Written by 0:14 Alle Nachrichten, Politik & Wirtschaft

Computergraphik, Visualisierung, Animation: von den Anfängen über Disney zu Hollywood“?

Hünfeld. Feuer, Rauch, Explosionen: faszinierend wirklichkeitsnah erscheinen diese Effekte in Computerspielen, Smartphones oder in Hollywood-Blockbustern. Dabei sind die fotorealistischen Bilderwelten, wie wir sie in Kinofilmen wie „Avantar“, „Battelship“, oder Sherlock Homes bewundern können, auf dem Computer entstanden. Wie ging’s los mit den einschlägigen Disziplinen der Computergrafik, Visualisierung und Animation, und was macht Disney und Hollywood heute und in der Zukunft aus diesen Technologien.

Der Konrad-Zuse-Gesellschaft und der Stadt Hünfeld ist es für die zweiten „Hünfelder Gespräche über Informatik“ gelungen, zwei herausragende Wissenschaftler zu gewinnen, die maßgebend an der weltweiten Entwicklung dieser Technologien beteiligt waren. Die Preisträger der Konrad-Zuse-Medaille Prof. Dr.-Ing. José L. Encarnação von der Technischen Universität Darmstadt sowie Prof. Dr. Markus Groß von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und Chef von Disney Research Zürich, werden über die Geschichte dieser faszinierenden Entwicklung berichten und Zukunftsperspektiven aufzeigen. Karten für diese Vortragsveranstaltung mit international renommierten Wissenschaftlern können ab Freitag, 19. September, unter www.huenfeld.de kostenfrei bestellt werden.

Prof. Dr. José L. Encarnação wird in seinem Vortrag die Geburtsjahre der grafischen Informationstechnologie seit den 50-er Jahren beleuchten. Schon Konrad Zuse erkannte deren Notwendigkeit und trug dem mit der Z64, dem Graphomat, Rechnung. Von computergenerierten Bildern, die ab den 70-er Jahren das Laufen lernten und ab den 90-er Jahren immer besser in der Lage waren, täuschend echte „Wirklichkeiten“ zu schaffen, wird er Beispiele zeigen. Gerade aktuell erleben die Themen Simulation und Animation einen erneuten Schub, wie der Wissenschaftler darstellen wird, der 1987 auch Gründungsdirektor des Fraunhofer Instituts für Graphische Datenverarbeitung war.

Prof. Dr. Markus Groß knüpft an die Geschichte der grafischen Datenverarbeitung an und befasst sich insbesondere mit aktuellen Entwicklungen im Bereich der Computeranimation und Visualisierung und deren Anwendungen im Alltag. Eine der wesentlichen Leistungen der vergangenen Jahre, die die Entwicklung von Computerspielen und spektakulären Kinofilmen möglich gemacht haben, waren Verfahren zur fotorealistischen Erzeugung von computergenerierten Bildern. Sie haben heute einen festen Platz in Computerspielen, aber auch in Hollywood-Produktionen, wie Avatar, Kung Fu Panda, Monsters vs. Aliiens, Sherlock Holmes, Iron Man 3, Man of Steel und Battleship. Wesentliches Element aktueller Forschung ist die Simulation und Animation von physikalischen Phänomenen, wie zum Beispiel Deformation, Bruch, Flüssigkeiten oder Explosion. Neueste Verfahren im Bereich des Visual Computing erlauben es, menschliche Gesichter 3-dimensional zu digitalisieren und zu animieren.

Beide Wissenschaftler haben die renommiertesten internationalen Auszeichnungen erhalten, Prof. Dr. Markus Groß zuletzt von der Academy of Motion Pictures Arts and Sciences den Technical Achievement Avard, den so genannten „Tech-Oskar“.

Konrad Zuse, der Hünfelder Computerpionier hat vor über 70 Jahren nicht nur den ersten funktionsfähigen Computer der Welt gebaut, sondern auch den Grundstein für ein völlig neues Fachgebiet gelegt. Mit den „Hünfelder Gesprächen über Informatik“ hat die Konrad-Zuse-Gesellschaft e. V. mit Unterstützung der Konrad-Zuse-Stadt Hünfeld, der Gesellschaft für Informatik und der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE , der ITG, sowie der Sparkasse Hünfeld und der VR-Bank NordRhön eine Vortragsreihe ins Leben gerufen, mit der die faszinierende Entwicklung der Informatik einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Die Vorträge sollen eine Brücke von den Anfängen dieser Wissenschaft bis zu den zukünftigen Möglichkeiten und Anwendungen spannen.

Die „Hünfelder Gespräche über Informatik“ waren im vergangenen Jahr im kleineren Rahmen mit einem Vortrag von Prof. Wolfgang Karl begonnen worden, der die Entwicklung der Rechnerarchitekturen von den Anfängen des Hünfelder Computerpioniers Konrad Zuse zu den heutigen Supercomputern und zukünftigen Herausforderungen aufgezeigt hat. Dr. Wolfgang Karl ist Vorsitzender der Konrad-Zuse-Gesellschaft und Professor für Informatik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Auch zukünftig werden auf dieser Vortragsreihe herausragende Informatiker Entwicklungen dieser faszinierenden Disziplin aufzeigen.

Visited 1 times, 1 visit(s) today
Close