Fulda. Über 240 eingetragene Zuchtstuten stehen auf den Koppeln Osthessens – so lautet die derzeitige Bilanz des Pferdezuchtvereins (PZV) Osthessen. Gut 240 Mitglieder – davon rund 140 aktive Züchter – teilen eine große Leidenschaft: Die Liebe zum Pferd. „Nach der Fusion der Pferdezuchtverbände Hannover und Hessen im Jahr 2005 stellte sich auch den regionalen Pferdezuchtvereinen die Frage, wie es zukünftig weitergehen sollte“, erklärt der Erste Vorsitzende des PZV Osthessen, Matthias Bug. Der Petersberger – selbst ein engagierter Züchter – erinnert sich: „Wir haben uns damals mit den anderen hessischen Vereinen zusammengesetzt und ein Konzept entwickelt, das in der Züchterschaft positiv aufgenommen wurde.“ In der Region kam es schließlich zum Zusammenschluss zwischen dem größten Zuchtverein Fulda-Hünfeld mit nahezu 180 Mitgliedern und den Züchtern aus dem Vogelsbergkreis, Hersfeld-Rothenburg und Ziegenhain. Gemeinsam gründeten sie den PZV Osthessen.
Die aktiven Züchter im Verein verzeichnen sowohl regional als auch auf Landesebene ausgezeichnete Erfolge in der Pferdezucht und sind im Hannoveranerverband hoch anerkannt. So stellte etwa der in Wisselsrod beheimatete Züchter Ewald Hau erst jüngst die Siegerstute der Dreijährigen auf der Bezirksstutenschau. Schon zu Zeiten als es in Hessen noch einen eigenen Verband gab, konnte Hau die Meriten für diverse Landessiegerstuten einheimsen. Ein weiterer bekannter Name im Verband ist der Fuldaer Züchter Martin Engel, dessen selbstgezogene Stute Arriva Avanti erst jüngst gemeinsam mit seiner Reiterin Dr. Angelika Trabert mit Edelmetall dekoriert von den Paralympics in London zurückkehrte. Die Qualität der Pferde, die hier in der Region gezüchtet werden, ist weit über Hessens Grenzen hinaus bekannt.
Und auch die Jungzüchter im PZV Osthessen, die zum Teil mit sechs bis acht Jahren mit Ponys beginnen und bis zum Alter von 25 Jahren an Wettbewerben teilnehmen können, sind hoch erfolgreich und stellten schon des Öfteren auch den jeweiligen Hessenmeister. Die Künzeller Jungzüchterin Kathrin Wiegand schaffte es sogar bis zur nationalen Meisterschaft.
Der Verein hat einen gemeinsamen Vorstand, der aus neun ehrenamtlich tätigen Mitgliedern besteht. Aus jedem Bezirk werden zwei Vorstandsmitglieder entsandt, lediglich Fulda-Hünfeld als der ehemals größte Pferdezuchtverein stellt drei Mitglieder, darunter den Ersten Vorsitzenden. „Unser Vereinslokal, in dem besonders in den Wintermonaten hochkarätige Experten zum Thema Zucht und Aufzucht, Fütterung oder Tiermedizin referieren, liegt in der relativen Mitte des gesamten Gebietes, in Oberjossa im Kreis Hersfeld-Rothenburg, und ist über die A7 für alle gut zu erreichen“, sagt Matthias Bug. Neben Fohlenschauen, die mittlerweile im jährlichen Wechsel in Alsfeld und Fulda stattfinden, Stutbucheintragungen und Zuchtstutenprüfungen organisiert der PZV Osthessen aber auch Fahrten zu Hengstparaden, jedes zweite Jahr eine Züchterfahrt zu pferdebezogenen Schauen und damit verbundene Besuche in anderen Zuchtbetrieben.
„Es darf aber gerne auch mal Kultur sein“, lacht der Erste Vorsitzende, „wir verbinden unsere Fahrten meist mit besonderen Highlights wie zum Beispiel einem Besuch in Dresden auf dem Weg zum Brandenburgischen Landgestüt in Neustadt/Dosse.“ Der Pferdezuchtverein Osthessen ist im Vergleich zu anderen Regionen gut aufgestellt, obwohl auch hier die Zahl der aktiven Züchter leicht rückläufig ist.