
“Junge Geschichtsforscher” in den Katakomben des Reichstagsgebäude, an der Wahlurne für die Wahl des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer. Mit den Schülern im Gespräch, v.l.n.r: Dr. Michael Imhof, Vorsitzender des Hochschulrates Fulda, und Bundestagsabgeordneter Michael Brand
Berlin. Ausgezeichneten Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis Fulda, die am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten zum Thema “Skandale in der Geschichte”, bot sich kürzlich eine Studienfahrt besonderer Art nach Berlin. Der Bundestagsabgeordnete Michael Brand hatte die “jungen Geschichtsforscher” als “besonderen Dank für ein besonderes Interesse und erfolgreiches Engagements an wichtigen Fragen der Zeit und der Geschichte” für einige Tage nach Berlin eingeladen. Im Mittelpunkt der Fahrt standen die parlamentarische im Deutschen Bundestag und die Geschichte der deutschen Teilung nach 1945.
Im Schloss Cecilienhof in Potsdam konnten die Wettbewerbsteilnehmer den Ablauf der Potsdamer Konferenz der alliierten Siegermächte nachvollziehen. In den Originalräumen erfuhren die Schüler viele Details über die diplomatischen Gespräche und die Positionen der Repräsentanten der Siegermächte.
Die Folgen des Potsdamer Abkommens und die Situation Berlins im Kalten Krieg, der Mauerbau und die Diktatur des DDR-Regimes waren Teil der historischen Erkundungen in dem ehemaligen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen und auf dem Gelände der Gedenkstätte Berliner Mauer. Am Beispiel individueller Schicksale begegneten die Jugendlichen in den Kellern, den Gefängniszellen und Verhörräumen unmittelbar den Auswirkungen des Systems der politischen Verfolgung und den Strukturen der kommunistischen Diktatur des DDR-Staates.
An die gewaltsame Zerstörung des Alltags der Menschen in Berlin durch den Mauerbau der DDR-Regierung, die vielen Fluchtversuche verzweifelter DDR-Bürger wie auch an deren oftmals tödliches Ende durch Mauer und Schießbefehl des DDR-Regimes erinnert die genaue Rekonstruktion der Maueranlage und des Todesstreifens an der Bernauer Straße.
Der Bundestagsabgeordnete Michael Brand übernahm selbst die Führung mit den jungen Forschern aus Osthessen in den Katakomben des Reichstagsgebäudes mit einem Gang zum dahinter liegenden ehemaligen Palais des Reichstagspräsidenten. Der Abgeordnete erläuterte dabei einige historische Objekten des Parlamentarismus, wie zum Beispiel die Wahlurne des ersten Deutschen Bundestages, in dem unter anderem die Stimmzettel für die Wahl des ersten deutschen Bundeskanzlers, Adenauer, gesammelt worden waren und heute in fast keinem Geschichtsbuch fehlt.
Begleitet von kundiger Führung erhielt die Forschergruppe aus Fulda zudem einen Einblick in die Stadtentwicklung Berlins, die Eigenarten der verschiedenen Stadtviertel und deren Geschichte.