Bad Hersfeld/Fulda. Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda (Landkreise Fulda und Hersfeld-Rotenburg) ist zum Ende des Jahres relativ stabil geblieben. Die Zahl der Arbeitslosen ist gegenüber November um 157 auf 6.685 gestiegen (+2,4 Prozent). Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr lag mit 138 bei 2,1 Prozent, wobei sich die Entwicklung in den Teilregionen durchaus unterschiedlich gestaltet. Die Arbeitslosenquote im Dezember beträgt 3.8 Prozent, im November hatte sie bei 3,7 Prozent gelegen. Aufgrund der schlechteren Konjunkturlage ist der Bereich der Arbeitslosenversicherung stärker vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen. Bei den Dienststellen der Arbeitsagentur waren 2.769 Menschen ohne Arbeit gemeldet, was gegenüber dem Vorjahresmonat ein Plus von 13,5 Prozent bedeutet. Bei den kommunalen Jobcentern waren 3.916 Personen arbeitslos gemeldet – 4,7 Prozent weniger als im Dezember des Vorjahres.
Auch im Dezember stieg wegen der Verschlechterung der Lage im gewerblich-technischen Bereich die Arbeitslosigkeit bei Männern überproportional an (+9,7 Prozent auf 3.519), während die Zahl der erwerbslosen Frauen um 5,2 Prozent auf 3.166 gesunken ist.
Auch wenn bei der Verfassung des Arbeitsmarktes ein leichtes Nord-Süd-Gefälle innerhalb des Agenturbezirkes festzustellen ist, sind negative Auswirkungen der schwächeren Konjunktur auf den Arbeitsmarkt im Gesamtbezirk zu verzeichnen.
Landkreis Fulda – Abnehmende Konjunkturdynamik zeigt Wirkung auf Arbeitsmarkt
Im Dezember waren in der Region Fulda 3.816 Menschen arbeitslos gemeldet, dies bedeutet einen Anstieg um 3,5 Prozent gegenüber dem November. Dieser Zuwachs ist saisonal bedingt, wobei die abnehmende Dynamik des Arbeitsmarktes ebenfalls Wirkung zeigen dürfte. Trotz dieser Entwicklung liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 3,3 Prozent und ist damit die niedrigste aller hessischen Landkreise. Zugleich stellt sie einen positiven Rekordwert in einem Dezember in den letzten drei Jahrzehnten dar.
In der Region liegt die Arbeitslosenzahl immer noch unter der des Dezembers in 2011 (-2,7 Prozent), aber die schwächer werdende Konjunktur wirkt sich insofern aus, als dass der Vorjahresabstand von Monat zu Monat geringer ausfällt. „Angesichts der Entwicklung in den letzten Monaten und der Prognosen für das erste Halbjahr 2013 gehe ich davon aus, dass der langjährige Abbau der Arbeitslosigkeit zunächst einmal seinen Zenit erreicht hat“ kommentiert Waldemar Dombrowski, Leiter der örtlichen Agentur für Arbeit, die Lage.
So stieg die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung, bei der sich wirtschaftliche Ausschläge in der Regel zuerst bemerkbar machen, binnen Jahresfrist um 92 Personen auf 1.710. Beim Jobcenter des Landkreises sind 2106 Personen arbeitslos gemeldet und damit 8,6 Prozent weniger als im Dezember 2011; aber auch im Bereich der Grundsicherung sinkt der Abstand zum Vorjahresmonat.
Die nachlassende Konjunktur macht sich vor allem im produzierenden Gewerbe bemerkbar. Dies erklärt den relativ starken Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Männern. So waren im abgelaufenen Dezember 86 (4,4 Prozent) mehr Männer arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr. Frauen profitierten unter anderem verstärkt von zusätzlichen Stellenangeboten des Handels im Zusammenhang mit dem Weihnachtsgeschäft. Im Dezember waren 1.796 Frauen bei der Arbeitsagentur und beim Jobcenter als Arbeitslose registriert, dies waren 193 weniger als im Dezember 2011.
