Fulda. Anlässlich des Welt-Anästhesietages hat die Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin des Klinikums Fulda rund 70 Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Biologie vom Domgymnasium Fulda, in den Hörsaal eingeladen. Unter dem Motto „Lernen für die Praxis“ erhielten sie einen Einblick in die verschiedenen Bereiche des Fachgebiets.
Prof. Dr. Clemens-Alexander Greim (Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin) begrüßte die Schüler im Hörsaal und gab einen kurzen Überblick in die Entwicklung der Anästhesie. Vor rund 165 Jahren läutete die erste Äthernarkose den Beginn der modernen Anästhesie ein. Aber erst vor etwa 60 Jahren wurde mit der „Anästhesiologie“ ein eigenständiges medizinisches Fachgebiet geschaffen.
Die Narkose ist ein sicheres medizinisches Verfahren, dessen Komplikationsrate sehr gering ist. Dennoch kann es in Abhängigkeit von Operationsverfahren und dem körperlichen Zustand des Patienten zu Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, allergischen Reaktionen oder Schmerzen nach dem Eingriff kommen. Die professionelle Arbeit der Anästhesisten trägt maßgeblich dazu bei, diese Risiken zu mindern. Die Oberärzte Dr. Wolfram Beres und Dr. Arndt Köbler erläuterten das Tätigkeitsfeld des Anästhesisten, das sich neben der Narkoseführung auch auf die Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie erstreckt. „Um Facharzt für Anästhesiologie zu werden ist Abitur Grundvoraussetzung. Danach erfolgt ein 6-jähriges Medizinstudium, dem sich nochmals eine 5-jährige Assistenzarztzeit anschließt. Facharzt ist man demnach frühestens nach 11 Jahren – aber glaubt mir: es lohnt sich“, beteuerte Dr. Beres. Anästhesisten sind speziell ausgebildete Ärzte, die nach der Facharztanerkennung noch weitere Qualifikationen z.B. in der Speziellen Intensivmedizin erlangen können.
Am Klinikum Fulda führen die Anästhesisten jährlich über 15.000 Narkosen mit einem hohen Anteil an Regionalanästhesien durch. Darüber hinaus versorgen sie als Intensivmediziner die operative Intensivstation mit ca. 1.800 Patienten pro Jahr. Die Notfallmedizin – inkl. Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) und den Rettungshubschrauber – sowie die Schmerztherapie werden ebenso durch das Team rund um Prof. Dr. Greim abgedeckt.
Die Assistenzärzte Dr. Stefan Bleise und Dr. Maria Kamrad demonstrierten unter dem Motto „Erste Hilfe: die Laienreanimation“ eine Reanimation anhand einer Übungspuppe und zeigten, wie kritisch kranke Patienten (z.B. an einer Unfallstelle) stabilisiert werden können. „Jeder kann Leben retten“, betonte Dr. Bleise. Die Laienreanimation nehme einen großen Stellenwert in der Rettungskette ein. „Häufig haben Ersthelfer am Unfallort Angst, mit Wiederbelebungsmaßnahmen Fehler zu begehen. Doch gerade durch eine frühzeitig eingeleitete Herzdruckmassage verbessern sich die Überlebenschancen der Patienten deutlich“, erläuterte Dr. Köbler
Fasziniert zeigten sich die Schülerinnen und Schüler über den von den Anästhesisten selbst gedrehten Film, der nach dem Vorbild „Die Sendung mit der Maus“ entstanden ist: Anhand lebhaft dargestellter Filmsequenzen zeigte er den Tagesablauf der Assistenzärztin Dr. Kamrad auf, so dass sich die Schüler ein besseres Bild von dem Beruf machen konnten. „Es gibt in unserem Beruf viele Möglichkeiten, Familie und Beruf zu vereinbaren“, so Dr. Kamrad. Im Anschluss an die Hörsaalveranstaltung folgten noch Führungen ins Rettungszentrum – mit Besichtigung des ADAC-Hubschraubers und der NEF -Â sowie in den Schockraum der Zentralen Notaufnahme. Am Ende des praxisorientierten Unterrichts bedankte sich Dr. Christine Ziegler (Fachsprecherin für Biologie, Domgymnasium) im Namen der Schüler sowie der begleitenden Lehrkräfte bei dem jungen Team der Anästhesisten für die gelungene Veranstaltung.