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„Marke VHS im Bewusstsein der Bevölkerung vor Ort verankern“

Die Volkshochschule des Landkreises Fulda ist vor allem in der Fläche präsent. Sie unterhält nicht nur eine zentrale Geschäftsstelle, in der knapp 20 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt sind, sowie mit dem Georg-Stieler-Haus und dem Eduard-Stieler-Campus zwei weitere Bildungseinrichtungen in Fulda, sondern auch in jeder kreisangehörigen Kommune eine ehrenamtlich geleitete VHS-Zweigstelle. Eine Ausnahme bildet lediglich Burghaun, das von Hünfeld aus mitbetreut wird.

Die VHS-Zweigstellen im Landkreis Fulda gibt es seit dem Entstehen der heutigen Volkshochschulen im Rahmen des Hessischen Volkshochschulgesetzes Anfang der siebziger Jahre. Der Leiter der Volkshochschule des Landkreises, Michael Friedrich, bezeichnet das dichte Netz an Zweigstellen als einen der Erfolgsgaranten der Kreis-Volkshochschule, was sich beispielsweise in jährlich über 15.000 Unterrichtseinheiten in den Städten und Gemeinden bemesse. Deshalb wolle man weiterhin an der bewährten dezentralen Struktur festhalten, auch wenn die Unterhaltung der Zweigstellen mit Kosten von rund 20.000 Euro pro Jahr zu Buche schlage „Wir leisten uns diesen Service aber gerne, weil dadurch die Marke VHS im Bewusstsein der Bevölkerung verankert bleibt.“

Die VHS-Zweigstellenleiter fungieren als Ansprechpartner der Volkshochschule in ihrer jeweiligen Kommune. Nach Aussage von Michael Friederich handelt es sich dabei um gut in die örtliche Gemeinschaft integrierte Personen, deren Tätigkeit für das Gesamtunternehmen Volkshochschule lediglich durch eine bescheidene Aufwandsentschädigung abgegolten werde. Im Gegenzug zeige sich der Landkreis durch einen jährlichen Zweigstellenleiterausflug erkenntlich, bei dem es nicht nur um inhaltliche Impulse für die gemeinsame Arbeit gehe, sondern auch um den persönlichen Austausch. Diese Ausflüge hätten bei allen Beteiligten „einen teilweise legendären Charakter“, erinnert sich der VHS-Leiter und nennt als Beispiel die kulinarische Stadtwanderung durch Fulda.

Eine Hauptaufgabe der Zweigstellenleiter ist es, Kurswünsche von Interessenten aufzunehmen und an die VHS-Geschäftsstelle weiterzugeben, aber auch eigene Vorschläge für mögliche Themen und Kursleiter zu unterbreiten. “Sie wissen aus ihrer spezifischen Kenntnis der örtlichen Verhältnisse am besten, was vor Ort nachgefragt wird, welche Empfindlichkeiten es zu beachten gilt, und wo besondere Rücksichten auf andere Anbieter wie Vereine genommen werden müssen.“ Darüber hinaus kümmern sie sich, falls erforderlich, um die Raumreservierung, legen Programmhefte und Flyer aus, sorgen für die Bekanntgab von Veranstaltungsterminen, schauen zu Beginn der Kurse nach dem Rechten vorbei, leiten Anmeldungen weiter und versuchen bei auftretenden Problemen zu vermitteln.

Das Spektrum der Zweigstellenleiter der Kreis-Volkshochschule ist vielschichtig zusammengesetzt. Waren es nach der Erinnerung von Michael Friedrich in der Vergangenheit zumeist Lehrer und Verwaltungsmitarbeiter, die diese Aufgabe versahen, so hat sich das Bild heute gewandelt. Ganz unterschiedliche Berufe und fast alle Altersgruppen sind vertreten. Unter ihnen gibt es sowohl „Urgesteine“ als auch Neueinsteiger. Die Zweigstellenleiter werden von den örtlich zuständigen VHS-Studienleitern betreut. Auch findet einmal jährlich eine Zweigstellenleiterversammlung statt, um über wesentliche Änderungen und neue Projekte zu informieren. Auf den „Kreisseiten“ sollen im neuen Jahr verschiedene Zweigstellen der Volkshochschule beispielshaft vorgestellt werden.

Foto: VHS-Leiter Michael Friedrich mit Marion Trausch in den neu gestalteten Unterrichtsräumen der Volkshochschule in der Hünfelder Johann-Adam-Förster-Schule. Die 47-jährige Mitarbeiterin der Außenstelle des Landkreises Fulda betreut ehrenamtlich die Zweigstellen in Hünfeld und ihrem Wohnort Burghaun.

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