Schlüchtern (rb). Schon im Sommer befasste sich der Rhönklub mit der Gründung einer gGmbH für touristische und kulturelle Zwecke. Dazu erstellte man bereits einen umfangreichen Businessplan, der sich in drei Säulen gliedert. Ein Teil davon betrifft auch die im Antrag von SPD und FDP genannte „Kulturförderung“. Wörtlich steht im Businessplan der „Bergwinkel Tourismus gGmbH“, dass „die Gesellschaft eigene Dienstleistungs-Produkte in Form von Führungen, Lesungen, Konzerten, Theateraufführungen, Kursen, Seminaren, Dinner, Festen und ähnliches“ anbietet. Darunter fallen auch Märkte.
Vorteile einer gemeinnützigen Gesellschaft liegen neben den Steuern in der Möglichkeit zur Ausstellung von Zuwendungsbescheinigungen oder der Haftung. „Viele Veranstaltungen tragen ein enormes Risiko, weshalb so etwas durchaus Sinn macht“, sagt Rhönklub Vorsitzender Robert Brimberry. In wie weit die „Drittmittel“ durch Sponsoring aufgetrieben werden können, ist für den Vorstand des Elmer Rhönklubs fraglich. Vielmehr solle man versuchen, Spenden zu akquirieren. Denn durch die Ausstellung von Spendenquittungen ergeben sich hier neue Möglichkeiten. „Wir sollten nicht zurück auf die Bedruckung von Sponsoringflächen im Großformat“, so Brimberry. Dadurch würde man das „Coperate Identity“ zerstören.
Die anderen Säulen
Eine weitere Säule ist das Regionalmanagement. So steht in dem vom Rhönklub verfassten Papier, dass die Gesellschaft im Rahmen des Regionalmanagements die Bevölkerung auf die Vorteile der Region hinweisen und gezielt nach innen bewerben soll. Denn „damit soll bei den Bürgerinnen und Bürgern ein stärkeres Heimatgefühl geweckt und die regionale Wirtschaft angekurbelt werden“.
Die dritte Säule besteht aus der interkommunalen Zusammenarbeit. „Allein dadurch könnte man mehr als zehn Prozent ohne Sponsoring einsparen und hat zusätzlich die Möglichkeit, auf Fördermittel zurückzugreifen“, sagt Brimberry. Denn damit würden Synergieeffekte erzeugt und Auslastungszahlen im Gastgewerbe erhöht werden. Brimberry hatte im Sommer bereits Gespräche mit zwei Schlüchterner Hoteliers, die von der Wiederbelebung des Alleinstellungsmerkmals „Bergwinkel“ viel halten. Auch mit dem Steinauer Bürgermeister Walter Strauch gab es im Sommer ein Termin, der sehr angetan von der Idee war. Kürzlich sicherte Bürgermeister Fritzsch ideele Unterstützung zu.
Der Vorstand des Elmer Rhönklubs ist mit dem Vorstoß im Schlüchterner Stadtparlament sehr zufrieden. SPD und FDP stellten den gemeinsamen Antrag unabhängig von der Idee des Rhönklubs. Die Stadtverordnetenversammlung stimmte dem Antrag geschlossen zu, während zufälligerweise der Rhönklub seine Pressekonferenz in Elm abhielt. Denn weder die Parteien noch der Rhönklub wussten gegenseitig von der „ähnlichen Idee“. Auch wenn sich der politische Antrag nur mit der „Kulturförderung“ beschäftige, sei die „Verschmelzung“ beider Ideen eine Bereicherung, da das Rhönklubs-Konzept ohnehin diesen Teil belegt und eine Erweiterung darstellt. „Nun gilt es die Pläne weiter zu verfolgen“, so Brimberry abschließend.