Vogelsbergkreis. Moderne Pädagogik, familiäre Atmosphäre, Ermutigung, Befähigung zur Persönlichkeitsentwicklung. Das sind aus Sicht des Vogelsberger Jugenddezernenten die Hauptmerkmale des Jugendheims Feldatal. Erster Kreisbeigeordneter Peter Zielinski informierte sich in der seit 60 Jahren in Groß-Felda bestehenden Einrichtung bei Leiter Ralf Katzmann über das Konzept, „aus hoch belasteten Jugendlichen selbstständige Erwachsene zu machen“. Zielinski lobt diese Ausrichtung sowie das herausragende ehrenamtliche Engagement des Trägervereins.
Der ganzheitliche Ansatz habe die Persönlichkeitsentwicklung und das Erkennbarmachen eigener Ressourcen im Fokus, betonte Zielinksi. Dies betreffe sowohl die kluge Verzahnung von Pädagogik und Therapie als auch die verlässliche Einbindung der Eltern und der Schule, denn, so Katzmann: „Das muss immer als System betrachtet werden.“Â Die Ausrichtung auf Prävention sei der richtige Weg – auch im Hinblick auf die Kosten, die das notwendige Kümmern um junge Menschen verursachten. „Wir werden im Vogelsbergkreis verstärkt darauf schauen, was der Prävention dient“, hob Jugenddezernent Zielinski in Feldatal hervor.
Gemeinsam mit Helmut Benner, dem stellvertretenden Leiter des Vogelsberger Jugendamts, und dem Vereinsvorsitzenden Rolf Schmidt beleuchtete der Jugenddezernent die Abwägungen von ambulanten Hilfen und stationärer Unterbringung. „Es kommt immer auf den Einzelfall an“, hob Ralf Katzmann hervor. Ein verstärktes Abklären im Vorfeld führe zu noch mehr Passgenauigkeit bei den nötigen Hilfen und zu belastbaren Prognosen für die Zukunft. Einfach ist das nicht. Denn, so Katzmann: „Die Fälle werden nicht unbedingt in der Zahl größer – aber sie werden tendenziell immer komplexer und schwieriger.“ Die Fähigkeit, Kinder zu erziehen, nehme bei vielen Eltern stark ab.
Im Jugendheim in Groß-Felda wohnen 40 Kinder und Jugendliche. Die Einrichtung wird vom Verein „Jugendhilfe Land e.V.“ getragen – und das seit 60 Jahren. Darauf ist Vereinsvorsitzender Rolf Schmidt sehr stolz. Anfang der 1950-er Jahre habe der Verein begonnen, Jugendlichen aus der Großstadt zu helfen. Heute kommen die Bewohnerinnen und Bewohner etwa zur Hälfte aus dem Vogelsbergkreis, die andere Hälfte kommt aus umliegenden Landkreisen.
Die Einrichtung ist der größte Arbeitgeber in Feldatal, betonte Schmidt. In diesem Zusammenhang wies Erster Kreisbeigeordneter Zielinksi auf die Tatsache hin, dass in den sozialen Einrichtungen im Landkreis viele Menschen ihren Arbeitsplatz haben. Dies sei auch ein Wirtschafts- und Kaufkraftfaktor, den man nicht übersehen sollte.
Das Foto zeigt von links Rolf Schmidt, Vorsitzender des Trägervereins Jugendhilfe Land e.V., Helmut Benner, stellvertretender Leiter des Vogelsberger Jugendamts, Ersten Kreisbeigeordneten Peter Zielinski und den Leiter der Einrichtung, Ralf Katzmann. Foto: Erich Ruhl, Pressestelle Vogelsbergkreis