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Weihbischof Johannes Kapp beging 80. Geburtstag mit Gläubigen aus nah und fern

Fulda (bpf). „Das Bistum Fulda in seiner Ganzheit ist mir zur Heimat und Familie geworden“, stellte Weihbischof Johannes Kapp am Donnerstag im Hohen Dom zu Fulda heraus. In einem feierlichen Pontifikalamt in der vollbesetzten Kathedralkirche unterstrich der Jubilar vor Gläubigen aus nah und fern, wie wichtig es sei, „daß wir uns dieser Familie zwischen Bad Karlshafen und Bergen-Enkheim, zwischen Marburg und dem Geisaer Land auch alle bewußt sein und sie leben müssen“. Mit Kapp konzelebrierten Diözesanbischof Heinz Josef Algermissen und Weihbischof Dr. Karlheinz Diez, Bischof Dr. Joachim Wanke und Weihbischof Hans-Reinhard Koch aus Erfurt, der emeritierte Würzburger Bischof Dr. Paul-Werner Scheele sowie Kapps Firmpate Pfarrer i. R. Franz Heim aus Bad Orb, sein Bundesbruder Monsignore Berthold Richardt aus Heiligenstadt und der Pfarrer sein Taufpfarrei Hofgeismar, Martin Schöppe. Diese hatte Weihbischof Kapp zu Beginn des Gottesdienstes ebenso begrüßt wie die Mitglieder des Domkapitels, seine Familie und die Gläubigen, die aus allen Teilen des Bistums angereist waren, um mit ihm Gott für diesen Tag zu danken. Beim anschließenden Empfang im Innenhof des Bischöflichen Priesterseminars hatten die Gläubigen bei sonnigem Frühlingswetter Gelegenheit zu persönlicher Gratulation und Gespräch mit dem Jubilar.

Fotos (101): Elisabeth Miller & Markus Jakobi

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„Ich danke Gott und freue mich wie’s Kind zur Weihnachtsgabe, daß ich bin, bin!“, hatte Weihbischof Kapp in seiner Predigt den Dichter Matthias Claudius zitiert und den Festtag als ein großes Geschenk bezeichnet. Dabei erinnerte er sich daran, wie seine Eltern in Liebe und treuem Glauben „in extremer Diaspora meine Geschwister und mich erzogen und uns Beispiel gegeben“ hätten. Aufgewachsen auf einem Hof zwischen Äckern und Weiden, hatte Kapp mit seinen Geschwistern eine tiefreligiöse Erziehung genossen und war als Junge nach Fulda ans Bischöfliche Konvikt gekommen. „Auch wenn das politische System und die zunehmend spürbare Kriegssituation das alltägliche Lebensgeschehen mehr und mehr dämpften, gab und gibt es auch für vieles in dieser Zeit zu danken, für manches sogar sehr“, hob er hervor. Als 15jähriger mußte der den „Fuldaer 11. September“ miterleben, als im Bombenangriff von 1944 23 Mitschüler und der sterbenden Direktor ihr Leben ließen. Nach 1945 habe es wieder Freiheit zum Atmen und neuem Aufbruch in kirchlicher Jugendarbeit wie auch zu Mitgestaltung des öffentlichen Lebens gegeben. „Wir suchten Vorbilder und fanden sie in Priestern und Lehrern, in Dozenten und Literaten, in Dichtern und Politikern.“ Zu Zehnt seien er und die weiteren Weihekandidaten nach Schule und Studium dann vor 55 Jahren an den Weihealtar getreten. Als Neugeweihte landete er wieder im Konvikt und in der Steinschule. „Vier Jahre Jugendleben unter einer wieder prägenden Priestergestalt Pius Burkardt, mit hilfreichen Kollegen und wachen, wachsenden und manchmal anstrengenden Schülern, die mich mitwachsen ließen“, rief er in Erinnerung.

