
Der „Kulturpreis Rhön“ des Rhönklub e.V. wurde jetzt an Professor Gottfried Rehm (2.v.l.) aus Fulda verliehen. Die Urkunde und die Plakette zum „Kulturpreis Rhön“ nahm er aus den Händen des inzwischen zurückgetretenen Rhönklub-Präsidenten Ewald Klüber (rechts) entgegen. Die Laudatio hielt der frühere Redakteur der Rhönklub-Zeitschrift, Heribert Kramm (links). Über die Ehrung freute sich auch Ehefrau Dorit Rehm (2.v.r.). Foto: Rhönklub e.V. / Jürgen Reinhardt
Rhön/Fulda. Der „Kulturpreis Rhön“ des Rhönklub e.V. ging in diesem Jahr an den in Fulda lebenden Professor Gottfried Rehm. Der Preis wird in unregelmäßigen Abständen und nur an herausragende Persönlichkeiten verliehen, die sich in der Rhön auf kulturellem Gebiet besondere Verdienste erworben haben. Der ehemalige Redakteur der Rhönklub-Zeitschrift, Heribert Kramm, würdigte in seiner Laudatio die Verdienste Rehms. Gottfried Rehm wurde in Poppenhausen an der Wasserkuppe geboren. Nach dem Abitur in Fulda und Heimkehr aus der Kriegsgefangenschaft widmete er sich dem Pädagogik- und Musikstudium. Nach seinem Studium arbeitete er von 1950 bis 1966 in Fulda und Gersfeld als Volks- und Realschullehrer. Danach war er Dozent und ab 1973 Professor an der Fachhochschule Fulda im Fachbereich Musik. Seit 1977 ist er wissenschaftliches Mitglied der Historischen Kommission für Hessen.
Gottfried Rehm gehört zu den Pionieren der Kulturarbeit im Rhönklub. Er zählt zu den geistigen Vätern des Kulturpreises Rhön, dessen Träger er nun selbst geworden ist. Gegen Ende der 50er-Jahre war Rehm bereits Kulturwart für die Hessische Rhön. Im Kulturausschuss galt er als ausgewiesener Fachmann für Musik und Mundartforschung. 1968 brachte er die erste Auflage des Rhönliederbuchs des Rhönklubs heraus. Auch die Rhönschallplatte, die der Rhönklub aus Anlass seines 100-jährigen Jubiläums 1976 herausbrachte, geht auf die Initiative des Geehrten zurück.
Rehms Tätigkeit an der Fachhochschule Fulda weckte sein Interesse an der Geschichte historischer Orgeln. Er gilt bei Orgelfreunden und Orgelwissenschaftlern als anerkannter Kenner der Rhöner Orgellandschaft. In den Jahren 1966 bis 1978 erschienen vier Bände zur Orgelgeschichte der Stadt Fulda, des Landkreises Fulda, des Landkreises Hünfeld und des Landkreises Schlüchtern.
Gottfried Rehm gilt als einer der Begründer der „Rathgeber-Renaissance“ in der Rhön. In zahlreichen Fachpublikationen hat er sich seit Anfang der 60er-Jahre des letzten Jahrhunderts nachhaltig mit dem Leben und der Musik des Oberelsbacher Barockkomponisten beschäftigt. Damit trug er dazu bei, dass Rathgeber wieder in der Rhön bekannt wurde. Gleichzeitig versuchte er nach und nach, Rathgeber-Werke aufzuführen, um so die Musik des Rhöner Komponisten einem breiten Publikum nahe zu bringen. Neben dem Leben und Werk Rathgebers widmete sich Rehm intensiv der Erforschung des Rhöner Musiklebens und der lokalen Musikgeschichte.
Auf dem Gebiet des Publizierens hat Gottfried Rehm Großes geleistet. 20 Bücher hat er allein über die Rhön geschrieben. Dazu zählen Publikationen musikalischen und volkskundlichen Inhalts, aber auch Sagensammlungen und Heiteres und Besinnliches aus Fulda und der Rhön. Zwei Bücher beschäftigen sich mit religiöser Volkskunde. Seit 1959 hat er sein Wissen in 359 Beiträgen in den „Buchenblättern“ und in 67 Beiträgen in der „Rhönwacht“ weitergegeben.
Der inzwischen zurückgetretene Rhönklubpräsident Ewald Klüber würdigte in seiner Ansprache ebenfalls das kulturelle Wirken Rehms und überreichte ihm die Urkunde und die Plakette des „Kulturpreises Rhön“.