Bad-Hersfeld/Fulda. Der osthessische Arbeitsmarkt hat sich im vergangenen Jahr robust gezeigt. Mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent im Jahr 2012 hatte der Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda (Landkreis Fulda und Landkreis Hersfeld-Rotenburg) die niedrigste Quote in Hessen. „Auch im Januar 2013 liegt der Agenturbezirk mit einer Quote von 4,6 Prozent an der Spitze Hessens. Allerdings bleiben die Anzeichen einer konjunkturellen Eintrübung bestehen. Indikatoren hierfür sind der Stellenbestand, der Rückgang der Beschäftigung im Bereich der Zeitarbeit und der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung“, erklärt Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda.
Der Arbeitsmarkt in 2012 im Landkreis Fulda
Volle Auftragsbücher, ausgelastete Fertigungsanlagen und mitunter Expansionskurs – die Konjunktur im Landkreis Fulda hat sich in 2012 zumindest im ersten Halbjahr allen Unkenrufen zum Trotz stark gezeigt und zu einem robusten Arbeitsmarkt beigetragen. Bei einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 3,6 Prozent erreichte die Arbeitslosigkeit einen historischen Tiefstand. Im Durchschnitt waren 4.080 Personen arbeitslos gemeldet, 418 (-9,3 Prozent) weniger als im sehr guten Jahr 2011. Die niedrigste Arbeitslosenquote registrierte die Arbeitsagentur in Fulda im November 2012 mit 3,2 Prozent.
Dementsprechend zufrieden zeigte sich Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda, die seit der Fusion der Arbeitsagenturen im Oktober für beide Landkreise zuständig ist. „Alle Personengruppen haben von der positiven Entwicklung profitiert“, freute sich der Agenturchef bei der Jahrespressekonferenz im Hünfelder Rathaus. Überproportional ging die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt bei Frauen zurück (-11,7 Prozent auf 1.989). Mit 2.091 lag die Zahl der arbeitslosen Männer um 154 (-6,9 Prozent) unter der Zahl des Vorjahres, obwohl im produzierenden Gewerbe zuletzt eine leichte Abschwächung zu verzeichnen war. Im Durchschnitt waren 410 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet (-8,9 Prozent). Auch die Arbeitslosigkeit bei älteren Personen über 50 Jahren ist weiter gesunken (-7,2 Prozent auf 1.494).
Sowohl die Agentur für Arbeit als auch das Kreisjobcenter verzeichneten zurück gehende Arbeitslosenzahlen.
„Über diese sehr guten Ergebnisse dürfen wir uns in der Region zu Recht freuen. Die Betriebe und Unternehmen haben sich mit ihren Beschäftigten als enorm wettbewerbsfähig erwiesen, konstatierte Dombrowski. Gleichwohl dürfte der Zenit des Abbaus der Arbeitslosigkeit vorerst erreicht sein. Erste Anzeichen und Signale für eine Abschwächung der Konjunktur mit ihren Folgen für den Arbeitsmarkt hatte es schon in den letzten Monaten des Jahres gegeben. So konnte der Arbeitgeberservice beispielsweise im Jahresdurchschnitt 6.135 Arbeitsstellen akquirieren, was einem Minus von 3,9 Prozent gleichkommt. Das Institut für Arbeits- und Berufsforschung (IAB) prognostiziert für Osthessen einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit, die Beschäftigungssituation dürfte jedoch robust bleiben.
Der Arbeitsmarkt im Januar 2013 im Landkreis Fulda
Saison bedingt – und durch den starken Wintereinbruch verstärkt – ist die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Fulda im Januar gegenüber dem Dezember um 788 auf 4.604 angestiegen. Die Quote stieg erwartungsgemäß von 3,3 auf 4,0 Prozent. Dies bedeutet ein Plus von rund einem Fünftel. Der Anstieg entsprach damit in etwa dem im Vorjahresmonat. Da von der saisonalen Arbeitslosigkeit maßgeblich witterungsabhängige Außenberufe betroffen sind, wuchs die Zahl der arbeitslosen Männer gegenüber dem Dezember um 610 (30,2 Prozent). Bei Frauen stieg die Beschäftigungslosigkeit im Januar dagegen lediglich um 9,9% auf 1.974 an.
