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Erstes gesundheitspolitisches Hospizgespräch in Fulda

vlnr.  Moderator Roland STEPAN, Ehrenamtliche Hospizlerin Silvia HILLENBRAND, MdB Birgit KÖMPEL (SPD), Palliativmediziner Thomas SITTE, MdB Michael BRAND (CDU)

vlnr. Moderator Roland STEPAN, Ehrenamtliche Hospizlerin Silvia HILLENBRAND, MdB Birgit KÖMPEL (SPD), Palliativmediziner Thomas SITTE, MdB Michael BRAND (CDU)

Fulda. Das erste gesundheitspolitische Hospizgespräch, zu dem der Malteser Hilfsdienst gemeinsam mit der Deutschen PalliativStiftung in Fulda eingeladen hatten, brachte den erhofften intensiven Dialog und eine lebendige Diskussion. Roland Stepan, Leiter des Gesundheitsamtes Fulda und im Ehrenamt stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen PalliativStiftung moderierte die Dialoge zwischen den beiden Bundestagsabgeordneten Michael Brand (CDU) und Birgit Kömpel (SPD), sowie Silvia Hillenbrand vom Malteser Hospizdienst und dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen PalliativStiftung, Thomas Sitte als Experten aus der Praxis. Vor etwa 40 Gästen, viele davon als handelnde Akteure der Hospizarbeit in der Region Fuldas selbst Experten aus der Praxis, fand ein offener Austausch mit Vertretern der Politik und Akteuren der Hospizarbeit statt, den Thomas Sitte von der DPST als „inhaltlich stark und wirklich sehr gelungen“ bewertete.

MdB Birgit Kömpel betonte, dass wir gemeinsam sowohl Impulsgeber und auch Gestalter werden könnten. “Ich sehe weiterhin großen Aufklärungsbedarf auf allen Ebenen: sowohl im politischen Raum als auch in weiten Teilen der Bevölkerung gibt es große Unklarheiten über die Themen Sterbebegleitung und Palliativmedizin. Hier möchte ich ganz konkret Aufklärungskampagnen anregen und für eine verbesserte Zusammenarbeit auf Bund-, Länder- und Kommunalebene werben,” so benennt die Abgeordnete ganz konkrete Schritte, die Seitens der Politik unternommen werden müssen. Und ergänzt weiter: “Erst gerade ist ein segensreicher Fortschritt für die Palliativversorgung von Kindern in Hessen geglückt, weil Bund, Land und Kommunen an einem Strang gezogen haben!” “Das soll, so wünscht es sich die Abgeordnete, in Zukunft intensiviert werden”.

MdB Michael Brand hob die „segensreiche Arbeit“ der Hospizbewegung und der Palliativmedizin hervor, weil dort „Menschen am Ende des Lebens die Hand zur Begleitung gereicht wird“. Dies habe zentral mit der der Würde des Menschen und, „der Würde der Menschen auch am Ende des Lebens“ zu tun. Brand dankte allen „Engagierten für Aufopferung und gelebte Nächstenliebe“ und hob hervor, dass es gelungen sei, die beiden Themen im Konsens im Koalitionsvertrag zu verankern. „Darauf können wir weiter aufbauen“, ermunterte der Abgeordnete.

“Ich hatte mir von der Veranstaltung gewünscht, dass wir durch eine ehrliche Diskussion gemeinsame Lösungen für die dringendsten Probleme der Hospizarbeit näher kommen. Das ist gelungen, und deshalb wollen wir solche Gespräche auch fortsetzen”, so Sitte in seiner Bewertung. “Interessierte Bürger aus Fulda sollten sich auch weiter einbringen, mitdiskutieren und unseren Abgeordneten die Bedürfnisse vor Ort mit nach Berlin geben.”

Ganz deutlich hat sich gezeigt, dass der „Informationsbedarf auch weiterhin sehr groß ist“, stellte Silvia Hillenbrand vom Malteser Hilfsdienst fest Alle Teilnehmer wünschten eine Fortsetzung der Gespräche in so einer solch überschaubaren und fachlich kundigen Runde. “Sterbebegleitung und Sterbehilfe werden immer noch gleichgesetzt”, kritisierte Hillenbrand. „Aus Angst vor unerträglichem Leiden“ werde nicht nur in Belgien und Holland der Ruf nach der Tötung von Patienten immer lauter. Notwendig sind „groß angelegte Aufklärungsaktionen und auch Imagekampagnen für eine frühere und bessere palliative Begleitung“.

Eine Zuhörerin fand die Veranstaltung für sich sehr ermutigend: “Ich habe überhaupt nicht gewusst, was hier in Osthessen schon alles möglich ist!”. Nun müsse sie keine Angst mehr haben vor schwerer Krankheit im Alter.

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