Fulda. Am 12. Oktober veranstaltet die Industrie- und Handelskammer Fulda den 19. Fuldaer Wirtschaftstag im Hotel Maritim. Unter dem Motto „Nachhaltig wirtschaften – ökologisch planen“ liefern Spitzenreferenten vielfältige Anregungen und Impulse rund um das Thema.„Nachhaltigkeit ist weit mehr als ein Schlagwort oder romantische Verklärung. Professionell umgesetzt wird sie zur erfolgreichen Unternehmensstrategie und damit zum echten Wettbewerbsvorteil“, begründet IHK-Präsident Bernhard Juchheim die Auswahl des Themas. „Unser Motto passt auch zum Leitthema 2012 des Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) „Energie und Rohstoffe für morgen“. Denn neben Verbrauchern und Verbänden achten auch immer mehr Geschäftspartner und Lieferanten kritisch darauf, wie Firmen sich verhalten“, so Juchheim.
„Häufig wird Nachhaltigkeit noch mit Umweltbewusstsein gleichgesetzt. Ökologie ist allerdings nur ein Aspekt, der gleichberechtigt neben Ökonomie und sozialer Orientierung steht“, ergänzt IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schunck. „Ziel des Fuldaer Wirtschaftstages ist es, die vielfältigen Zusammenhänge dieses Dreiklangs zu verdeutlichen und die Region im Sinne der Nachhaltigkeit voranzubringen.“
Die Themen im Überblick
„Risikomanagement in Krisenzeiten: Professionelle Ethik wird Chefsache“, ist Professor Dr. Gertrud Höhler überzeugt. Die Publizistin und Beraterin von Wirtschaft und Politik aus Berlin hat führende deutsche Unternehmen beraten. Ihr Buch „Die Patin“, eine Auseinandersetzung mit der mächtigsten Frau Deutschlands, Bundeskanzlerin Angela Merkel, schlug hohe Wellen. Höhler beleuchtet, was professionelle Ethik bedeutet, was Unternehmen tun müssen, um auf diesem Weg weiterzukommen und welchen Nutzen sie daraus ziehen können.


Die Evolution hat zahlreiche Krisen überstanden und Unternehmen können davon viel für Wirtschaftsprozesse lernen. Wie und was, damit setzt sich Dr. Klaus-Stephan Otto unter dem Titel „Darwin meets Business“ auseinander. Otto hat das „Evolutionsmanagement“ entwickelt – eine Methode, die Prozesse der Natur auf das Handeln in der Wirtschaft überträgt. Der Chef der Evoco GmbH aus Berlin begleitet evolutionäre Entwicklungsprozesse zum Beispiel bei VW und Bayer, hat Lehraufträge an namhaften Universitäten und mehrere Bücher herausgegeben.
Nachhaltigkeit war gestern, denn Nachhaltigkeit ist verkaufsfeindlich, weil es besser ist, weniger zu verbrauchen. Wie können wir viel verbrauchen und gleichzeitig die Welt verbessern? Antworten, wie Produkte und Produktionsprozesse nützlich für Mensch und Natur werden, liefert Prof. Dr. Michael Braungart. Der Geschäftsführer der EPEA Internationale Umweltforschung GmbH in Hamburg hat bei Greenpeace den Bereich Chemie mit aufgebaut und das „Cradle to Cradle-Konzept“ mitentwickelt. Die Expertise Braungarts, der auch wissenschaftlicher Leiter des Hamburger Umweltinstituts ist, ist weltweit gefragt.

Was Unternehmer über Alzheimer und Demenz unbedingt wissen sollten, beleuchtet Professor Dr. Hans Förstl. Der Arzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie befasst sich seit fast 30 Jahren mit Demenzerkrankungen. Warum der Wirtschaftstag das Thema aufgreift, erscheint auf den ersten Blick ungewöhnlich. Auf den zweiten Blick allerdings gibt es gute Gründe dafür. Nicht zuletzt werden Unternehmer nicht nur im privaten Umfeld, sondern auch als Arbeitgeber immer häufiger mit dieser Thematik konfrontiert.
Ein weiteres aktuelles Thema, das vor dem Hintergrund des demografischen Wandels unter den Nägeln brennt: Unternehmen müssen ihre Personalpolitik überdenken. Und das ist leichter gesagt als getan. Die Frage lautet: Wie funktioniert das konkret? Prof. Dr. Martin Kersting, Professor für Psychologische Diagnostik an der Justus-Liebig-Universität, gibt Anregungen, wie die Herausforderungen in der Personalarbeit gemeistert werden können.
„Wie kann Deutschland Spitze bleiben? – Nachhaltigkeit und neue Technologien“, ist das Thema von Prof. Dr. Ernst Ullrich von Weizsäcker. Sein Name steht, wie kaum ein anderer, im Zusammenhang mit den Begriffen Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz. Von Weizsäcker erläutert, wie wir mit der Formel für Nachhaltiges Wachstum fünffach energieeffizienter werden können. Auch in diesem Jahr rundet eine Ausstellung regionaler Unternehmen den Kongress ab. Ihnen ist es zu verdanken, dass auch 2012 wieder Spitzenreferenten verpflichtet werden konnten.