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Auszeichnungen des 64. Europäischen Schulwettbewerb übergeben

„In Vielfalt geeint“ – so lautete das Motto des 64. Europäischen Schulwettbewerbs, und so ähnlich lässt sich auch das Bild beschreiben, das sich am Donnerstagnachmittag im Marmorsaal des Fuldaer Stadtschlosses bot: 61 Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Schulen in der Stadt Fulda und aus Hünfeld waren zusammengekommen, weil sie alle das Interesse an Europa eint. Sie alle hatten sich auf zum Teil ganz unterschiedliche Weise mit dem Wettbewerbsthema auseinandergesetzt und erhielten Auszeichnungen für ihre erfolgreiche Teilnahme am Europäischen Schulwettbewerb.

Fuldas Bürgermeister Dag Wehner hieß die Schülerinnen und Schüler sowie auch die Lehrkräfte und Schulleiterinnen und Schulleiter der Rabanus-Maurus-Schule, der Winfriedschule, der Freiherr-vom-Stein-Schule, der Marienschule, der Richard-Müller-Schule und der Wigbertschule Hünfeld im Fuldaer Stadtschloss willkommen, auf dessen Turm ja seit nunmehr 40 Jahren als ein besonderes Symbol die Europaflagge weht. Wehner lobte die große Resonanz, die der Wettbewerb seit vielen Jahren gerade in Osthessen finde. Dafür sei nicht nur die kontinuierliche Arbeit des Kreisverbands der Europa-Union ausschlaggebend, sondern auch die Fähigkeit und Bereitschaft von Pädagoginnen und Pädagogen, junge Leute immer wieder aufs Neue für die europäische Sache zu begeistern. Durch seine große Breitenwirkung sei der Wettbewerb nicht zuletzt ein „wichtiges Projekt zur Friedenssicherung in Europa“, so Wehner. Dies gelte umso mehr, als in Zeiten des Brexit und der Eurokrise der europäische Gedanke mancherorts zu erlahmen drohe. Ein positives Zeichen vor diesem Hintergrund sei indes das jüngste Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Flüchtlingspolitik: „Es verdeutlicht jedenfalls, dass Solidarität in Europa keine Einbahnstraße ist“, betonte Wehner.

Auch Stephan Büttner, Kreisvorsitzender der Europa-Union, die bundesweit den Wettbewerb mitorganisiert, meinte mit Blick auf das EuGH-Urteil, die EU sei eben „nicht nur dazu da, mit Fördermitteln hausgemachte Probleme einzelner Mitgliedsländer zu lösen“. Sein Dank galt den versammelten Schülerinnen und Schüler für ihr Engagement. Die Zahl der Teilnehmer habe im Raum Fulda wieder einen Spitzenwert erreicht und auch die Qualität der Beiträge spreche durch die Vielzahl der Preise für sich.

Zusammen mit Bürgermeister Wehner nahm Büttner die Auszeichnungen vor: Es gab 35 Anerkennungspreise, 21 Landespreise und sogar vier Bundespreise. Letztere waren bereits Anfang Mai in Wiesbaden an die vier Marienschülerinnen Isabell Korger, Johanna Reichardt, Lina Marie Heimroth und Lena Neidert verliehen worden. Gleichwohl wurden deren Leistungen auch im Fürstensaal noch einmal ausführlich gewürdigt. Nicht an der Feier teilnehmen konnte indes Lina Marie Heimroth – sind befindet sich gerade auf einer Reise nach Brüssel, was auch einen Teil des Bundespreises darstellt. „Garniert“ waren die Auszeichnungen mit verschieden Geschenken und Gutscheinen.

Einige Preisträger der unterschiedlichen Altersgruppen stellten anschließend die Ergebnisse ihrer künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Wettbewerbsthema vor. Eine Besonderheit war der Projektpreis für eine Klasse der Winfriedschule: Fächerübergreifend hatten die Lehrerinnen und Lehrer mit dieser Klasse den Lauf der Donau durch Europa unter die Lupe genommen und Aspekte dazu aus den Bereichen Kunst, Literatur, Erdkunde und Musik zu einem fünfminütigen Film verarbeitet.

Eine besondere Ehrung aus den Händen von Stephan Büttner erhielt Oberstudienrat Paul Berbée von der Marienschule: Schließlich waren gleich vier seiner Schülerinnen auf Bundesebene erfolgreich gewesen, was der Europa-Union einen Sonderpreis wert war – auch als Anerkennung für das langjährige Wirken des Pädagogen im Dienst der europäischen Sache.

Hintergrund: Der bereits 1953 ins Leben gerufene Europäische Wettbewerb nicht nur der älteste, sondern auch einer der renommiertesten Schülerwettbewerbe Deutschlands. Jährlich nehmen bundesweit gut 85.000 Schüler und Schülerinnen aus rund 1200 Schulen teil. Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten wird dieser Wettbewerb von der Europäischen Bewegung und der Kultusministerkonferenz organisiert. Finanziert wird der Wettbewerb durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Auswärtiges Amt und der Europa-Union Deutschland.

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