Ob Handyvertrag, Online-Angebot oder Stromanbieterwechsel – die typischen Verbraucherrechte und -pflichten in Deutschland zu durchschauen, ist für Flüchtlinge oft sehr schwer. Die Verbraucherzentrale Hessen bietet daher in ihrer Beratungsstelle Fulda am Donnerstag, 09.11.2017 von 10 bis 17 Uhr kostenlose Gruppen- und Einzelberatungen sowie leicht verständliche Verbraucherinformationen zum Thema „Verträge sicher abschließen“ an. An diesem Beratungstag sind Dolmetscher in Arabisch, Dari und Farsi vor Ort. Übersetzer aus weiteren Sprachen können bei Bedarf zugeschaltet werden. Eine Terminvereinbarung ist (außer für Gruppenberatungen) nicht erforderlich.
„Betroffenen fehlen oft grundlegende Kenntnisse über Verträge oder Regeln unseres Rechts- und Wirtschaftssystems“, sagt Monika Bracht, Leitende Beraterin der Beratungsstelle Fulda. „Oft sind es daher ganz einfache, praktische Fragen und Sachverhalte, mit denen die Flüchtlinge konfrontiert sind“, so Bracht weiter.
Flüchtlinge schließen zum Beispiel häufig Verträge mit mehreren Energieversorgern gleichzeitig ab, die alle die monatlichen Abschläge abbuchen. Ein weiterer Kostentreiber ist, dass die Energieversorger die Zählerstände nicht ablesen (können) und den Verbrauch dann schätzen.
Ein weiteres Beispiel: Viele Flüchtlinge kündigen ihre mit einem Fitnessstudiovertrag abgeschlossenen Verträge bereits nach wenigen Wochen. Sie wissen nicht, dass diese Verträge erst zum Ablauf der vereinbarten Vertragslaufzeit kündbar sind und stellen mit der Kündigung die Zahlung der Mitgliedsbeiträge ein. In der Folge erhalten Sie Mahnungen und Schreiben von Inkassounternehmen. Ein gerichtliches Mahnverfahren ist nicht selten die Folge.