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Junge Flüchtlinge sind auf dem Ausbildungsmarkt angekommen

Dass die aktuelle Zuwanderung von Flüchtlingen eine Herausforderung für die Bundesagentur für Arbeit und den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt darstellt, betonte Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen, in den letzten Monaten bereits mehrfach: „Umso erfreulicher ist es, dass wir fast 2.300 junge, geflüchtete Bewerberinnen und Bewerber aufnehmen konnten und sie seit dem bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützten.“

Etwa 2.000 der geflüchteten jungen Menschen kamen aus den nicht europäischen Asylzugangsländern Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien. Davon hatten zum Stichtag im August bereits 551 einen Ausbildungsplatz gefunden. Die meisten Lehrstellen wurden von jungen Menschen mit afghanischem Pass besetzt: 240. Ihnen folgten Eritreer: 115 und Syrer: 98. Am beliebtesten waren die Ausbildungsberufe: Sanitär-, Heizungs- und Klimatechniker/in, KFZ-Mechatroniker/in, Koch/Köchin, Friseur/in, Elektroniker/in Energie- und Gebäudetechnik sowie Verkäufer/in

„Das ist ein sehr gutes Ergebnis, mit dem wir sehr zufrieden sein können. Die Vorbereitung auf eine Ausbildung ist zeitaufwendig, und viele der jetzt einmündenden jungen Menschen sind bereits länger im Land. Geflüchtete bringen sehr unterschiedliche schulische Kenntnisse mit – je nach Herkunftsland, Bildungssystem oder Dauer der Flucht. Schulabschlüsse und Sprachkenntnisse müssen demnach zeitaufwendig nachgeholt werden. Ich bin optimistisch, dass es gelingen wird, in den nächsten Jahren noch mehr junge Menschen mit einem Ausbildungsplatz zu versorgen“, so Martin. „Eine duale Ausbildung ist ein wichtiger Schritt zur gesellschaftlichen Integration geflüchteter Menschen. Zudem freut es mich, dass diese jungen Menschen vielfach handwerkliche Berufe ergreifen, für die es immer schwerer ist, inländische Jugendliche zu begeistern.“

Gemeinsam mit dem Hessischen Wirtschaftsministerium haben die Regionaldirektion Hessen, der Hessische Handwerkstag und die Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Industrie- und Handelskammern das Projekt Wirtschaft integriert im letzten Jahr ins Leben gerufen.

Tarek Al-Wazir, Wirtschaftsminister des Landes Hessen: „Es war von Anfang an klar: Die Integration der Flüchtlinge ist kein Sprint, sondern ein Marathonlauf. Um ans Ziel zu kommen, braucht man einen langen Atem und einen festen Willen. Hessen hat im Herbst 2015 unverzüglich reagiert und mit der von vielen Beteiligten getragenen Initiative „Wirtschaft Integriert“ jungen Flüchtlingen, aber auch Inländern mit sprachlichem Förderbedarf einen begleiteten Weg in den Arbeitsmarkt eröffnet. Alleine aus dieser Initiative werden 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in diesem Jahr eine Ausbildung aufnehmen, und viele weitere bereiten sich darauf vor.“

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