
Landrat Manfred Görig (links) beim Besuch der Vereins Behindertenhilfe Vogelsbergkreis e.V. in Herbstein zusammen mit den beiden Vorständen Katja Diehl und Frank Haberzettl. Foto: Erich Ruhl, Pressestelle Vogelsbergkreis
Vogelsbergkreis. Landrat Manfred Görig zeigt sich beeindruckt von der Bandbreite des Angebots in der Behindertenhilfe Vogelsbergkreis (bhvb), die er in Herbstein besuchte. Mit der Vorstandsvorsitzenden Katja Diehl und ihrem Stellvertreter Frank Haberzettl wurden in einem ausgiebigen Gespräch die Themen berufliche Integration, Inklusion sowie Synergien im Arbeits- und Ausbildungsmarkt beleuchtet. Görig signalisierte seine Bereitschaft, künftig im Aufsichtsrat des Vereins mitzuarbeiten, in dem der Landkreis Mitglied ist.
Katja Diehl, Fachbereichsleiterin Verwaltung, schilderte dem Landrat die Konzeption, die auf eine bestmögliche Förderung und Perspektiven-Entwicklung für die anvertrauten behinderten Menschen angelegt sei. Um die Ziele des Vereins zu erreichen, könne die Einrichtung auf eine sehr gute regionale Vernetzung und erhebliche Erfahrungen zurückgreifen. Das Unternehmen sei breit aufgestellt in den Bereichen Arbeiten, Wohnen, Beraten und Bildung.
Frank Haberzettl, Fachbereichsleiter Arbeit und Bildung, bot dem Vogelsbergkreis an, in den Bereichen Arbeitsmarkt und Ausbildungsmarkt die Zusammenarbeit zu verstärken. Auch die Verzahnung von Integrationsarbeit und Jugendsozialarbeit sei denkbar, ebenso wie Synergien beim Aufbau der beabsichtigten Produktionsschule des Kreises. Landrat Görig hält es für richtig, „das Know-How der Behindertenhilfe regional nutzbar zu machen.“

Diplom-Ingenieur Manfred Görig interessiert sich für die hohe Qualität der in der Metallwerkstatt hergestellten Produkte. Das Foto zeigt von links bhvb-Vorstandsvorsitzende Katja Diehl, Landrat Görig sowie die Metallbaumeister Lothar Leinberger und Jürgen Schmidt. Foto: Erich Ruhl, Pressestelle Vogelsbergkreis
Großen Raum im Gespräch nahm die Bewertung des sehr komplexen Themas Inklusion ein. „Inklusion muss den Betroffenen wirklich helfen“, hob Landrat Görig hervor. Das Land müsse das Vorhaben erheblich besser ausstatten. In der jetzigen Konzeption sei „kein einziger Gewinner“ zu erkennen, sagte Frau Diehl.
Die Behindertenhilfe Vogelsbergkreis, die als eingetragener Verein organisiert ist, gehört mit 250 Beschäftigten und 500 anvertrauten Menschen zu den größten mittelständischen Unternehmen in der Region. Werkstätten, Wohnheime sowie Frühförderung und Beratung gehören zum Portfolio. Besonders wichtig für Landrat Görig: „Das Selbstwertgefühl der anvertrauten Menschen wird durch das durchdachte Konzept auf mehreren Ebenen gestärkt.“
Der Verein bhvb wurde 1976 gegründet. Selbstbestimmtes Leben, ausgerichtet auf Teilhabe in der Arbeitswelt und in der Gesellschaft, sind die wesentlichen Leitziele. Der Verein hält an vier Standorten, nämlich in Herbstein, Lauterbach und an zweien in Alsfeld Werkstätten für behinderte Menschen vor. Darüber hinaus wird 200 Menschen im begleiteten und betreuten Wohnen ein würdevolles Leben geboten. Jährlich werden 130 Kinder in der Frühförder- und Beratungsstelle unterstützt. Es gibt jeweils drei Wohnangebote in Alsfeld und in Herbstein.
Bei der Betriebsbesichtigung wurde deutlich: es werden hochwertige Produkte – zum Beispiel in den Bereichen Holz und Metall – hergestellt, vielfach im Auftrag von regionalen Unternehmen, die am Weltmarkt operieren. Die bhvb arbeitet seit 1999 nach dem DIN Standard 9001. Große Mühe wird darauf verwandt, die Talente und Neigungen der behinderten Menschen im Arbeitsprozess genau herauszufinden, um die Zufriedenheit der anvertrauten Menschen herzustellen und gleichzeitig das Qualitätsniveau der Produkte zu sichern. Arbeitsplätze werden gegebenenfalls an die Möglichkeiten der Beschäftigten angepasst.