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Edward Dupeire kommt als US-Soldat in die Region und bleibt hier

Er lebt seit mehr als einem halben Jahrhundert in Deutschland und ist ein Beispiel dafür, wie gut Integration funktionieren kann, wenn Fremde mit offenen Armen empfangen werden. Die Rede ist von Edward “Ed” Dupeire (74) aus Dirlos.

Ed Dupeire kommt als Soldat zu einem Zeitpunkt nach Deutschland, als der Konflikt zwischen Ost und West einen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat. Die Wasserkuppe ist durch die unmittelbare Lage an der Zonengrenze ein strategischer Radarposten der US-Luftwaffe und von besonderer Bedeutung für die NATO. Gerade einmal 19 Jahre alt, nimmt der junge Soldat als Radarexperte hier seine Arbeit auf.

Nach dem Highschool-Abschluss im Mai 1961 ist der junge Mann in die Air Force eingetreten und hat die Grundausbildung in San Antonio/Texas, später die Radarschule in Biloxi/Mississippi, absolviert. Früher als geplant erhält er wegen des Mauerbaus den Befehl, nach Deutschland zu gehen. Im Oktober 1961 wird er in die Aufklärungseinheit auf der Wasserkuppe abkommandiert.

Die meiste Zeit verbringt der junge Amerikaner an seinem Stützpunkt, nur ab und zu kommt er mit der deutschen Bevölkerung in Berührung. Durch die Nachwirkungen des Krieges sind die Menschen in der Region nicht überall gut auf die US-Soldaten zu sprechen und so bleiben viele Armeeangehörige unter sich. Eines Tages wird Ed Dupeire von einem Kollegen, der in Schmalnau verheiratet ist, zu einer Feier eingeladen. Dort lernt er am selben Tag noch seine spätere Ehefrau Barbara kennen und verliebt sich in sie.

Mit Barbara an seiner Seite fühlt sich der junge Mann gut aufgehoben und gewöhnt sich langsam an die deutsche Mentalität. Er verlängert seine Dienstzeit auf der Wasserkuppe und heiratet Barbara im November 1964, als der Tod seines Stiefvaters ihn im Frühsommer 1965 veranlasst, in die Vereinigten Staaten zurückzukehren. Dort bleiben die Dupeires zweieinhalb Jahre, ehe sie an Heiligabend 1967 nach Deutschland zurückkehren. Hier angekommen arbeitet er zunächst im Holzbetrieb seines Schwiegervaters in Schmalnau. Nach weiteren beruflichen Stationen in Berlin und Frankfurt wechselt er 1971 zu Jumo in Fulda, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2006 mehr als 35 Jahre tätig ist.

Wie Ed Dupeire seinen Lebensmittelpunkt in der Region gefunden hat, welche Erfahrungen er und seine Familie mit dörflicher Gemeinschaft gemacht haben und was er mit den drei Gedenksäulen auf der Wasserkuppe zu tun hat, können interessierte Leser im neuen Jahrbuch des Landkreises Fulda nachlesen, das Ende November erscheint und unter dem Rahmenthema “Internationale Beziehungen” steht.

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