Schotten. Deutlich mehr Besucher als erwartet kamen zum zweiten Bioenergie-Forum am Mittwoch (08-07-2009) in die Schottener Festhalle, um sich über die Hintergründe und Ziele der neuen Bioenergie-Region zu informieren. Neben Vertretern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft fanden auch viele interessierte Bürgerinnen und Bürger den Weg in den Vogelsberg. Damit bot sich dem Projektteam aus KEM, den beiden Regionen Gießener Land und Vogelsberg sowie dem Institut für ländliche Strukturforschung aus Frankfurt (IFLS) der ideale Rahmen, sich einem breiten Publikum vorzustellen.
Wieviel Engagement und Leidenschaft im Thema Bioenergie steckt, verdeutlichte die Bürgermeisterin Schottens, Susanne Schaab-Madeisky, die als Hausherrin den Reigen der Grußworte eröffnete. Sie verwies unter anderem auf die in Bürgerinitiaitve entstandene „Schotten Solar GmbH“, die mit einem Kapital von insgesamt 250.000 Euro den Ausbau von Solaranlagen auf kommunalen Dächern der Stadt vorantreibt.
Für den Vogelsbergkreis dankte Landrat Rudolf Marx in seiner Rede den handelnden Akteuren der Bioenergie-Region und zeigte sich über die Kooperation mit dem Landkreis Gießen sehr erfreut. Laut Marx sei die Bioenergie-Region eine gute Möglichkeit, inhaltlich an die Erfolge der auslaufenden BioRegio Holz anzuknüpfen.
Kreisbeigeordneter Karl-Reinhard Philipp sah für den Landkreis Gießen einen „weiteren wichtigen Meilenstein im bioenergetischen Bereich“ erreicht. Auch er dankte den Akteuren der beiden Regionen und gratulierte zu deren Erfolg. Der Kreisbeigeordnete wörtlich: „Man kann an diesem Beispiel sehr schön sehen, was man gemeinsam erreichen kann, wenn man über seinen eigenen Tellerrand hinausblickt.“
Die Grüße der Landesregierung überbrachte Dr. Anna Runzheimer in ihrer Eigenschaft als Leiterin der Landwirtschaftsabteilung im Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Runzheimer berichtete in ihrem Redebeitrag von den Anstrengungen des Landes zum Ausbau von Erneuerbaren Energien. Bezogen auf die heimische Region bot die Abteilungsleiterin die Hilfe und Unterstützung des Landes an.
Dr. Peter Moser vom Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien mit Sitz in Kassel erläuterte in seinem Vortrag unter anderem die Bedeutung des Klimaschutzes für die Umwelt. Nur wenn man die bisherigen Anstrengungen weiter intensiviere, könne es gelingen, die drohende Erderwärmung zumindest teilweise zu stoppen. Deshalb sei auch der Aufbau von regionalen Energieversorgungsstrukturen zunehmend wichtiger. Moser meinte damit konkret vor allem die Möglichkeit, Energie vor Ort beispielsweise durch Biomasseanlagen zu gewinnen und diese anschließend auch zur Versorgung der Region zu nutzen.
Wie die Bioenergie Mittelhessen sich zukünftig aufstellen will und was Ihre Ziele sind, darüber referierte Peter Momper, Geschäftsführer der KEM, in seiner Präsentation. Momper ging zunächst auf die Historie zur Schaffung der Bioenergie-Region ein. So sei der Gewinn des Bundeswettbewerbs ein echter Erfolg für die Region, dem ein „hartes Stück Arbeit vorausgegangen sei“. Aber auch die künftige Struktur mit Steuerungsgruppe, Arbeitsgruppen, Geschäftsführung und Fachbeirat sei eine große Herausforderung, die es zu meistern gelte. Momper formulierte abschließend, dass die Förderung zwar nur eine kurze Zeitspanne umfasse, man aber davon ausgehen könne, dass die Bioenergie-Region auch anschließend fortbestehen werde. „Wir arbeiten hier nicht nur für drei Jahre, sondern wollen nachhaltig die Region im Bereich Bioenergie voranbringen“, hob Momper hervor.
Nach der von Dr. Ulrich Gehrlein vom IFLS moderierten Diskussionsrunde mit Vertretern aus dem Bereich Erneuerbare Energien, bot eine Ausstellung den Teilnehmern des Bioenergie-Forums eine Übersicht über bereits bestehende Verbände, Unternehmen und Technologien.
Alle Vorträge und weitere Informationen sind in Kürze im Internet auf www.bioenergie-region-mittelhessen.de zu finden.

