Neuhof. Mit einer höchst erfreulichen Nachricht, in der sich die traditionell sparsame Haushaltswirtschaft des Landkreises wiederspiegelt, konnte Landrat Bernd Woide bei der Kreistagssitzung am Montag in Neuhof aufwarten. Der vom Kreisausschuss eingebrachte Haushaltsentwurf für 2014 ist erstmals seit vier Jahren ausgeglichen. Aufwendungen im Ergebnishaushalt von 279,6 Millionen Euro stehen Erträge von 279,7 Millionen Euro gegenüber.
Positive Ergebnisse von 4,04 und (voraussichtlich) 1,2 Millionen Euro weisen bereits die Jahresergebnisse 2012 und 2013 aus. Dies betrifft jedoch nur den Haushaltsvollzug. Im kommenden Jahr soll jetzt auch im Planansatz ein ausgeglichener Haushalt umgesetzt werden. Hessenweit ist der Landkreis Fulda gegenwärtig der einzige Landkreis, der ohne die Aufnahme von Kassenkrediten auskommt und folglich seine Leistungen über eigene Erträge finanziert.
Diese in erster Linie Verbesserungen beim Kommunalen Finanzausgleich sowie Entlastungen bei der Grundsicherung im Alter geschuldeten Entwicklung sollte, so Landrat Woide, „zwar Grund zur Zuversicht sein, uns aber nicht euphorisch oder überheblich werden lassen“. Ein „waches Auge“ müsse man vor allem auf die investive Verschuldung haben. Hier wirke sich die erhebliche Investitionstätigkeit des Kreises in den vergangenen Jahren aus.
Trotz Haushaltsausgleich werde die Verschuldung im Etatentwurf 2014 steigen, da der Ergebnishaushalt keine genügenden Überschüsse zur Eigenfinanzierung der notwendigen Investitionen erwirtschafte, so Woide. Der Landkreis müsse auch weiterhin seine Investitionstätigkeit fast ausschließlich über Zuschüsse und Kredite finanzieren. Dabei handele es sich bei den Krediten zum überwiegenden Teil um zinsfreie oder zinsverbilligte Förderkredite.
Auch der Hessische Landesrechnungshof habe dem Landkreis Fulda in einem Bericht zur Lage der hessischen Kommunen bei der Inanspruchnahme von Kassenkrediten und der Verschuldung ein hervorragendes Zeugnis ausgestellt. „Ich werte dies als Aufforderung, alles zu tun, dass es weiterhin so bleibt“, betonte Woide, der Schulen und Kreisstraßen als Schwerpunkte der Investitionstätigkeit des Landkreises auch im kommenden Jahr bezeichnete.