Auch wenn der Abstand zum Vorjahresmonat kleiner geworden ist, liegt die Gesamtzahl der Arbeitslosen mit 4.604 um 130 niedriger als im Januar 2012. Erfreulich ist, dass trotz schwierigerer konjunktureller Rahmenbedingungen, die Erwerbslosigkeit bei jüngeren unter 25 Jahren lediglich leicht auf 441 (+15) angewachsen ist. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung ist jedoch die Abnahme der Konjunkturdynamik bereits sichtbar, dort sind stagnierende oder leicht ansteigende Entwicklungen zu verzeichnen.
„In der Region Fulda haben wir hinsichtlich des Aufbaus von Beschäftigung und des Abbaus von Arbeitslosigkeit sehr gute und erfolgreiche Jahre gehabt. Die gegenwärtige wirtschaftliche Abschwächung dürfte vorerst zu keinem weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit führen. Auf der Basis dieses stabilen Fundaments, hoffen wir, dass die Konjunktur zur Jahresmitte wieder Fahrt aufnimmt. In verschiedenen Branchen und Berufen suchen wir weiterhin dringend Fachkräfte für unsere Betriebe. Daran wird sich auch in den nächsten Monaten nichts ändern“ kommentiert Waldemar Dombrowski, Leiter der örtlichen Agentur für Arbeit die nach wie vor stabilen Aussichten.
Der Arbeitsmarkt in 2012 im Landkreis Hersfeld-Rotenburg
„Die wirtschaftliche Eintrübung war im vergangenen Jahr auch in Waldhessen zu spüren. Im Gegensatz zur letzten Krise hat der Markt aber freigesetzte Arbeitskräfte wieder weitgehend aufgenommen, dies gilt insbesondere für Fachkräfte“, kommentiert Waldemar Dombrowski, Leiter der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, die Zahlen zum Arbeitsmarkt im Jahr 2012.
Im Jahresdurchschnitt waren im vergangenen Jahr im Landkreis Hersfeld-Rotenburg 3207 Menschen arbeitslos gemeldet. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent. Im Jahr 2011 waren durchschnittlich 3022 Personen arbeitslos, die Quote lag im Schnitt bei 4,9 Prozent. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit (+6,1 Prozent) vollzog sich aufgrund der bestehenden Ansprüche im Bereich der Arbeitsagentur. Hier nahm die Zahl der Arbeitslosen im Durchschnitt um 140 Personen auf insgesamt 1219 Arbeitslose zu (+13 Prozent). Im Bereich der Grundsicherung stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr um 45 Personen auf insgesamt 1989 (+2,3 Prozent) an. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betraf alle Personengruppen am Arbeitsmarkt. Wegen der wirtschaftlichen Eintrübung, die sich vor allem im produzierenden Gewerbe bemerkbar machte, waren allerdings Männer am stärksten (+ 155) auf insgesamt 1658 Arbeitslose betroffen. Der Anteil der Älteren über 50 Jahren an allen Arbeitslosen ist im Kreis mit 35,8 Prozent weiterhin hoch.
„Bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit bei älteren Menschen über 50 Jahren bleibt für alle Beteiligten noch eine Menge zu tun. Mit Blick auf die demographische Entwicklung und den steigenden Bedarf an Fachkräften, gilt es die Potenziale der älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer noch stärker zu nutzen“, so der Agenturleiter. Arbeitsagentur und Kreisjobcenter sind auch auf diesem Feld aktiv. Bemerkenswert und erfreulich zugleich ist aus Sicht von Waldemar Dombrowski, dass trotz des leichten konjunkturellen Gegenwinds die Arbeitslosigkeit in der zweiten Jahreshälfte von Monat zu Monat gesenkt werden konnte.
