benötigt werden, arbeiten konstruktiv zusammen“, erläuterte der Direktor der Medizinischen Klinik III, Prof. Dr.Winfried Fassbinder, in seiner Funktion als Vorsitzender des Fachbeirates der DSO-Region Mitte. Dazu gehören die unterstützende Einstellung der Klinikumsleitung, die Aktivitäten der Selbsthilfegruppen und Ärzte des Klinikums bei zahlreichen Informationsveranstaltungen für Laien sowie in Schulklassen einschließlich der Erfolge des Nierentransplantationszentrums, was alles eine positive Grundeinstellung in der Region zum Thema Organspende bewirkt. Dadurch erhöht sich nicht nur die Anzahl der gespendeten Organe, sondern auch deren Qualität, was wiederum den Erfolg der anschließenden Organtransplantation sehr günstig beeinflusst.