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Wächtersbacher Messe auch Ort der Begegnung mit Trauernden

v.l.n.r. Tatjana und Dieter Kuske (2. und 1. Vorsitzende Trauernde Eltern und Kinder e.V. MKK/Hessen) Brigitte Wittke (2. Vorsitzende Förderverein Trauerarbeit und Leiterin Trauerarbeit Schlüchtern) / Foto: privat

v.l.n.r. Tatjana und Dieter Kuske (2. und 1. Vorsitzende Trauernde Eltern und Kinder e.V. MKK/Hessen) Brigitte Wittke (2. Vorsitzende Förderverein Trauerarbeit und Leiterin Trauerarbeit Schlüchtern) / Foto: privat

Wächtersbach. Paulus ging auf den Areopag dem Marktplatz in Athen  und sprach die Menschen hat, gleiches haben über eine Woche die Vorsitzende Tatjana und Dieter Kuske der Trauernden Eltern und Kinder e.V. MKK/ Hessen zusammen mit Brigitte Wittke 2. Vorsitzende des Fördervereins Trauerarbeit und Leiterin der Trauerarbeit in Schlüchtern getan: Sie haben mitten im Trubel einer Verbrauchermesse in Wächtersbach die Menschen angesprochen, deren Schicksal durch den Tod durchkreuzt wurde.

„Wir haben viele Gespräche geführt, wo Menschen ihre eigene Situation angesprochen haben“, sagt Dieter Kuske. Er hat selbst durch den Tod seiner Tochter Genevieve gute Erfahrungen mit Gesprächen in München gemacht und deshalb mit seiner Frau Tatjana die Trauernden Eltern und Kinder e.V. im Main Kinzig Kreis gegründet. „Wir wollen die Eltern nicht allein lassen, wie wir es leider selbst erlebt haben“, sagt Tatjana Kuske und spürt dies in den Gesprächen immer wieder, dass Eltern keine Anlaufstelle im Main Kinzig Kreis beim Tod ihrer Kinder gefunden haben. Sie bieten deshalb nach genügend Zeit der Begleitung bei den verwaisten Eltern in München und einer Trauerbegleiterausbildung selbst einen Gesprächskreis für Eltern und vor allem Väter an.

„Männer trauern anders und brauchen einen geschützenden Raum, durchaus unter sich, um sich ihrer Trauer zu stellen. Jeden 4. Donnerstag im Monat findet dieses Angebot im Trauerzentrum Rhönstraße 8 in Hanau statt“, bietet Dieter Kuske betroffenen Vätern und zusammen mit seiner Frau jeden 2. Dienstag im Monat, jeweils um 19.30 Uhr  ebenso dort an. Brigitte Wittke, die schon seit nunmehr drei  Jahren das Cafe Hoffnungsschimmer in Schlüchtern jeden letzten Dienstag im Monat (17.30 – 20.00 Uhr)  anbietet und dort im Gespräch mit Trauernden, die einen engen Angehörigen verloren haben, steht sieht aber eine Angebotslücke zwischen Hanau und Fulda. Deshalb hat sie sich, die selbst ein Kind am Ende  der Schwangerschaft verloren hat und sehr mangelhaft begleitet wurde, bereit erklärt eine Gruppe für Trauernde Eltern in Schlüchtern anzubieten.

Derzeit findet diese Gruppe jeden 3. Dienstag im Monat von  17.30 – 20.00 Uhr  im Altenzentrum Gamma, An den Lindengärten 7 in Schlüchtern. Sie ist 2. Vorsitzende des Fördervereins Trauerarbeit e.V. und möchte das Angebot gerade im Raum Schlüchtern ausweiten, da sie selbst Kompetenz aus Ihrer Arbeit als ambulante Krankenschwester in Leitungsfunktion, Palliative care, Hospizhelferin und ausgebildete Trauerbegleiterin und die Lücke nach Fulda hin etwas schließen. Aktuell hat sie eine Weiterbildung in einer  nicht nur für Trauernde geeignete Entspannungsform, dem Lachjoga gemacht. Zudem sind Einzelgespräche  ebenfalls eine ihrer Stärken, dazu sucht sie  geeignete Räumlichkeiten.

„Wir sind froh, dass wir im Gama – Altenzentrum angenehme Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt bekommen, wollen aber unser Angebot erweitern und ergänzen. Schön wäre es, wenn sich ein leer stehender Laden oder eine kleine Einliegerwohnung kostengünstig –auch gegen Spendenquittung- anmieten lassen könnte“, sagt Brigitte Wittke, deren Bekanntheit in Schlüchtern dem neuen Ziel der Trauerarbeit dienlich ist. Hinweise nimmt Brigitte Wittke unter ihrer direkten Telefonnummer

„Gerne würden wir eine Art „Trauerzentrum für Schlüchtern“ einrichten, damit Trauernde eine Anlaufstelle und ein Treffpunkt haben, wie wir es in Hanau im Trauerzentrum Rhönstraße 8 haben,“ meint Werner  Gutheil, Diözesanseelsorger für Trauernde im Bistum Fulda und Leiter des Trauerzentrum Rhönstraße 8 in Hanau, wo durchschnittlich 3000 Teilnehmende und ca. 250 Kontakte mit Trauernden laufen. „Schlüchtern wäre gut die Hälfte des Weges zwischen Hanau und Fulda. Wenn jemand eine Idee oder kostengünstige Räume, auch gegen Spendenquittung, kann er sich direkt mit uns in Verbindung setzen:  Tel. 06661-29 999 oder per e-mail: Werner.Gutheil@trauern-warum-allein.de. Unser Ziel ist es heimatnahe Angebote zu schaffen, um dadurch Kontakte untereinander herzustellen.

Sogar Erich Pipa war am Stand und hat den drei Mitarbeitenden in der Trauerarbeit für ihre ehrenamtliche Arbeit gedankt und sich in das Gästebuch eingetragen. Walter Dreßbach von der Ehrenamtsargentur des Main Kinzig Kreises war allen bekannt, zumal er in diesem Jahr 20 Ehrenamtskarten an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diözesanstelle für Trauerarbeit mit Sitz in Hanau und ehrenamtliche Tätigkeit im gesamten Main Kinzig Kreis bis nach Fulda hin, ausgegeben hat. „Wir haben gut 40 Ehrenamtliche, die in Verbindung mit der eigenen Trauerarbeit selbst zu praktischen Helfern werden“, sagt der Diözesanseelsorger, der sich über jeden neuen Mitarbeitenden freut. „Die Trauernden wollen nicht durch ihre Trauer bestimmt werden, sondern die Trauer gehört zu ihnen, aber der Weg ins Leben ist wichtiger“, so das Anliegen in der Trauerarbeit.

„Unser Dank gilt der Leitung der Messe Wächtersbach GmbH, insbesondere dem Geschäftsführer Winfried Wilhelm und seinen Mitarbeiterinnen  Ute Metzler und Ute Deubert, die den Stand ermöglicht und ganz praktisch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Trauerarbeit unterstützt haben“, so Werner Gutheil, der Tatjana und Dieter Kuske und Brigitte Wittke zu Dank verpflichtet ist, die sich über eine Woche lang den Fragen und Gesprächen gestellt haben. Im kommenden Jahr wird es sicherlich wieder einen Stand geben.

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