Fulda. Das Handwerk bildet in Fulda den größten Wirtschaftszweig der Region. Diplom-Ingenieur Claus Gerhardt vertritt Fuldas Handwerksbetriebe ehrenamtlich als Kreishandwerksmeister. Er bilanziert, dass das Handwerk für die Region ein wichtiger Faktor sei und auch bleiben werde.
Egal ob Dachdecker, Elektroniker, Zimmerer, Schreiner, Bäcker, Friseur oder Anlagenmechaniker – das Handwerk ist ein vielfältiges und buntes Berufsfeld, das die Fuldaer Wirtschaft intensiv mitgestaltet. Insgesamt gibt es im Landkreis Fulda 2.100 Handwerksbetriebe, 1.200 davon gehören zu Innungsbetrieben. 19 Innungen, also Zusammenschlüsse verschiedener Handwerksbetriebe der gleichen Branche, sind aktuell Mitglied in der Fuldaer Kreishandwerkerschaft. Als Kreishandwerksmeister übernimmt Gerhardt viele Aufgaben.
Besonders für die Vertretung der verschiedenen Interessen des Handwerks in der Öffentlichkeit, aber auch für Lobbyarbeit und die Repräsentation des Handwerks ist der Kreishandwerksmeister zuständig. „Bei diesem Amt gilt es, ein Bindeglied zwischen verschiedenen Instanzen darzustellen“, berichtet der Diplom-Ingenieur in Versorgungstechnik, der bereits zum dritten Mal zum Kreishandwerksmeister gewählt wurde. „Egal ob als Ansprechpartner für die Politik oder die Betriebe, als Kreishandwerksmeister sieht man sich mit vielen Meinungen konfrontiert, die auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden müssen“, erzählt Gerhardt von dem Spagat zwischen den unterschiedlichen Interessengruppen, den er in seinem Amt meistern muss.
Das Amt des Kreishandwerksmeisters wird durch die Vertreter der 19 Innungen in der Kreishandwerkerschaft gewählt und ist ehrenamtlich. „Die Bedeutung des Handwerks für die Region Fulda ist immens“, berichtet Gerhardt. Pro Jahr schafft das Fuldaer Handwerk Raum für 500 Lehrstellen, aktuell sind insgesamt 1.600 Lehrlinge im Kreis Fulda in einer Handwerkerausbildung. Fulda ist somit im Regierungsbezirk Kassel der lehrlingsstärkste Ausbildungskreis. Aber nicht nur die Ausbildung, sondern auch die Weiterbildung ist für die Kreishandwerkerschaft ein wichtiges Anliegen. So werden beispielsweise Meistervorbereitungslehrgänge organisiert. Die Zukunft des Fuldaer Handwerks sei somit durch einen guten Nachwuchs gesichert, freut sich Gerhardt.