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Die nächste Station, die ihn prägte, war die Zeit als Kaplan bei Pfarrer Alfons Lins in Bad Orb, „wo ich ein offenes Pfarrhaus, eine weltoffene Kirche, eine Pfarrgemeinde mit sechseinhalbtausend Katholiken und alterfahrenem Mitkaplan und damals noch zahlreichen Kurgästen antraf“. Zwölf Jahre lang sei er dann selber an dessen Stelle getreten, ehe ihn Bischof Dr. Eduard Schick als Regens ins Priesterseminar holte. „Wieder in der Stadt meiner Schul- und Jugendzeit sowie meines ersten Einsatzes, begann jetzt der Dienst in der mir schon immer nahen Berufungspastoral und weitete sich zunehmend in die Begleitung und Verantwortung für die verschiedenen pastoralen Berufe.“ Schließlich folgte eine Fülle von Aufgaben: Weihbischof, Bischöflicher Beauftragter für die Ständigen Diakone; Personalreferent für die Priester und auch die Gemeindereferentinnen, Firmtermine, Domrenovierung, alles in allem: „geschenkte Zeiten und geschenkte Dienste“. Allen Menschen habe er zu danken, die seinen Dienst mitbegleitet und mitgetragen hätten, so Kapp weiter. In Gott und durch ihn hätten alle die „verheißene Bleibe“ sowie Freude und Anteil an seiner Freundschaft.

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Schlußwort von Bischof Algermissen: „Sorge um geistliche Berufe als roter Faden“
„Es ist für mich ein persönliches Geschenk miterleben zu dürfen, daß Du bei all Deinen Ämtern und Diensten über Jahrzehnte das tiefe Vertrauen auf einen tragenden und führenden Gott nicht verloren hast“, wandte sich Bischof Algermissen am Ende des Pontifikalamtes an den Jubilar und überreichte ihm eine Sammlung mit dessen Predigten bei Requien von verstorbenen Priestern und Diakonen, die in Buchform erschienen ist. „Weihbischof Kapp begleitete junge wie auch alte Priester und Diakone auf ihrem letzten Weg und fand für sie alle persönliche Worte.“ Das Buch sei ein Zeichen von Kapps tiefem Glauben und zugleich eine wertvolle Chronik Fuldaer Geistlicher, so der Oberhirte.

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Kapp habe ihm vor Jahren einmal verraten, daß die Jahre in Bad Orb seine glücklichsten gewesen seien, erinnerte sich der Bischof. „Ich denke, diese 17 Jahre konkreter Seelsorge haben Dir Augenhöhe zu den Menschen geschenkt, waren die beste Disposition für Deinen bischöflichen Dienst.“ Seitdem Johannes Kapp 1975 Regens, 1976 Weihbischof und 1977 Bischofsvikar für die Priester, Ständigen Diakone und Laien im hauptamtlichen pastoralen Dienst wurde, hätten sich die Sorge um geistliche Berufe mehr und mehr zum „roten Faden“ seines Lebens entwickelt. „Selbst vom Kernproblem des Priestermangels innerlich tief betroffen, versuchtest Du immer wieder, in Predigten, Vorträgen und durch engagierte Mitarbeit in der Kommission ‚Geistliche Berufe’ der Deutschen Bischofskonferenz die Menschen in unseren Gemeinden zu berühren.“

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Kapps Sorge habe von jeher den Priestern und Diakonen der Diözese, besonders den kranken und alten und denen in Grenzsituationen, gegolten. „Du hast Dich durch mitbrüderliche Sorge, geduldiges Zuhören und auch durch das stellvertretende Gebet um die Priester und Diakone unserer Diözese verdient gemacht.“ Treue bewähre sich in den kleinen Dingen des Alltags, im Festhalten an Vorsätzen, im Einlösen eines gegebenen Versprechens, und von elementarer Bedeutung sei die Treue des Menschen zu den grundlegenden Entscheidungen seines Lebens, so in der Ehe, in der Priesterweihe oder in der Ordensprofeß. „Treue ist die Fähigkeit und die Bereitschaft, durch alle Wandlungen hindurch und allen Schwierigkeiten zum Trotz unverbrüchlich zu einer einmal getroffenen Entscheidung zu stehen.“ Auf vielfältige Weise habe Kapp Gottes Treue in den vergangenen Jahrzehnten erfahren dürfen. Daraus habe dieser je neu Mut und Kraft geschöpft, den Weg „mit aufrechtem Gang“ zu gehen, der ihn bis zum „heutigen großen Geburtstag“ geführt habe.

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