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Beirat im Hessischen Kegelspiel zog Bilanz – Interkommunale Kooperation gewinnt immer mehr an Fahrt

Nüsttal-Hofaschenbach. Die interkommunale Kooperation der Arbeitsgemeinschaft Hessisches Kegelspiel gewinnt zunehmend an Dynamik. In den Aufgabenbereichen Tourismus und Feuerwehr läuft die Zusammenarbeit bereits erfolgreich, bei der gemeinsamen EDV stehen die vier Mitgliedskommunen Burghaun, Hünfeld, Nüsttal und Rasdorf unmittelbar vor dem Probebetrieb und bei der Einführung eines gemeinsamen Finanzwesens vor der Entscheidung über die gemeinsame Softwareplattform.

Auch in dem Bereich Abwasser wurde zunächst zwischen Hünfeld und Burghaun eine enge Kooperation verabredet, und beim Thema Kinderbetreuung zeichnet sich dazu angesichts der veränderten Rahmenbedingungen in der Finanzierung die Notwendigkeit zu verstärkter Abstimmung und Zusammenarbeit ab. Dies ging aus den Berichten hervor, die die vier Bürgermeister der Lenkungsgruppe der Interkommunalen Arbeitsgemeinschaft, Dr. Eberhard Fennel, Hünfeld, Alexander Hohmann, Burghaun, Berthold Körbel, Rasdorf, und Hermann Trabert, Nüsttal, während der Sitzung des Beirates im neuen Gemeindezentrum in Nüsttal gaben . Einstimmig verabschiedet wurde durch den Beirat auch der Wirtschaftsplan der Arbeitsgemeinschaft, der die Fortführung des Förderprogramms Soziale Stadt, den Betrieb des Generationentreffs und den Ausbau des Kegelspielhauses in Form eines Doppelhaushaltes für 2013/2014 zum Gegenstand hat.

„Aus der bisherigen Zusammenarbeit wird deutlich, dass die interkommunale Kooperation dezentral angelegt ist, betonte der Vorsitzende der Lenkungsgruppe, Hünfelds Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel. Von seinem Nüsttaler Kollegen Hermann Trabert, der das neue Gemeindezentrum im Rathaus dem Beirat vorstellte, konnte Dr. Fennel Dankesworte entgegen nehmen für die Unterstützung bei den Verhandlungen zur Finanzierung des mit insgesamt 1,95 Millionen Euro veranschlagten Projektes. In Gesprächen in Wiesbaden seien für das Vorhaben nicht nur Mittel aus dem Stadtumbauprogramm der Dorferneuerung, sondern auch vom Hessischen Sozialministerium und aus dem EU-Förderprogramm EFRE erreicht worden. Damit sei für Nüsttal ein Eigenanteil von rund 38,5 Prozent verblieben, der zu wesentlichen Teilen durch Investitionsfondsdarlehen finanziert werden konnte.

Bürgermeister Hohmann aus Burghaun stellte den Stand der Kooperation in den Bereichen EDV und Finanzwesen vor. Die gemeinsame EDV-Plattform stehe unmittelbar vor dem Probebetrieb und werde für die kleineren Gemeinden viel mehr Datensicherheit und Qualität ermöglichen. Durch die Kooperation mit den Stadtwerken Hünfeld, die ihrerseits wiederum Dienstleister für die Stadtwerke Schlitz und Lauterbach seien, werde nicht nur personell, sondern auch finanziell eine günstige Lösung ermöglicht. Die gemeinsame EDV-Plattform sei auch Voraussetzung für das gemeinsame Finanzwesen, das im Kegelspielhaus angesiedelt werden solle. Dort würden zum 1. Januar 2014 Mitarbeiter aller Kommunen abgeordnet, die dort gemeinsam das Finanz- und Kassenwesen bearbeiteten. Voraussetzung dazu sei ein elektronischer Workflow im Rechnungswesen, der dabei eingeführt werden solle. Die Entscheidung über den Softwareanbieter solle noch in diesem Jahr fallen, kündigte Hohmann an. Das nächste Jahr werde von den Mitarbeitern aller beteiligten Kommunen einen hohen Einsatz fordern, um dieses Projekt umsetzen zu können.

In der Kinderbetreuung wurde die zurückliegenden Monate nach Angaben von Nüsttals Bürgermeister Hermann Trabert intensiv genutzt, eine detaillierte Bestandsaufnahme in allen vier Kommunen durchzuführen, die ein umfassendes Angebot für Familien, von Krippe über klassische Kindergärten bis hin zu Schulbetreuungsangeboten vorhalten. Durch die Veränderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen würden auch hier die Notwendigkeit zur intensiven Abstimmung und Zusammenarbeit größer, kündigte sein Hünfelder Amtskollege Dr. Eberhard Fennel an. Die gesamte Fördersystematik des Landes im Kindergartenbereich werde umgestellt von der bisherigen Förderung für Gruppen auf eine Förderung bezogen auf die Anzahl der insgesamt betreuten Kinder zu einem bestimmten Stichtag. Auch der erforderliche Fachkraftschlüssel ergebe sich dann aus der jeweils zum Stichtag betreuten Zahl der Kinder. Umso teurer würden dann angefangene und nicht ausgelastete Gruppen, bei denen mehr Fachkräfte vorgehalten werden müssten, als tatsächlich mitfinanziert würden. Solche Zusatzkosten müssten dann Eltern, Träger und Kommunen alleine finanzieren.

Im Bereich Tourismus habe sich nach Angaben von Hohmann die Geschäftsstelle mittlerweile etabliert und sei mit der Teilnahme an Marketing-Veranstaltungen, der Herausgabe eines Gästemagazins und eines Internetauftritts an die Öffentlichkeit getreten. Der künftige Schwerpunkt solle nun gemeinsam mit den Gastgebern auf der Entwicklung von marktfähigen Pauschalangeboten liegen. Positiv sei aus seiner Sicht auch, dass die Mitgliederzahl auf bereits 70 Gastgeber und andere Leistungserbringer geklettert sei. Beim Tourismus arbeitet das Hessische Kegelspiel auch mit Eiterfeld sowie mit Haunetal und der Stadt Geisa zusammen. Eine Zusammenarbeit zeichne sich mit Eiterfeld auch im Bereich des Interkommunalen Netzwerks für Senioren und Soziales mit dem DRK-Kreisverband Hünfeld ab. In Leibolz sei es im Zuge des geplanten Neubaus der Rettungswache vorgesehen, einen Generationentreff mit der Marktgemeinde Eiterfeld zu schaffen, der von der sehr aktiven DRK Ortsgruppe Eiterfeld betrieben werden solle, erläuterte Dr. Fennel.

Diskutiert wurden im Rahmen der Beiratssitzung auch Überlegungen, die Interkommunale Arbeitsgemeinschaft mit Blick auf das gemeinsame Finanzwesen auf eine neue rechtliche Basis zu stellen. Dabei ging es vor allem um die künftige Rechtsform, die es ermöglichen soll, auch innerhalb der Arbeitsgemeinschaft gemeinsames Personal anstellen zu können. Dazu wurde im Beirat verabredet, eine Arbeitsgruppe zu bilden, die aus Mitgliedern der Lenkungsgruppe und je einem Vertreter aus den Gemeindevertretungen und der Hünfelder Stadtverordnetenversammlung besteht.

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