Wüstensachsen. Das 1990 mit 25 Hektar ausgewiesene Naturschutzgebiet „Steinkopf“ grenzt im Südwesten und Westen an die Naturschutzgebiete „Kesselrain“ (seit 1968, 32 Hektar) und „Schwarzwald“ (seit 1986, 98 Hektar) an. Gemeinsam mit diesen in ihrer Besonderheit schon vorgestellten Naturschutzgebieten (NSG) ist es Bestandteil eines Schutzgebietssystems, das sich um das seit 1979 bestehende NSG „Rotes Moor“ gruppiert.
Durch den zusätzlichen Kontakt mit dem auf bayerischer Seite sich befindenden NSG „Lange Rhön“, das zugleich seine südliche und östliche Grenze bildet, ist hier eine großflächige Kernzone innerhalb des Biosphärenreservats Rhön entstanden. Als so genanntes Cluster-Biosphärenreservat besitzt dieses mehrere solcher räumlich getrennter Kernzonen. Die Anerkennung der Rhön als UNESCO-Biosphärenreservat erfolgte im März 1991 aufgrund der Einzigartigkeit der durch extensive Nutzung geprägten Rhöner Kulturlandschaft, deren besondere Repräsentanz und der daraus ableitbaren Schutzwürdigkeit.
Aufgrund ihrer großen biologischen Vielfalt und hohen ökologischen Wertigkeit wurde diese Mittelgebirgsregion damit als ein Gebiet von internationaler Bedeutung eingestuft und gehört gegenwärtig zu den 15 in Deutschland bestehenden Reservaten dieser Schutzkategorie.
In diesem Zusammenhang stellt der Steinkopf, der durch die Straße von Wüstensachsen nach Oberelsbach gut zu erreichen ist, gleichzeitig aber durch deren Verlauf vom Ulstertal, dem Kesselrain und dem Schwarzwald abgetrennt wird, einen Bereich dar, der sich durch ein Mosaik unterschiedlicher Biotoptypen auszeichnet. Hierbei reicht das Spektrum von feuchten Borstgrasrasen, ausgedehnten Quellfluren, mageren Bergwiesen über Blockhalden, Lesesteinriegel mit Hecken bis hin zu naturnahen Waldbereichen.
Der Wald setzt sich hauptsächlich aus Bergahorn-Ulmen-Blockschuttwald sowie aus verschiedenen montanen Buchenwaldgesellschaften zusammen. So ist beispielsweise der montane Waldgersten-Buchenwald auf westexponierten und kalkbeeinflussten Mittelhanglagen ausgebildet. Diese Waldgesellschaft ist sehr reich an Frühjahrsblühern. Der hierzu gehörende Bärlauch bildet stellenweise eine geschlossene, weiße, nach Knoblauch riechende Krautschicht aus.
Der größte Teil des Steinkopfes, der sich auf eine Höhe von 888 m erhebt, ist jedoch mit Ausnahme des Westhangs unbewaldet und wird als Rinderhutung genutzt. Während der Süd- und Nordhang kaum strukturiert ist, werden die offenen, nicht bewaldeten Areale des Westhangs durch Hecken und Gebüsche gegliedert.
Neben den naturnahen Waldbereichen zählen die Grünländer zu den bedeutendsten Biotopen und tragen maßgeblich zum Naturschutzwert dieses Gebietes bei. In Abhängigkeit von Ausgangsgestein, Bodengründigkeit, Wasserhaushalt und Nutzung können die bereits oben aufgeführten Vegetationstypen unterschieden werden. Weiße Pestwurz, Kugelige Teufelskralle, Trollblume, Läusekraut, Wollgras, Waldhyazinthe, Breitblättrige Glockenblume oder Arnika sind nur einige der Pflanzenarten, die hier anzutreffen sind.