Fulda. In dem ehemaligen Kloster und späteren Arbeitshaus Breitenau in Guxhagen befanden sich zu Beginn der NS-Zeit ein frühes Konzentrationslager (1933/34) für überwiegend deutsche politische Gegner und während des Zweiten Weltkrieges ein Arbeitserziehungslager der Geheimen Staatspolizei Kassel, in dem vor allem ausländische Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen inhaftiert waren, die bestraft werden sollten, weil sie sich dem Arbeitseinsatz widersetzt hatten.
Daneben waren in dem Arbeitserziehungslager auch deutsche Gestapo-Gefangene inhaftiert, z. B. der damalige Guardian des Franziskanerklosters Frauenberg in Fulda, Pater Thaddäus Brunke, der von Breitenau nach Dachau deponiert wurde und dort etwa ein Jahr später starb. Die Gefangenen der beiden Lager kamen aus dem gesamten Regierungsbezirk Kassel, auch aus Fulda und Umgebung.
In dem Vortrag von Dr. Gunnar Richter wird über den Arbeitseinsatz und das Schicksal von deutschen und ausländischen Gefangenen aus Fulda und Umgebung berichtet, die als Gefangene im frühen KZ (1933/34) und im späteres Arbeitserziehungslager Breitenau (1940 – 45) inhaftiert waren.mDer Referent ist Mitbegründer und Leiter der Gedenkstätte Breitenau. Weiterhin ist er Mitglied in regionalen und überregionalen Arbeitsgruppen von Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus und hat zahlreiche Beiträge zur Aufarbeitung des Holocaust publiziert.
Der Vortrag findet am 16.10.2014 um 19:00 Uhr im Georg-Stieler-Haus, Gallasiniring 1 in Fulda statt und ist kostenfrei. Auf Wunsch können Interessierte auch online am heimischen PC dem Vortrag folgen. Es findet eine Übertragung ins Internet statt. Zur Teilnahme ist es erforderlich, die Zugangsdaten bei der VHS zu erfragen.