Petersberg. Weihnachten beginnt für Maximilian Schäfer jedes Jahr schon im Hochsommer. „Da schaue ich im Internet, welche neuen Krippenfiguren erhältlich sind“, erzählt der 14-Jährige, der spätestens ab Herbst der Adventszeit entgegen fiebert. Zwei Wochen vor Heiligabend beginnt der Petersberger dann mit dem Aufbau von Stall, Tieren, Figuren und Zubehör in seinem Zimmer.
Dabei geht der Jugendliche äußerst penibel vor. Zunächst legt er eine Moosschicht als Unterlage aus. „Das Material stammt aus den Vorjahren, wird aber regelmäßig erneuert“, erklärt Maximilian. Auf der Suche nach schönen Wurzeln und kleinen knorrigen Ästen ist er ohnehin das gesamte Jahr über unterwegs. Denn „es sind die Details, die den Charakter einer Krippe ausmachen“, weiß der junge Experte.
Mittlerweile besitzt er seinen vierten Stall. Die früheren Modelle, die Maximilian in liebevoller Handarbeit gemeinsam mit seinem Opa gebaut hatte, sind inzwischen zu klein geworden. Schließlich wächst das Figuren-Portfolio Jahr für Jahr. Rund 15 Zentimeter sind Maria, Josef und die anderen Zeugen von Jesu Geburt jeweils hoch. Als Material wird Berkalith verwendet, ein Kunstharz, das die Nachbildung selbst winzigster Finessen ermöglicht. Die Anordnung des Ensembles überlegt sich der Schüler in jeder Adventszeit neu. Besondere Freude bereitet es ihm, der Anlage mit zusätzlichen Elementen Leben einzuhauchen. Hier ein kleiner Bach, dort eine Brücke, ein winziger Korb mit Holz, Werkzeug und eine Feuerstelle – in der Weihnachts-Krippe von Maximilian gibt es viel zu entdecken.
„Gerade diese Kleinigkeiten machen den Unterschied“, freut sich der Messdiener, der seine Krippe durch spezielle Beleuchtungseffekte im Dunkeln in eine stimmungsvolle Atmosphäre taucht. Über dem Jesuskind hängt eine Laterne, das flackernde Lagerfeuer mit der an einer Kette befestigten Schüssel sieht extrem realistisch aus. Nette Accessoires, mit denen Maximilian mit der Krippe seines Opas wetteifert. Das Duell der beiden Bastler geht schon eine ganze Zeit. Und kurz vor Heiligabend inspiziert dann traditionell der Opa die Krippe seines Enkels und umgekehrt – „da macht es natürlich Spaß, wenn man etwas Neues bieten kann“, schmunzelt der 14-Jährige.
Schon mit vier Jahren entdeckte Maximilian seine Vorliebe für Krippen. „Erst zu Hause beim Opa, der immer einen tollen Stall mit vielen Figuren und Schafen aufgebaut hat, später im Kindergarten“, erinnert sich der Tüftler. Schnell keimte bei ihm der Wunsch auf, in seinem Zimmer eine eigene Krippe aufzustellen. Mittlerweile ist er richtig fit in der Materie und kennt die bedeutendsten Krippenbauer und die unterschiedlichen Krippentypen. Die schönste Modelllandschaft der Weihnachtsgeschichte in der Region steht für den Petersberger am Frauenberg. „Die Figuren sind lebensgroß, sie tragen aufwändige Kleider und der Stall ist richtig klasse“, lautet das Urteil des jungen Experten. Für ihn ist es besonders wichtig, dass die Relationen und die Größenverhältnisse stimmen. „Es sieht schon merkwürdig aus, wenn der Ochse kaum größer als ein Schaf oder nicht viel kleiner als das Kamel ist.“
Erst vor wenigen Tagen hat Maximilian dem Mainzer Weihnachtsmarkt einen Besuch abgestattet, und natürlich wurde er auch hier für seine Krippe fündig. Der neue Holzwagen mit Stroh hat einen Ehrenplatz erhalten, nicht weit weg vom Hirten, den der begeisterte Fußballer und Tennisspieler Anfang Dezember zu seiner Firmung geschenkt bekam. Pläne für den Aufbau im nächsten Jahr hat Maximilian schon jetzt. „Ein Elefant wäre schön, und ein zusätzliches Schaf für eine größere Herde“, nennt er seine Vision. Die nächsten Arbeiten an der Krippe stehen Anfang des kommenden Jahres an. „Dann kommen die Heiligen Drei Könige dazu.“ Mit dem Abbau lässt sich Maximilian Zeit, bis Maria Lichtmess am 2. Februar bleibt das Modell in seiner vollen Schönheit erhalten.
Zu Weihnachten wünscht sich der Schüler weder Hirte noch Jesuskind oder Ochs und Esel. Das Trikot von Bayern-Torhüter Neuer steht auf dem Wunschzettel ganz oben. Der heißt mit Vornamen Manuel, vom Hebräischen (Immanuel) abgeleitet „Gott ist mit uns“. Also doch ein Präsent, das wie die Krippe perfekt zum Heiligen Abend passt.