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Oratoriums „Quo vadis“ am 24. November 2012 im Hohen Dom zu Fulda

Fulda. Felix Nowowiejski war viele Jahre Kompositionsschüler von Max Bruch am Sternschen Konservatorium in Berlin; an der Kirchenmusikschule Regensburg studierte er Orgel, Chorleitung, Komposition und Pädagogik. Bis 1909 wirkte er in Berlin, dann in Krakau und ab 1920 in Posen als Musiklehrer mit großer Ausstrahlung auf das Posener Musikleben.

Besonders die Kompositionsstudien bei Max Bruch prägten die Entstehung seines gewaltigen Oratoriums, dem Nowowiejski den Untertitel „Dramatische Szenen“ gibt. Wenige Jahre nach Erscheinen des bekannten Romans „Quo vadis“ (1895/96) von dem polnischen Autor Heinrich Sienkiewicz entstand 1907 das Oratorium „Quo vadis“. Im Jahr 1909 der Amsterdamer umjubelten Uraufführung  des Werkes erschien auch der Erstdruck der Partitur und des Aufführungsmaterials. Das ganz Besondere: Die Noten wurden in dem Fuldaer Verlag Maier gedruckt. Der Inhaber der Druckerei, Richard Maier, setzte sich sehr stark auch für eine Aufführung des Werkes in Fulda ein. Am 12. Mai 1912 fand dann im großen Fuldaer Stadtsaal die Aufführung von „Quo vadis“ mit 150 Sängerinnen und Sängern der Chorvereinigung „Caecilia“ und der verstärkten Kapelle des 71. Inf.-Regiments Erfurt statt.

Die Geschichte, die das Oratorium erzählt, spielt zur Zeit der Christenverfolgung im alten Rom unter der Herrschaft des Kaisers Nero. Der Apostel Petrus verlässt auf Drängen der jungen Christengemeinde  die Stadt, um sein Leben zu retten. Auf der Via Appia begegnet ihm Jesus. Petrus erkennt den Auferstandenen und fragt ihn:“ Quo vadis, Domine?“- „Wohin gehst du, Herr?“ Jesus antwortet ihm: „Ich gehe nach Rom, um mich abermals kreuzigen zu lassen!“

Die Musik ist hochromantisch, gewaltige Klangausbrüche wechseln mit zarten lyrischen Passagen (Violin-Soli). Nowowiejski befreit sich in diesem Werk  von der akademischen Strenge seines Lehrers Max Bruch. Stilistische Einflüsse von Franz Liszt, Richard Wagner und der „Neudeutschen Schule“ verbinden sich in seinem Oratorium mit Elementen der italienisch-französischen Oper des späten 19. Jahrhunderts. Klangfarben werden „stark aufgetragen“, überraschende theatralische Effekte ziehen die Zuhörer in ihren Bann. Doch in allem: Die Musik ist nicht  kompliziert (die Aufführung schon), sie ist nicht schwer zu verstehen.

Im 19. Jahrhundert und auch noch zu Beginn des 20.Jahrhunderts wurden solche großen Oratorien fast ausschließlich in Konzertsälen aufgeführt. In  höchstem Maße bewundernswert und großartig ist es, dass nach einhundert Jahren dieses Werk nun Eingang in den Fuldaer Dom findet.

Es musizieren unter der Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber die Gesangssolisten Angelika Bamber (Sopran) und Klaus Mertens (Bass) zusammen mit dem Bachchor der Erlöserkirche Bad Homburg, den Chören am Fuldaer Dom und der Thüringen Philharmonie Gotha. Die Domorgel spielt Domorganist Prof. Hans-Jürgen Kaiser.

Eintrittskarten sind im Vorverkauf seit dem 29. Oktober 2012 sowohl im Sekretariat der Chöre am Fuldaer Dom, Eduard-Schick-Platz 3, Tel. 0661/87-390, e-mail: choere-am-dom@bistum-fulda.de, in der Buchhandlung am Dom, Domdechanei 2 und in der Geschäftsstelle der Fuldaer Zeitung, Peterstor 18, zum Preis von 7 bis 18.00 € (je nach Kategorie) erhältlich. (Martin Bartsch)

 

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