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Ausgezeichnete Bauten als Architekturbeispiele

Fulda/Frankfurt. Voll besetzt war der Vortragssaal des Deutschen Architekturmuseum (DAM) am letzten Freitag. So voll, dass viele Besucher kaum einen Blick auf die ausgestellten Schautafeln und Architekturmodelle in der Ausstellung mit dem treffenden Titel „große Häuser, kleine Häuser“ werfen konnten. Sie mussten sich bis nach der offiziellen Eröffnung gedulden, zu der Peter Cachola Schal, Leiter des DAM, alle Anwesenden begrüßte. Er dankte besonders den Architekten und ihren Bauherren, deren Bauten nun in der Sonderausstellung des Museums zu sehen sind.

Fotos (3): Marianne Blum


Sie seien Beispiele guter Architektur und Ergebnis einer funktionierenden Zusammenarbeit zwischen Bauherren und Architekten. Genau dieser Qualitäten wegen seien sie in dem diesjährigen Wettbewerb des BDA (Bund Deutscher Architekten) ausgezeichnet worden. Nach einigen kritischen Gedanken zu den Unterschieden zwischen Architektur-Wettbewerben in Deutschland und in anderen Ländern, übergab Schal das Wort an Prof. Michael Schumacher, den Vorsitzenden des BDA Hessen.

Schumacher stellte gleich zu Beginn seiner Rede die Frage, was das eigentlich bedeutet, „gute Architektur“. Seine Antwort: Funktional müsse sie sein, die Bedürfnisse der Menschen befriedigen, aber auch ihre Umgebung gestalten. Sie müsse sich einfügen und gleichzeitig eigenständig sein. Dabei gelte es nach vorn zu blicken und zukunftgewandte Lösungen für Bauten zu finden, die auch den aktuellen gesellschaftlichen Anforderungen – von der veränderten Familienstruktur, über die moderne Arbeitswelt bis zu ökologischen Energiestandards – gewachsen sein müssten.

Die detailgetreue Rekonstruktion dürfe – bei allem Verständnis für die Sehnsucht des Menschen nach Vergangenem – nur die Ausnahme bilden. Als Negativ-Beispiel nannte Schumacher die aktuelle Diskussion um den Römerberg in Frankfurt, auf dem unter Aufwendung einer astronomischen Summe die im zweiten Weltkrieg zerstörten Fachwerkbauten originalgetreu wieder aufgebaut werden sollen.

Als positives Beispiel führte er das „Haus am Römerberg“ an, das eine intelligente, zeitgemäße Lösung des Problems darstellt, da es sich harmonisch in die Umgebung einfügt und die alten Gebäudeteile des in den 20er Jahren erbauten Kornspeichers auf ästhetische Weise in einen neuen Kontext integriert. Das Haus ist eines der 40 ausgezeichneten Bauten des aktuellen Wettbewerbs, wobei die Spanne der prämierten Arbeiten vom kleinen Einfamilienhaus, über Kirchen und Industriebauten bis zu einem ganzen Ensemble wie z.B. dem Justizzentrum in Kassel reicht.

Alle prämierten Gebäude sind im Zeitraum von 2003 bis 2008 fertig gestellt worden.
In Osthessen können sich gleich vier Wettbewerbsteilnehmer mit der „Simon-Louis-du-Ry-Plakette“ schmücken, die den Bauherren bereits im Mai diesen Jahres verliehen wurde: der Umbau der Kunststation Kleinsassen, der von dem Architektenpaar Stum & Wartzeck realisiert wurde, das Parkhaus an der Brauhausstraße in Fulda von dem Architekturbüro Sichau & Walter, die Justizvollzugsanstalt Hünfeld der Architekten Frick, Krüger, Nusser, Plan 2 Architekten, die Fußgängerunterführung und die Neugestaltung des Bahnhofs Bad Hersfeld von der Dietz Joppien Architekten AG in Gemeinschaftsarbeit mit luna-lichtarchitektur, bzw. von crep D architekten. Die Ausstellung „große Häuser, kleine Häuser ist vom 15. November bis zum 7. Dezember 2008 im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt zu besichtigen.

Adresse: Deutsches Architekturmuseum (DAM), Schaumainkai 43, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten des DAM: Di, Do – So 11 – 18 Uhr, Mi 11 – 20 Uhr.
Eintritt: 6 €; Kinder, Schüler, Studenten und Schwerbehinderte 3 €.
Homepage: www.dam.inm.de


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