Die Zahl der bei der Agentur für Arbeit gemeldeten Stellen war im vergangenen Jahr im Landkreis Hersfeld-Rotenburg rückläufig. Im Verlauf des Jahres 2012 konnte ein Rückgang im Einstellungsverhalten der Personaldienstleister beobachtet werden. Weiterhin resultiert der Rückgang aus einem veränderten Einstellungsverhalten im Logistikbereich und teilweise im Handel. Seit Jahresbeginn wurden der Arbeitsagentur 6464 Stellen gemeldet, 15,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Parallel dazu sank im gleichen Zeitraum der Bestand an offenen Stellen um 15,6 Prozent auf 676 im Jahresdurchschnitt.
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) prognostiziert für den Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda für das kommende Jahr einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig wird ein Anstieg der Beschäftigung erwartet. Insofern dürfte sich der regionale Arbeitsmarkt relativ robust zeigen.
Â
Der Arbeitsmarkt im Januar 2013 im Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Jahreszeitüblich ist die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg im Januar angestiegen. Insgesamt waren 3424 Frauen und Männer von Arbeitslosigkeit betroffen. Das waren 555 Arbeitslose mehr als im Dezember und 199 mehr als im Januar des letzten Jahres. Die Arbeitslosenquote lag bei 5,5 Prozent (Vorjahr: 5,2 Prozent). „Jahreswechsel, Kälteperiode und Konjunktur haben den Arbeitsmarkt im Januar bestimmt. Witterungsbedingte Entlassungen und das Ende des Weihnachtsgeschäftes sind Faktoren, die sich auf dem Arbeitsmarkt auswirken und auch die Arbeitslosenzahlen ansteigen lassen. Hinzu kamen Kündigungen zum Jahresende, was auch erklärt, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit überwiegend im Zuständigkeitsbereich der Arbeitsagentur stattfand“, kommentiert Waldemar Dombrowski die aktuellen Zahlen.
Anstieg der Arbeitslosigkeit trifft vor allem Männer
Wie in den Wintermonaten üblich, traf die Arbeitslosigkeit in erster Linie Männer. Ihre Zahl stieg nochmals um 415 Personen auf insgesamt 1914 arbeitslose Männer an. Auch die Zahl der arbeitslosen Frauen ist im vergangenen Monat angestiegen. Insgesamt waren 1510 Frauen von Arbeitslosigkeit betroffen, 140 mehr als im Dezember. 385 junge Frauen und Männer unter 25 Jahren waren im Januar arbeitslos. Das waren 128 mehr als im Vormonat, gegenüber dem Januar 2012 fiel der Anstieg dagegen etwas schwächer aus (+58). Auch bei den älteren Menschen über 50 Jahren war im Januar ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Ihre Zahl stieg um 120 Personen auf insgesamt 1223 ältere Arbeitslose an. Im Vergleich zum Januar 2012 waren das 94 Ältere mehr.
Sinkende Arbeitskräftenachfrage und Stellenmeldungen
Die Zahl der bei der Agentur für Arbeit gemeldeten Stellen ist rückläufig. Seit Jahresbeginn wurden 251 Stellen gemeldet. Parallel dazu sinkt im gleichen Zeitraum der Bestand an offenen Stellen um 16,2 Prozent auf 413 im Januar dieses Jahres. Gleichwohl werden in verschiedenen Branchen und Berufen nach wie vor Fachkräfte für die Betriebe und Unternehmen gesucht.
„In den letzten Jahren hatten wir in unserem Landkreis einen überproportionalen Zuwachs an Beschäftigung und deutlichen Abbau der Arbeitslosigkeit. Aufgrund der etwas schwächeren Konjunktur dürfte ein weiterer Abbau der Arbeitslosigkeit vorerst gestoppt sein. Wir hoffen auf diesem soliden Fundament auf ein Anziehen der Konjunktur zur Jahresmitte. Derzeit werden in zahlreichen Berufen noch Fachkräfte gesucht“, kommentiert Waldemar Dombrowski die aktuelle Situation und die Erwartungen für die nächsten Monate.