Dem OB-Kandidaten der Fuldaer GRÜNEN ist es ein besonderes Anliegen, das Areal der zerstörten Fuldaer Synagoge würdiger zu gestalten. „Gerade in einer Zeit, in der Gruppierungen, die Ausländerhass und Fremdenfeindlichkeit schüren, vermehrt Zulauf erhalten, sollten wir uns auch an die vielen Millionen Opfer des nationalsozialistischen Terrorregimes erinnern.“
Zwengel erinnert an die Demonstration vom 26. Januar 2015. „Einen Tag vor dem Auschwitzgedenktag wurde in Fulda eindrucksvoll gezeigt, dass Ausländerhass in dieser Stadt keinen Nährboden hat. Das ist gut, dennoch vermisse ich in Fulda eine Stätte, die einen würdigen Rahmen für Gedenken bietet. Die schwarzen Granittafeln mit den Namen der 252 jüdischen Fuldaer Bürgerinnen und Bürger, die zwischen 1940 und 1942 deportiert und ermordet wurden, welche seit dem 7. Oktober 2010 am Rand des Areals der zerstörten Synagoge ‚Am Stockhaus‘ stehen, mahnen eindrucksvoll. Doch der bedauerliche Zustand des Platzes selber stört den Gesamteindruck empfindlich. Das darf nicht so bleiben. Meine Idee ist, dass die Stadt sich bemüht, das direkt anschließende Gebäude Am Stockhaus 2 zu kaufen. In dem Haus selber könnte beispielsweise die Ausstellung „Emanzipation der Juden in Fulda und Region“ dauerhaft gezeigt werden.“
In dem Zusammenhang erinnert Ralf Zwengel auch an das Projekt Stolpersteine des Kölner Bildhauers Gunter Demnig. „In vielen Städten Deutschlands und 17 weiteren europäischen Ländern wurden bereits die sogenannten Stolpersteine verlegt. Damit wird vor dem jeweils letzten freigewählten Wohnhaus der NS-Opfer an deren Schicksal erinnert. Mittlerweile wurden bereits ca. 50.000 dieser Gedenksteine aus Messing in den Bodenbelag vor den betreffenden Häusern eingelassen. Auch im Landkreis Fulda sind schon Stolpersteine verlegt worden, so in Hünfeld und Burghaun. Unsere Anträge, diese Form der Erinnerung auch in unserer Stadt zu installieren, sind jedoch nicht aufgegriffen worden“, bedauert Zwengel.
„Ich hoffe, dass es für meine Idee, die Gedenkstätte Am Stockhaus zu erweitern, Zustimmung gibt. Das betreffende Gebäude befindet sich noch im Eigentum der Familie, die dieses und angrenzende Liegenschaften Ende der dreißiger bzw. in den vierziger Jahren erworben hat und daher hoffentlich auch ein Interesse daran hat, eine würdige und angemessene Erinnerungskultur an diesem Ort entstehen zu lassen“, erklärt Ralf Zwengel abschließend.