Hünfeld. Der Bischof von Fulda, Heinz Josef Algermissen, und der Minister der Justiz, für Integration und Europa und stellvertretende Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn besuchten an Heiligabend die Justizvollzugsanstalt Hünfeld.
„Was Sie leisten, geht über das bloße ‚Wegsperren‘ gefährlicher Straftäter weit hinaus.“ Justizminister Jörg-Uwe Hahn sagte vor allem den diensthabenden Beamten Danke. Ihnen überreichte der Minister stellvertretend für die gut 2800 Bediensteten des hessischen Strafvollzuges, ein kleines Präsent, eine Süßigkeit, „als Symbol“, wie Hahn betonte: „Die Beamten arrangieren den Häftlingen einen geregelten Tagesablauf, sie helfen ihnen, den Sinn und Wert von Arbeit zu erleben. Mit den Gefangenen werden beispielsweise in Mannschaftssportarten Werte wie Fairness, Toleranz, Rücksichtnahme eingeübt. Sie lernen Beharrlichkeit, Ausdauer, Siegeswillen oder auch zu verlieren. In den Ausbildungsbetrieben innerhalb der Gefängnisse unterstützen die Vollzugsbeamten ihre Gefangenen beim Erwerb eines Schulabschlusses oder einer Berufsabschlusses.“
„Der moderne Strafvollzug kennt nicht nur den Sühnegedanken“, fügte Justizminister Hahn hinzu: „Er hat das Ziel, die Straftäter fit zu machen und vorzubereiten für die Rückkehr in die Freiheit. Dabei sind die rund 2800 Mitarbeiter der 16 hessischen Justizvollzugsanstalten den 4751 Gefangenen (Stichtag 18. Dezember) Vorbild. Sie verkörpern Werte wie Disziplin, Pünktlichkeit, Entschlossenheit, Güte.“
Auch Bischof Heinz Josef Algermissen würdigte das Engagement der Justizvollzugsbeamten, „die zum einen den Aufsichtsdienst versehen, darüberhinaus aber die wichtigen Aufgaben von Pädagogen und Seelentröstern“ wahrnehmen. Diese Bandbreite mache den Beruf zu einer anspruchsvollen Herausforderung. Der Bischof machte den Mitarbeitern Mut und zeigte sich erfreut über den Freiraum, den der Justizvollzug den Gefängnisseelsorgern ermöglicht: „Wir wollen den Menschen in ihrer Not helfen. Der Kontakt zu den Angehörigen darf nicht abreißen. Es ist schmerzlich, wenn Menschen die Weihnachtsfeiertage getrennt von ihren Familien verbringen müssen. Wir dürfen keinen Menschen abschreiben, niemanden aufgeben und zurücklassen. Das Fest der Geburt Christi schenkt uns eine neue Perspektive. Das Licht von Weihnachten ist für uns alle ein Zeichen der Hoffnung auf eine bessere Welt.“
In der JVA Fulda las Prälat Steinert am 4. Advents-Sonntag die Heilige Messe, ebenso am zweiten Weihnachtstag. Eine Weihnachtsfeier hatte der katholische Gemeindereferent Schöning organisiert. Sie wurde feierlich umrahmt  durch eine kirchliche Schola und ein Gitarren- und ein Mandolinenensemble.
Auch am Speiseplan war zu erkennen, dass Weihnachten war. An  Heiligabend gab es Kartoffelsalat mit Wiener Würstchen und Senf.
Am 1. Weihnachtsfeiertag gab es ein halbes Hähnchen mit Nudelsalat, zum Nachtisch Kuchen. Jeder Gefangene erhielt als Weihnachtspräsent ein Weihnachtspäckchen vorgehalten, das 1 Christstollen (ca. 500g), diverses Gebäck, 1 Weihnachtsmischtüte mit Schokoladen-Nikolaus sowie Obst (Clementinen und Mandarinen) enthielt.
Justizstaatssekretär Dr. Rudolf Kriszeleit besuchte an Heiligabend die Bediensteten der Justizvollzugsanstalt Weiterstadt, um auch Ihnen Danke zu sagen. Im Hochsicherheitsgefängnis Weiterstadt sitzen 524 Gefangene (Stichtag 18. Dezember 2013) ein. Sie werden von 286 Mitarbeitern bewacht und betreut.
In Weiterstadt sind derzeit auch 36 Sicherungsverwahrte (Stichtag 18. Dezember 2013) untergebracht. Es sind Täter, die ihre Strafe verbüßt haben, die aber darüber hinaus so gefährlich eingeschätzt werden, dass das Gericht ihre „Sicherungsverwahrung“ verfügt hat. Diese Personen werden von 39 Mitarbeitern der Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt bewacht und betreut.