Erfreulich ist, dass der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur im Dezember mit 554 Stellen deutlich mehr rekrutieren konnte als vor einem Jahr. Damit konnte der Rückstand bei den Stellen leicht reduziert werden. Derzeit stehen 1.630 Stellen zur Vermittlung arbeitsloser Menschen zur Verfügung. Das sind fast 18 Prozent mehr als vor einem Jahr. Während im Helferbereich der Zeitarbeit momentan kaum noch Stellen ausgeschrieben werden, besteht verstärkter Bedarf im Maschinenbau (Ingenieure, Techniker, Konstrukteure, Metallbauer). Im Einzelhandel, in der Alten- und Krankenpflege wie in der Gastronomie werden Arbeitskräfte gesucht, die flexible Arbeitszeiten wahrnehmen können.
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Landkreis Hersfeld-Rotenburg – Schwächere Konjunktur belastet regionalen Arbeitsmarkt
Die Zahl der Arbeitslosen ist im Dezember gegenüber dem November lediglich um 28 auf 2.869 Personen angestiegen. Dies entspricht einem Plus von einem Prozent; hessenweit war ein Anstieg von 2,2 Prozent zu verzeichnen. Die aktuelle Arbeitslosenquote liegt bei 4,6 Prozent. Der Vergleich mit den Vorjahresdaten macht jedoch die Auswirkungen der schwächer werdenden Konjunktur auf den Arbeitsmarkt deutlich. Gegenüber dem Dezember 2011 lag die Arbeitslosigkeit im abgelaufenen Monat um 245 (9,3 Prozent) höher. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, bei der die konjunkturellen Ausschläge relativ schnell sichtbar werden, ist die Zahl der arbeitslosen Menschen binnen Jahresfrist um 29 Prozent auf 1.059 angestiegen. Bei der Grundsicherung ist lediglich ein Anstieg der Arbeitslosigkeit um 0,4 Prozent auf 1.810 Personen zu verzeichnen.
Die nachlassende Konjunktur macht sich vor allem im produzierenden Gewerbe bemerkbar. Dies erklärt den starken Anstieg der Beschäftigungslosigkeit bei Männern. Während im Landkreis im Vergleich zum Dezember 2011 die Zahl der arbeitslosen Männer um 226 angestiegen ist, ist die Zahl der Frauen, die eine Arbeitsstelle suchen, lediglich um 19 auf 1.319 gewachsen.
„Angesichts der Entwicklung des Arbeitsmarktes in den letzten Monaten und der Prognosen für das erste Halbjahr 2013 gehe ich davon aus, dass der langjährige Abbau der Arbeitslosigkeit seinen Zenit vorerst überschritten hat. Gleichwohl dürfen wir nicht zu pessimistisch sein, denn in verschiedenen Berufen und Branchen gibt es nach wie vor einen Fachkräftebedarf, der mitunter schwer zu decken ist.“ kommentiert Waldemar Dombrowski, Leiter der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda. Sorgen machten dem Agenturchef die in unserer Region, aber auch hessenweit gestiegenen Zahlen bei den arbeitslosen Personen unter 25 Jahren. „Hier müssen wir sehr aufmerksam sein, um die erzielten Erfolge der vergangenen Jahre nicht zu gefährden“ konstatiert Dombrowski. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Zahl der arbeitslosen Unter-25-Jährigen um mehr als ein Drittel auf 257.
Die Zahl der älteren Arbeitslosen lag im Dezember bei 1.103 und damit um 9,3 Prozent über dem Vorjahresmonat. Der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit in Bad Hersfeld hat nach wie vor zahlreiche Stellen im Angebot. So werden zum Beispiel Verkaufskräfte im Nahrungsmittelhandwerk, Fachkräfte in der Gastronomie, im Elektro- und Metallbereich sowie in der Altenpflege gesucht.