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Gibt es in Hünfeld noch Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg?

Hünfeld. Liegen im Umfeld des Hünfelder Bahnhofs noch Blindgänger des Zweiten Weltkrieges? Dieser Frage soll der Magistrat nachgehen. Die FDP-Fraktion hat dazu einen Berichtsantrag für die morgige Sitzung der Stadtverordnetenversammlung gestellt.

„Auch rund sieben Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sind Blindgänger immer noch eine reale Gefahr. Das liegt zum einen an der Bauart der Verzögerungszünder, zum anderen an der fortschreitenden Korrosion der nicht explodierten Bombenhüllen, durch die auch heute noch der Sprengstoff in den Bomben explodieren kann“, so FDP-Pressesprecher Günter Wolf. Daher seien Blindgänger, die im Bereich von Bombenabwurfgebieten unentdeckt im Erdreich schlummern, eine ernstzunehmende Gefahr. Dies habe nicht zuletzt die erst kürzlich notwendig gewordene Sprengung eines Blindgängers an der Autobahn 3 bei Offenbach gezeigt.

Am 21. November 1944 war der Hünfelder Bahnhof das Bombenziel der 8. (U.S.) Luftflotte. Bei de angriff starben allein in der damaligen Bahnunterführung 61 Menschen. Insgesamt sollen im Stadtgebiet von Hünfeld bis zu 120 Menschen ums Leben gekommen sein. Luftbilder von damals zeigten, wie großflächig die Bombentreffer um den Bahnhof waren. Dies lag auch daran, dass die Bomben aus den Flugzeugen nicht so zielgenau abgeworden werden konnten und dadurch weit gestreut wurden, so Wolf.

Daher will die FDP-Fraktion mit ihrem Berichtsantrag der Frage nachgehen, ob die Luftbildaufnahmen der U.S.-Luftwaffe auch auf Blindgänger im weitern Bahnhofsumfeld hin ausgewertet wurden. Ferner soll Auskunft darüber gegeben werden, ob Blindgänger entdeckt worden sind und welche Schlüsse der Magistrat hinsichtlich möglichen Handlungsbedarfs zieht. Außerdem will die FDP in dem Zusammenhang wissen, ob am 21. November eine Gedenkfeier geplant ist und ob eine Gedenktafel angebracht werden soll, die aller Bombenopfer gedenkt.

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