Die Arbeitslosenquote von Ungelernten in Hessen ist in den letzten drei Jahren gesunken. Lag die Quote 2015 noch bei 18,1 Prozent konnte für 2017 bereits ein Rückgang auf 16,7 Prozent verzeichnet werden. Insgesamt wurde im Jahresdurchschnitt 2017 in Hessen eine Quote von 5,0 Prozent erreicht.
Von der guten Konjunkturentwicklung profitierten demnach auch Arbeitslose, die keine Berufsausbildung vorweisen können. Dennoch ist das Risiko von Ungelernten, arbeitslos zu sein, erheblich größer als von ausgebildeten Erwerbspersonen. Ihre Arbeitslosenquote war etwa sechsmal so hoch wie für Personen mit einer abgeschlossenen beruflichen Ausbildung, deren Quote bei 2,7 Prozent lag. Akademiker schnitten am besten ab: Ihre Arbeitslosenquote lag 2017 bei 2,1 Prozent.
Im Vergleich mit dem Bundesgebiet, West- und Ostdeutschland steht Hessen besser da. Bundesweit liegt der Durchschnitt Ungelernter bei 18,7 Prozent und in Westdeutschland bei 17,3 Prozent. Weitaus deutlicher ist der Abstand zu den neuen Bundesländern, die eine Quote von 29,0 Prozent erreichten.
Noch deutlicher zeigen sich die Unterschiede in den hessischen Kreisen und kreisfreien Städten. Im Landkreis Fulda lag die Quote Ungelernter mit 12,1 Prozent am niedrigsten. Die höchsten Werte erreichten die Städte Kassel (27,9 Prozent), Offenbach (24,9 Prozent) und Wiesbaden (24,3 Prozent).
„Die Zahlen belegen den direkten Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und dem Risikofaktor Arbeitslosigkeit. Menschen ohne Berufsausbildung haben im Vergleich zu Menschen mit Berufsabschluss oder Hochschulstudium ein höheres Risiko arbeitslos zu werden. Entsprechend geringer sind ihre Chancen eine Beschäftigung zu finden, und das Risiko langzeitarbeitslos zu werden ist höher. Fehlende Qualifikationen erschweren nachweislich den Weg auf den ersten Arbeitsmarkt“, so Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen.
Mittlerweile haben etwa 66 Prozent aller arbeitslosen Personen in den Jobcentern keine abgeschlossene Berufsausbildung und rund 25 Prozent keinen Hauptschulabschluss. Fast 50,0 Prozent aller Arbeitslosen in den hessischen Jobcentern sind langzeitarbeitslos und damit 12 Monate und länger ohne Beschäftigung.