Tann. So konträr, wie es der Ensemblename assoziiert, ist das „Duo Contrario†nicht: Mit Klassik, Kirchenmusik, Folk- und Weltmusik vom Mittelalter bis in die heutige Zeit hinein gastierten Herbert Bartmann und Keno Brandt im Rahmen des Tanner Musiksommers am Sonntagabend in der barocken Dorfkirche des Tanner Ortsteils Neuswarts. Dort ernteten sie für ihre außergewöhnlichen und reizvollen Klangkombinationen allenthalben große Anerkennung vom zahlreich erschienenen Publikum.
Herbert Bartmann gilt als einer, wenn nicht sogar der erfahrensten deutschen Bagpiper, der mit seinen Sackpfeifen aus Schottland (Highland bagpipe, Scottish Smallpipe), der Bombarde, der Tin Whistle und Perkussion delikate Klangstrukturen erforschte.
So zeigte er sich gemeinsam mit Keno Brandt in der „Renaissance-Suite“ mit verschiedenen Instrumentalstücken (u.a. aus dem „Terpsichore“ von Michael Prätorius) und dem Choral-Concerto mit Bearbeitungen bekannter Choralmelodien von dieser überaus vielfältigen Seite. Stets wechselnde Besetzungen harmonierten so wunderbar miteinander, dass man das Gefühl hatte, es handelte sich um speziell für die Klangkombinationen gefertigte Kompositionen.
Mit der eröffnenden Choral-Improvisation über „Nun danket alle Gott“ von Sigfrid Karg-Elert oder John Rutters humorvoll-kerniger „Toccata in seven“ für Orgel, den Piobaireachds, den Jigs und verschiedenen Traditionals für Sackpfeifen erhielt jedes Instrument auch genügend Freiraum für seine solistische Darstellung.
Aus vielerlei gemeinsam präsentierten Werken seien zwei besonders erwähnt, die vom Publikum begeistert aufgenommen wurden: In Gordon Stewarts „Celtic Lament“ gestaltete Bartmann die Melodie mit der Tin Whistle (Blechflöte) wunderbar innig. Und zum Abschluss durfte wohl aus DAS Werk für Dudelsack nicht fehlen: „Amazing grace†gelang in einem wunderbaren Gewand der Orgel, die ihr Augenmerk besonders auf harmonische Variationen und Steigerungen legte.
Langanhaltender Schlussapplaus forderte Herbert Bartmann und Keno Brandt zu zwei Zugaben heraus. Ermöglicht wurde dieses Konzert im Rahmen des Tanner Musiksommers durch die freundliche Unterstützung der musikkulturschule (Lauterbach, Hünfeld, Tann) und der Gaststätte „Landhaus Kehl“ (Tann-Lahrbach).