Written by 8:42 Alle Nachrichten

HessenForst sichert das Vorkommen des seltenen Grünen Besenmooses in Hessen

Das Grüne Besenmoos (Dicranum viride) ist eine stark gefährdete Art in Hessen. Es kommt vor allem in alten Buchenwäldern vor und wird durch die FFH-Richtlinie streng geschützt. HessenForst richtet die Waldpflege und Holzernte streng nach den Bedürfnissen des Mooses aus, um die vorhandenen Vorkommen zu fördern. Im Forstamt Wettenberg haben die Förster mit einem anerkannten Moosexperten vor Beginn der Holzernte potenziell betroffene Buchenbestände begutachtet, um die erforderlichen Maßnahmen naturschutzfachlich optimal durchzuführen.

HessenForst setzt sich seit Jahren für die Erhaltung des Grünen Besenmooses ein: „Bereits 2009 haben die Naturschutzexperten von HessenForst gemeinsam mit einem Moosspezialisten landesweite Artgutachten und einen Artensteckbrief erstellt“, so Detlef Stys, Abteilungsleiter für Waldnaturschutz. In 2012 folgte ein Artenhilfskonzept.

Um die wissenschaftlichen Erkenntnisse in praktische Maßnahmen zu überführen, schulte HessenForst intensiv die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Forstämtern mit Besenmoosvorkommen.

Maßnahmen der Forstämter

Die Forstämter kennen die Vorkommen und stellen durch differenzierte, auf die Ansprüche des Mooses zielgerichtete Maßnahmen dessen Erhalt sicher. Dies sind insbesondere:

  • Markierung und Schonung der durch das Grüne Besenmoos besiedelten Bäume
  • sensible Waldpflege im Umfeld von Besenmoosvorkommen
  • Erhaltung eines geschlossenen Kronendachs im Umfeld der vom Besenmoos besiedelten Bäume zur Vermeidung starker Besonnung des Mooses
  • Beseitigung von beschattendem Jungwuchs, um dem Moos auf besiedelten Bäume ausreichenden Lichtgenuss zu sichern

Das Forstamt Wettenberg ist das Forstamt mit den größten Vorkommen des Grünen Besenmooses in Hessen. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen sich schon seit Jahren für den Erhalt der Art ein. Sie verfügen über spezielles Fachwissen, um das seltene Moos erfolgreich schützen zu können. Dass dies gelingt, zeigt die bisherige Entwicklung“, betont Stys. Sämtliche bekannten Besenmoos-Vorkommen sind erfasst und im Wald gekennzeichnet.

Auch im Bereich des Diethersberg in der Nähe des Hungener Stadtteils Villingen geschieht das mit der erforderlichen Professionalität.

Bevor das Forstamt Wettenberg die aktuelle Holzernte am Diethersberg durchführte, hatten die Förster im Vorfeld mit dem Moos-Experten die Bestände gewissenhaft nach Bäumen mit Besenmoos-Vorkommen abgesucht. Die Bestände, in denen kein Besenmoos wächst, sind zur Holzernte freigegeben worden. Die sonstigen forst- und naturschutzrechtlichen Bestimmungen wurden dabei selbstverständlich beachtet.

In der Nähe der aktuell bearbeiteten Waldabteilungen hat man die altbekannten Vorkommen bestätigt und die Bäume entsprechend gekennzeichnet. Der Gutachter hat Vorgaben für die Holzernte in diesen Beständen und die Pflege der Besenmoos-Bäume formuliert, die eingehalten werden. So haben die Förster zum Beispiel beschattende Naturverjüngungsbäume entfernt – bei der Holzernte müssen in speziellen Fällen weite Abstände von den „Moos“-Bäumen einhalten werden.

Es ist erfreulich, wenn sich Naturschutzverbände wie der NABU für den Erhalt des  Grünen Besenmooses einsetzen. Bevor man jedoch – wie jetzt der NABU-Landesverband – falsche Darstellungen in die Öffentlichkeit setzt, sollte man sich zuerst Vorort gründlich informieren.

Fazit: Die vom NABU behaupteten Schäden am Grünen Besenmoos entsprechen nicht der Realität und entbehren jeglicher Grundlage. Realität ist: Die getätigten Maßnahmen stehen im Einklang mit den Erhaltungszielen der Natura-2000-Richtlinie -  die bekannten Besenmoosvorkommen sind in keiner Weise gefährdet.

 

Gern informiert die Landesbetriebsleitung oder das Forstamt Wettenberg näher zum Thema Grünes Besenmoos. Weitere Informationen zum Artenschutz von HessenForst finden Sie auf unserer Homepage: http://www.hessen-forst.de/naturschutz-artenschutz-1265.html

Visited 2 times, 1 visit(s) today
Close