Die Zahl der Online-Apotheken in Deutschland nimmt immer mehr zu. So waren bereits 2013 rund 3.000 Versandapotheken in Deutschland angemeldet. Im selben Jahr wurden bei deutschen Internet-Apotheken etwa 16 Millionen Einkäufe getätigt. Darüber hinaus gibt es ebenfalls die Möglichkeit zum Einkauf in Online-Apotheken im europäischen Ausland.
Der Einkauf bei einer Online-Apotheke hat den Vorteil, dass der Kunde einfach über das Internet alle gewünschten rezeptfreien Medikamente bestellen kann. Hierbei kann beim Kauf rezeptfreier Medikamente im Vergleich zu Apotheken vor Ort bis zu 50 Prozent des Listenpreises gespart werden. Versandapotheken haben ein deutlich umfangreicheres Angebot, als Apotheken vor Ort. Sie eröffnen die Möglichkeit, 24 Stunden am Tag einzukaufen und sich alle Artikel direkt nach Hause liefern zu lassen.
Vergleich zu klassischen Apotheken vor Ort
Auch Online-Apotheken bieten eine Kundenberatung an. Stiftung Warentest stellt allerdings fest, dass die fachliche Kompetenz nicht bei jeder Online-Apotheke zufriedenstellend ist. In Bezug auf die Beratung zu rezeptfreien Medikamenten ergibt sich laut der Stiftung Warentest durchaus ein differenziertes Bild. Diese sei zwar bei Apotheken vor Ort solider, dafür sind Versandpotheken besser im Erkennen von Wechselwirkungen.
Aufgrund der neuen Konkurrenz durch die Versandapotheken haben inzwischen auch die klassischen Apotheken vor Ort ihre Serviceleistungen erweitert. So besitzen heute selbst kleinste Apotheken ein erstaunlich großes Warenlager. Sind bestimmte Medikamente nicht verfügbar, werden sie umgehend bestellt und nicht selten noch am selben Tag geliefert. Auch bietet mittlerweile die große Mehrzahl der Apotheken vor Ort einen Lieferservice nach Hause an.
Ein Vorteil von klassischen Apotheken gegenüber Online-Apotheken zeigt sich bei Medikamenten auf Rezept. Sobald es da Unklarheiten geben sollte, sucht eine Apotheke vor Ort auf Wunsch das Gespräch mit dem jeweiligen Arzt. So ist es möglich viel Zeit zu sparen, was insbesondere bei Medikamenten, die gegen eine akute Krankheit verordnet wurden, klar von Vorteil ist.
Veränderungen durch die neue EU-Rechtslage
Kürzlich hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass die in Deutschland herrschende Preisbindung für rezeptpflichtige Medikamente gegen EU-Recht verstößt. Das Urteil eröffnet ausländischen Versandapotheken die Möglichkeit, ihren Kunden Rabatte zu gewähren. Auf diese Weise könnte ein Wettbewerb entstehen, der letztlich den Patienten zugutekommt.
Und es ist schon Einiges in Bewegung gekommen: Die zwei größten ausländischen Online-Apotheken versprechen ihren Kunden schon heute günstigere Arzneimittelpreise. So kündigt die niederländische Versandapotheke DocMorris einen Rabatt von zwei Euro je verschriebener Medikamentenpackung an. Und ihre Landsleute von der Europa-Apotheek bieten ihren Käufern jetzt einen Rabatt an, welcher mit dem Preis des Arzneimittels steigt.
Dieses Urteil schlägt bereits weitere Wellen. So fordert Christian Buse, der Vorsitzende des Bundesverbands deutscher Versandapotheken (BVDVA), dass deutsche Versandapotheken ebenfalls das dürfen müssen, was Versender aus anderen europäischen Ländern erlaubt ist, da es ansonsten zu einer ungerechten Inländerdiskriminierung käme. Kathrin Körber von der niedersächsischen Verbraucherzentrale warnt in der Deutschen Apotheker Zeitung (DAZ.online) davor, dass Betrugsfälle bei Online-Käufen von Arzneimitteln durch das EuGH-Urteil weiter zunehmen könnten.
In jedem Fall ist es sinnvoll, die verschiedenen Online Apotheken zu vergleichen und sich ein eigenes Bild über die Vor- und Nachteile zu machen. Große, etablierte Versandapotheken bieten umfangreichen Service und sichere Bezahlmethoden, das heißt, Bestellungen können bedenkenlos getätigt werden. Bei Unsicherheiten gegenüber einer Internetseite sollte auf Erfahrungsberichte oder, im Zweifel, doch auf die Ladenapotheke vor Ort zurückgegriffen werden.