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Jahreskonzert der Musikschule: Musikalische Märchenstunde

Fulda (cp). Aus Anlass des 150. Todestages des Sprachforschers und Märchensammlers Jacob Grimm stand das Jahreskonzert der Musikschule der Stadt Fulda unter dem Motto „Sagen, Märchen, Legenden“. Im Fürstensaal des Stadtschlosses eröffneten Giulia Gehmeyr (Altblockflöte), Maria Löbens (Oboe), und Hermine Kontschak (Klavier) den Abend mit einem klangschön musizierten Satz aus der Triosonate c-Moll von Johann Joachim Quantz. Als Hexe verkleidet gefiel Ronja Schelling im spannend vorgetragenen „Hexentanz“ ihres Klavierlehrers Frank Seifert. Schulleiter Christoph Stibor führte als Moderator durch das Programm und gab viele interessante Informationen zu den Stücken, die einen weiten musikalischen Bogen von der Barockzeit bis zur modernen Filmmusik spannten.

Virtuoses Können

So erfuhr das Publikum, dass es in „Fairy Queen“ von Henry Purcell um die Wirkung eines Liebesnektars geht, der zunächst große Verwirrung stiftet, bevor sich zum Happy End die richtigen Paare finden. Nina Martinovic, Giulia Gehmeyr, Valentina Hahner und Heidrun Oswald (Blockflöten) sowie Marie-Theres Halbleib (Klavier) überzeugten im festlichen „Aufzug“ aus diesem Werk durch gutes Zusammenspiel und differenzierte Artikulation. Sophie Moustafa (Violine) und Renate Moustafa-Hunold (Klavier) zogen das Publikum durch ihre mit großer Ruhe vorgetragene Interpretation der „Meditation“ aus der Oper „Thais“ von Jules Massenet in ihren Bann. Helena Fritschi, Fabian Grenzer und Heidrun Oswald trafen gut den elegischen Charakter der „Mondnacht“ und die rhythmische Finesse im „Tanz der Trolle“ aus der „Nordischen Suite für drei Gitarren“ von Karl Weikmann. Mit der Ballade Nr. 3 von Frédéric Chopin hatte sich Elisabeth Seifert (Klavier) eine anspruchsvolle Aufgabe gestellt, der sie voll gerecht wurde. Ihre Interpretation war gekennzeichnet durch lyrische Intensität und virtuoses Können.
 
Spielfreude

Amelie Briselat (Querflöte) und Annalea Meissel (Klavier) verstanden sich gut in „Sheherazade“ von Robert Schumann, die sie mit verträumtem Ausdruck zu Gehör brachten. Der unheimliche Charakter von „Hedwigs Theme“ aus John Williams‘ „Harry Potter“ kam in der Besetzung mit Kontrabass (Carl Nesemann) und Klavier (Marina Gajda) eindrucksvoll zur Geltung. Der Chor der Musikschule „Capannello Vocale“ unter der Leitung von Stephen Berg traf gut die sehnsüchtige Stimmung des Liedes „Over the Rainbow“ von Harold Arlen und Edgar Harburg. Temperamentvoll und mit großer Spielfreude widmete sich das Trompetenensembe „La Banda Trombi“ unter Leitung von Jürgen Vautz dem Thema aus „Fluch der Karibik“ von John Williams.

Spannende Interpretation
 
Weich und schwebend erklang nach der Pause die „Pavane de la belle au bois dormant“ von Maurice Ravel in der Interpretation von Marie Koch (Querflöte) und Anja Schoppa (Klavier). Hannah Kipp, Marius Lindenthal und Janis von Keitz (Violoncelli) boten eine beschwingte Interpretation des ersten Satzes aus „Le Phénix“ von Michel Corette, einem Werk, das den stets von neuem aus der Asche aufsteigenden Märchenvogel Phönix charakterisiert. Eine der jüngsten Mitwirkenden war Marina Melikian (Gitarre), die in einem Walzer von Barrios Agustin ihr virtuoses Können und ihre musikalische Gestaltungskraft gleichermaßen unter Beweis stellte. Jana Kisner (Klavier) bot eine spannende Interpretation der „Loreley“ von Franz Liszt und überzeugte besonders durch ihre souveräne Gestaltung der zahlreichen Tempoübergänge. Mirjam Schell bot eine lebendige, farbige Interpretation der „Syrinx“ für Querflöte solo von Claude Debussy, bevor das Querflötenensemble „Top the Flute“ den Abend mit dem beliebten „Tanz der Rohrflöten“ aus Peter Tschaikowskys Ballet „Der Nussknacker“ schwungvoll beschloss.

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