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Landkreis Fulda fördert die Zucht der rot-weißen Hausrindrasse

Eichenzell-Zillbach. Sie stammen aus dem norddeutschen Raum, genauer aus Schleswig-Holstein, dem Münsterland und Südoldenburg, und wurden ursprünglich als sogenannte Doppelnutzungsrasse gezüchtet. Das heißt eine hohe Milchleistung sollte ebenso Zuchtziel sein wie eine gute „Zuwachsleistung“, also eine effektive Fleischproduktion. Die Rede ist vom dem Rotbunten Niederungsrind bzw. Deutschen Holstein, eine rot-weiße Hausrindrasse. Sie ist verwandt mit dem Schwarzbunten Niederungsrind, mit dem sich auch die Ursprungszuchtgebiete überschneiden.

Im Verlaufe der Zucht- und Marktentwicklungen veränderte sich das Zuchtziel. Die Betriebe spezialisierten sich, und die Milchproduktion gewann an Bedeutung, so dass man heute die Rotbunten als rentable Leistungskuh im sogenannten milchbetontem Typ anstrebt. Ihre Milchleistung stehe nun im Vordergrund, wie Alfred Ackermann, erfolgreicher Züchter aus Zillbach, Vorsitzender der Rotbuntzüchter im Landkreis Fulda sowie Vertreter für die Region im Aufsichtsrat der Zucht- und Besamungsunion Hessen, erklärt: „Wir züchten auf eine genetisch bedingte und wirksame Anpassungsfähigkeit, ein großes Grundfutter- und Trockensubstanzaufnahmevermögen sowie eine stabile Gesundheit und gute Fruchtbarkeit hin.“

Aktuell stehen im Landkreis Fulda 2.800 rotbunte Holstein, in Ackermanns Stall 40 rotbunte Kühe sowie 80 schwarzbunte, die fast alle einen Rotfaktor in sich tragen. Zumeist würden aber in den landwirtschaftlichen Betrieben beide Rassen, rotbunt und schwarzbunt – letztere gelten als stabiler und ergiebiger in der Milchproduktion sowie genetisch vielfältiger –, gehalten. Gerade die genetische Vielfalt gelte es auszubauen, sagt Ackermann, um so die Rotbunte auch in Zukunft als ergiebige Milchrasse, die dennoch einen Rückgang von rund sechs Prozent jährlich erfährt, zu erhalten.

Zurzeit geben ausgewachsene Kühe mit einer Kreuzhöhe von 145 bis 155 Zentimeter sowie einem Gewicht von etwa 750 Kilogramm rund 7.900 Kilogramm Milch pro Jahr bei 4,26 Prozent Fett und 3,40 Prozent Eiweiß. Angestrebt wird ein genetisches Leistungspotential von über 9.000 Kilogramm Milch pro Jahr mit einem Fettgehalt von vier Prozent und einem Proteingehalt von 3,5 Prozent. Widerstandsfähig und mit einem gut melkbaren Euter ausgestattet, kann es durchaus gelingen, dass Spitzenkühe eine Lebensleistung von 100.000 Litern erbringen können, wie es bei dem Zillbacher Landwirt bereits zwei Mal der Fall war.

Voraussetzung dafür seien, so Ackermann, hochwertige Zuchtergebnisse mit Zuchttieren von widerstandsfähigem Körperbau und Bewegungsmechanik sowie ein optimales Umfeld, das den Tieren eine freie Entfaltung sowie gute Voraussetzungen zu einer erfolgreichen Milchproduktion biete. Dies müsse auch für die Zukunft die Perspektive sein, denn der Markt für rotbunte Zuchttiere mit hoher Milchleistung ist Ackermann zufolge vorhanden, zumal der Landkreis Fulda nachhaltig die Rotbuntzüchter entgegen Trends in anderen Landesteilen fördere. Einziges Manko, das den Rotbunt- und Milchkuhzüchtern zu schaffen mache, sei der Milchpreis, der fairer für die Erzeuger gestaltet werden müsste. (bms/was/gi)

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