Written by 8:00 Alle Nachrichten, Gesundheit & Medizin, Kirche

Katholisches Seniorenwerk feierte 30. Geburtstag

Fulda/Hanau/Marburg/Kassel (mz). Mit einer Feierstunde und einem inhaltlichen Vortrag von Frau Dr. Gertrud Haas-Scheuren beging das Katholische Seniorenwerk der Diözese Fulda in der vergangenen Woche sein 30jähriges Jubiläum. „In diesem Jahr haben wir unseren 30. Geburtstag gefeiert. Wir sind ganz besonders Weihbischof Johannes Kapp dankbar, der mit uns gemeinsam die Eucharistie feierte“, so Liselotte Sorg, Vorsitzende (Stadtallendorf) während der Mitgliederversammlung. Tod ist letzte große Aufgabe des Menschen

Der Tag begann mit einem Vortrag von Frau Dr. Gertrud Haas-Scheuren zum Thema „Recht auf den eigenen Tod? – medizinische und ethische Probleme der Sterbehilfe“. Die Gründerin und langjährige Leiterin der Altenpflegeschule in Fulda konstatierte, dass zur keiner Zeit so viel über den Tod gesprochen und publiziert worden sei, wie heute, dass der Tod aber zu einem unbequemen Gedanken geworden sei, den man verdränge. Der Tod sei die letzte große Aufgabe des Menschen. Es komme darauf an, sich im Sterben von den zahlreichen Bindungen, die man das Leben über aufgebaut habe, zu trennen. Für Sterbende sei es deshalb wichtig, begleitet zu werden. Sie seien auf Solidarität angewiesen. Diese Form des Sterbebeistandes sei eine fundamentale ethische und christliche Pflicht, so Dr. Haas-Scheuren.

Sterbende brauchen persönlichen Beistand
Dem gegenüber grenzte die Referentin verschiedene Formen passiver Sterbehilfe ab. Hierbei handele es sich um ethische Fragestellungen, die Ärzte oft vor große Gewissensentscheidungen stellten. In der passiven Sterbehilfe komme es vor allen Dingen darauf an, dass jeder Mensch ein Anspruch auf ein menschenwürdiges Sterben hat. Die Frage, welche Rolle hier die Intensivmedizin einnehme, sei jeweils nur im Einzelfall zu beantworten. Frau Dr. Gertrud Haas-Scheuren ging auch auf die neuesten Entwicklungen der aktiven Sterbehilfe und die Entstehung von Sterbehilfenorganisationen, wie Dignitas und Exit ein.

Sie wies darauf hin, dass durch derartige aktive Sterbehilfe der Grundsatz des Vertrauens zwischen Patient und Arzt verletzt und die Unverfügbarkeit menschlichen Lebens gebrochen werde. Bei einer Legalisierung der Euthanasie sei zu befürchten, dass diese Form der Lebensvernichtung über kurz oder lang auf schwache, behinderte und sogar alte Menschen ausgeweitet werde. Frau Dr. Haas-Scheuren rief dazu auf, den Sterbenden den persönlichen Beistand nicht zu verwehren. „Ein gutes Wort und eine streichelnde Hand sind oft so hilfreich wie die Medikamente eines ganzen Tages“, so Frau Dr. Haas-Scheuren. Dieser Verantwortung für die Begleitung Sterbender könne sich niemand entziehen, im Sterben sei jeder der Nächste.

Nach der Eucharistiefeier mit Weihbischof Johannes Kapp begingen die Mitglieder des Seniorenwerkes im Fuldaer Bonifatiushaus eine Feierstunde anlässlich des 30-jährigen Jubiläums. Domkapitular Rudolf Hofmann überbrachte die Grüße und Glückwünsche von Bischof Heinz Josef Algermissen, Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez, Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke, Prälat Josef Mönninger und Diözesanseniorenseelsorger Karl-Josef Aschenbach, der aus Gesundheitsgründen nicht an der Versammlung teilnehmen konnte. Die Feierstunde wurde von Pfarrer Friedhelm Dauner mit geistlichen Liedern gestaltet.

Das Katholische Seniorenwerk vertritt 225 Seniorengruppen, 115 Seniorentanzgruppen und 70 Gymnastikgruppen aus den Pfarreien des Bistums. Zum Abschluss gab die Vorsitzende Liselotte Sorg einen Überblick über das Programm des Katholischen Seniorenwerkes im kommenden Jahr.

Visited 1 times, 1 visit(s) today
Close