Fulda (cp). Bereits zum sechsten Mal haben sich die Lehrer der Städtischen Musikschule zusammen getan, um in der gut gefüllten Kapelle des Vonderau Museums einen kurzweiligen Abend von enormer musikalischer Bandbreite zu präsentieren. Schulleiter Christoph Stibor führte kenntnisreich durch das Programm und servierte den Zuhörern interessante Details aus dem Leben und Wirken der einzelnen Komponisten.
Wendig und lebendig
Eröffnet wurde das Programm mit einer von Klavierlehrer Frank Seifert komponierten Sinfonia für Klavier – ein gekonnt gesetztes, polyfon durchwirktes Stück, welches sich stark an seinen barocken Vorbildern orientiert, aber auch Stilmerkmale späterer Epochen einbezieht. Der vor allem durch seine zahllosen Belcanto-Opern bekannte Klassiker Gaetano Donizetti hat in jungen Jahren eine zweisätzige Flötensonate geschrieben, deren zunächst gesangliche und später lebhafte Melodieketten von Stephanie Vautz an der Querflöte virtuos und stilistisch überzeugend dargeboten wurden. Ebenso souverän agierte ihre Kollegin Marina Gajda am Klavier. Gleich vier Gitarrenlehrer bildeten das Ensemble, welches den Country-Pop-Song „Don’t make my brown eyes blue“ sowie Gershwins „Summertime“ und „I got rhythm“ in speziellen Gitarrenarrangements zu Gehör brachte. So entstand ein schöner Kontrast zu der sich anschließenden echten Rarität aus der Feder Giacomo Rossinis: Das Duett für Violoncello (Jochen Fuchs) und Kontrabass (Sophia Mott). Beeindruckend, wie wendig und lebendig die beiden tiefen Instrumente trotz der absolut unkonventionellen Besetzung einen typischen Rossini auf die Bühne zauberten.
Die Rhythmik tanzen lassen
Nach der Pause gab es ein Bonbon für Jazzliebhaber: Kurt Adolph groovte sich gekonnt durch den Song „Have you met Miss Jones?“ von Richard Rogers. Er nutzte dabei einen Loop-Generator, der zunächst die vom Solisten selbst gespielte Begleitung aufnimmt, um sie dann nahtlos wieder abzuspielen. So gewann der Spieler enorme Freiheit und konnte über die Basslinie Melodiephrasen, Akkorde und Oktaven durch seine mitreißende Improvisation perlen lassen. Johann Joachim Quantz beherrschte elf Instrumente und so ist es kein Wunder, dass er als Komponist diese sehr genau in Szene zu setzen wusste. Das war bei jedem Ton zu spüren, den Christina Mackenrodt (Flöte), Till Joachim (Oboe) und Sigrid Naumann in der Trio-Sonate c-moll erklingen ließen. Klangschönheit, Stilkenntnis und enorme Geläufigkeit zeichneten die homogene Leistung drei Interpreten aus. Nun folgte wieder ein Trio, welches jedoch aus einer ganz anderen Zeit und von einem ganz anderen Kontinent stammt: „Spring ain’t here“ des mit 20 Grammys dekorierten amerikanischen Fusionjazz-Gitarristen Pat Metheny. Vibrafonist Klaus Schenk, Gitarrist George Wagner und Bassist Manfred Sauer gelang es, die subtile Rhythmik tanzen zu lassen, Unisono-Passagen perfekt zur Deckung zu bringen und dabei die Atmosphäre des Stückes voll zu entfalten.
Begeistertes Publikum
Den Schlusspunkt des durchgehend sehr geglückten Konzertabends setzte die Sängerin Raili Orrava, von der die Gesangsschüler des Popularbereichs gecoacht werden. Mit einer ganz reduzierten und intimen Fassung des ABBA-Hits „When all is said and done“ bewegte sie durch ihre füllige, wandlungsfähige Naturstimme nicht zuletzt, weil sie ganz ohne Mikrofon auskam. Einfühlsam begleitet wurde sie Christoph Stibor am Flügel und Manfred Sauer am Fretless-Bass. Das begeisterte Publikum dankte allen Musikschullehrern mit langem Applaus und so versprach der Schulleiter eine Fortsetzung der Konzertreihe im nächsten Jahr.